Das müsst Ihr Euch mal vor Augen halten. Stellt Euch vor Ihr
könnt nach jahrelanger Arbeit endlich einen wohlverdienten Urlaub auf einer
kleinen Insel vor Belize machen. Die Menschen halbnackt, das Wetter phänomenal,
die Drinks klasse und das Wasser klar und blau. Doch dann startet die Natur
einen erbarmungslosen Racheakt gegen den Menschen und schickt ihre schlimmste
Katastrophe in den Krieg gegen den Frieden: den Poseidon Rex. In diesem
gleichnamigen Science-Fiction-Epos treffen Geldgier, Beziehungsdrama und der nackte
Kampf ums Überleben aufeinander.
Worum geht es überhaupt? Jane und Rod verbringen einen
gemeinsamen Urlaub auf einer paradisischen Insel vor Belize. Gleich beim ersten
Tauchkurs entdecken die beiden Schatztaucher Jackson Slate, der verletzt im
Wasser treibt. Zusammen mit dem Paar bringt Touristenführer Henry den
Bewusstlosen zu einer Bekannten, Meeresbiologin Sarah. „Jacks“ erklärt der
Gruppe, er habe im Blue Hole nach Mayagold gesucht, um seine Schulden bei
Gangster Tariq zu begleichen. Dabei sei ein Monster aus seinem Uhrzeitschlaf geweckt
worden. Der Truppe bleibt nur eine Wahl…na eigentlich stellen sich ihnen zig
Möglichkeiten, aber sie entscheiden sich für: Schatz finden, Monster töten. Doch
Tariq hat seine Killer schon längst auf Jackson und Co angesetzt. Wow!
(Anmerkung zum Plakat: siehe unten!)
Regisseur Mark L. Lester liefert eine cineastische Kunstspielerei
ab. So wiederholen sich auffällig häufig Tier- und Landschaftsaufnahmen. Zum
Beispiel eine Schildkröte, die einmal im Intro und einmal an einer ganz anderen
Stelle auftaucht. Auch herumtreibende Wrackteile einer Yacht sehen den
Wrackteilen eines kleinen Motorboots später zum Verwechseln ähnlich. Musikalisch
begleitet wird das gesamte Werk stets vom selben Song. Ja richtig. EINEM Song.
Der hat aber Ohrwurmcharakter! Como te llamas, I wanna know your name, what’s your
number…ach lassen wir das. Ich schweife ab.
„Wenn du jetzt tauchst, werde ich richtig böse auf dich sein.“
Ein weiteres Merkmal für Drehbuchtiefe und Sinndichte sind
die grandios eingestreuten Dialoge. „Es trägt alle Merkmale eines Dinosauriers.“
– „Eine ausgestorbene Art vielleicht?“. Wissenschaftlich hält’s der Film also
so realistisch wie nur möglich. Auch beziehungstechnisch geht der Film näher an
die Figuren. Allein bei Rods Frage an Jane, „Willst Du jetzt endlich
schnorcheln, oder was?“, überlässt die Tonalität dem Zuschauer
Interpretationsfreiheit. Ist es Rods überschwängliche Euphorie, oder ist er doch
genervt vom Nörgeln seiner Partnerin? Auch als sie Jack im Wasser treibend
finden sagt er: „Weiß nicht, ob er noch bei Bewusstsein ist oder was.“ Ist das
jetzt eine Frage, oder eine Aussage, oder was?
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| Sarah tut, was eine Meeresbiologin tun muss: ihre Arbeit. © Anderson Digital |
„Ich bin doch nicht verrückt, das ist ein Monsterei, oder?“ –
„Du bist nicht verrückt.“
Getragen wird der Film von seinen Hauptfiguren. So stellt
Anne McDaniels beabsichtigt das pure Gegenteil einer typischen Meeresbiologin
dar. Barbusig, blond, humorvoll (Das nenne ich versteckte Gesellschaftskritik!). Und doch zeigt sich in ihr ein faszinierender
Blick für die Realität. Allein beim Tauchgang findet sie Fußspuren auf dem
Meeresgrund (ja, Fußspuren!) und weiß sofort: „Das sind Fußspuren von
Dinosauriern. Glaub ich.“ Sie hält sich nicht lange mit Theorien auf, sondern
kommt mit Leidenschaft gleich zur Sache. Übrigens auch bei „Jacks“. Oder
generell. Jedenfalls wirkt ihr Motoranschmeißen wie ein Handjob. Der Satz „Ich pumpe
so schnell ich kann“ ist ein weiteres Indiz dafür, dass sie alles gibt. Sie ist
es auch, die sofort erkennt, dass es sich um einen Predator Rex handelt. Verzeihung,
Poseidon Rex. Nein, Moment. P-Rex! Hier sehen wir, der Song ist Storytelling pur.
| Jurassic-Park-Technik stinkt dagegen ab: Sarahs Labor-Equipment © Anderson Digital |
Ähnlich wie im aktuellen Godzilla ist das namensgebende
Monster übrigens nur dezent in die Gesamthandlung eingebaut. Meistens kündigt
es seine Angriffe durch Gebrüll unter Wasser an (ja, unter Wasser), um wenig
später, egal bei welcher Meerestiefe, kniehoch durch die Wellen zu trampeln. Gefühlt
sehen wir während seiner Angriffe nur drei Einstellungen von den P-Rex, was die
Echse noch geheimnisvoller erscheinen lässt. Und wie schafft der Rex es, dass
die Gangster auf dem Boot ein ganzes Magazin an ihm vorbeischießen, optisch
sogar ins eigene Boot? Was ist dieses Ding bloß? Und hat es Anziehungskräfte?
Urplötzlich wird aus einer Geisterstadt ein Mob flüchtender Menschen, je näher
der Rex dem Festland kommt. Wahnsinn.
Fazit
Ich bin begeist…okay, es reicht. Der Film ist
absolute Sch*** und zwar von der ersten bis zur letzten Sekunde. Zorro-Narben
auf toten, halbnackten Frauenkörpern okay. Aber wenn in der Kuss-Szene jeder
einzelne Schmatzer lauter als jedes Rex-Gebrüll ist, dann ist das langsam aber
sicher zu viel. Im Übrigen auch die bescheuerte Militäreinlage am Ende. Nein,
hier ist nicht mal der Trash amüsant. Einfach nur schlecht. Alles. Oder was.
*Anmerkung zum Filmplakat - Es gibt im Film keinen Sturm, keine Blitze, keine Wellen, keine Helikopter. Es gibt: ruhige See, sonniges Wetter, Kampfjets. Brüste gibt es aber!






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