Lange Zeit konnte ich mit den Filmreihen um den Planet der Affen nichts anfangen. Die
Neuauflage mit Mark Wahlberg machte es nicht besser. Umso überraschter war ich,
als ich die Herangehensweise von Prevolution erfuhr. Plötzlich hatten mich die Affen
und auch die Fortsetzung Revolution ist ein Blockbuster-Highlight erster Güte.
Worum geht es: Viele Jahre sind vergangen seit Laboraffe
Caesar die Menschen verließ. Nach der „Schlacht auf der Golden Gate Bridge“ zog
es ihn und sein Volk in die Wälder. Mittlerweile hat das Virus, welches Affen
Intelligenz verleiht, den Großteil der Menschheit auf dem Gewissen. Als die
Interessen einer Kolonie von Überlebenden und Caesars Anhängerschaft
miteinander kollidieren klopft ein Krieg an die Tür, den beide Anführer
verhindern wollen. Doch beide Seiten haben mit internen Unruhen zu kämpfen und eine Eskalation scheint unausweichlich.
„…wie ähnlich wir ihnen sind.“
Die Entwicklung der Affen im Vergleich zu Teil 1 fasziniert.
Das Volk hat einen Verhaltenskodex entwickelt, lernt menschliche Sprache und
Schriften, lebt „indianisch“ und unter Ceasars Führung friedlich. Das selbsterrichtete
„Dorf“ gefällt optisch, weil es sehr detailliert eine Mischung aus Affen- und Menschenbehausung
darstellt. Es existieren Randordnungen, doch im Vergleich zum Menschen
benötigen die Tiere keinen Strom um zu überleben. Mir gefällt vor allem der
Ansatz, den Fokus nicht auf die Menschen zu legen, sondern die Affen zu den
Hauptdarstellern werden zu lassen. Das war in Teil 1 meiner Meinung nach noch
anders.
Jason Clarke und Co machen ihre Sache außerordentlich gut.
Zwar wird ihnen nicht ausreichend Screentime gegeben (bestes Beispiel: Gary
Oldman), doch ihr Handeln und ihr Denken wird zufriedenstellend vermittelt und
begründet. Der eine oder andere Zuschauer muss sich erst daran gewöhnen, dass „Wir“
in diesem Film nur Beiwerk sind. Das wird schon im Intro deutlich, wo die
Ausrottung der halben Menschheit mehr oder weniger überflogen wird. Ein weiteres Indiz sind die Untertitel, ohne die wir kaum etwas verstehen würden, wenn Ceasar mit seinesgleichen kommuniziert. Ich find’s genial
und durchaus innovativer als den üblichen Held-trifft-auf-Gegner-Quark.
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| Macht sich zum Affen - und das sieht klasse aus: Andy Serkis © 20th Century Fox |
Und die CGI-Effekte? Die sind schlichtweg grandios. Andy
Serkis – wahrscheinlich noch durch King Kong und Prevolution in Übung – liefert
körperlich eine einwandfreie Imitation ab. Die Affen wirken verdammt real und
auch die Landschaften sind dank düsterer Atmosphäre nicht übertrieben
kontraststark, sondern passend in Szene gesetzt. Im Vergleich zu diesem ganzen Transformers-Turtles-Mist
ist das wirklich beruhigend und stark anzusehen. Kein Overkill, sondern dann
perfekt, wenn es nötig ist.
Natürlich gibt es aber auch Mängel am Sequel. Mir persönlich
nahm das Finale zu schnell an Fahrt auf. Wo die erste Hälfte noch top Dialoge
und einen subtilen Spannungsaufbau vorweisen konnte, verfiel Regisseur Matt Reeves (Cloverfield, Let Me In, u.a.) zum
Ende hin dem Zwang, unterhaltende Action liefern zu müssen. Das ist aber Jammern
auf hohem Niveau, denn selbst der Endkampf ist spannend inszeniert. Ich hätte
mir nur einfach noch etwas mehr Nähe zu den einzelnen Figuren abseits von
Ceasar gewünscht.
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„Verzeihung, wo geht’s hier zum Jurassic Park?“ © 20th Century Fox
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Fazit:
Planet der Affen: Revolution gehört optisch definitiv
zu den besten Blockbustern des Jahres und kann im Vergleich zur Konkurrenz auch mit einer
durchdachten Story punkten. Die Hilflosigkeit der Pazifisten, einen Krieg zu
verhindern, wenn er im Auge zweier fremder Parteien lebensnotwendig ist –
dieser Konflikt ist bärenstark. Verzeihung, affenstark. Großes Kino, das leider am Ende etwas zu sehr auf’s Gaspedal tritt.







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