James Gandolfini, ein großartiger Charakter-Darsteller, ist
viel zu früh von uns gegangen. In The Drop - Bargeld bekommen wir nun seinen
letzten großen Auftritt zu sehen. Wir tun dem Film und seinen Machern aber
Unrecht, wenn wir ihn nur deshalb hochjubeln. Die gute Nachricht ist, das
müssen wir gar nicht. Nicht weil er schlecht ist. Im Gegenteil!
Worum geht es
überhaupt: Bob Saginowski und sein Cousin Marv arbeiten in einer Bar in
Brooklyn. Diese wird von tschetschenischen Mafiosi kontrolliert und dient Geldwäschern
als „drop bar“, also als Umschlagplatz
für Deals. Nach einem Überfall auf die Bar wollen die betrogenen Verbrecher ihr
Geld von den Barbesitzern zurück. Ein weiteres Problem: Bob rettet parallel einem
misshandelten Pitbull-Welpen das Leben und freundet sich mit der Ex-Freundin
des Täters an. Dieser ist ein Psychopath und steigt nichtsahnend in einen
Konflikt ein, der sich aufstaut.
Bestseller-Autor Dennis Lehane (Shutter Island, Mystic
River, u.a.) hat mit Animal Rescue eine Kurzgeschichte hingelegt, die nun von
Regisseur Michael Roskam (Bullhead, u.a.) passend auf die Kinoleinwand übertragen
wurde. Der amerikanische Traum schlägt hier dem Zuschauer mit der Realitätsfaust
voll auf die Zwölf. Die verkommenen Gassen Brooklyns, die von der Zeit angeknabberten
Häuser und die Menschen, die in dieser Region leben und Geld verdienen wollen - das alles wirkt
unglaublich authentisch und spürbar. Wer schon mal in Gelsenkirchen war weiß
wovon ich spreche.
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Tom Hardy in Topform!
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| Wenn Dir die Mafia droht und Dich ein Psycho stalked: Erst mal Gassi gehen. © 20th Centruy Fox |
Wen bekommen die Zuschauer also als Hauptfigur geboten, die
sich durch das Grau, diese bedrohliche und frustrierende Atmosphäre boxen muss?
Tom Hardy? Bane? Den Warrior? Nein. Sie bekommen Bob. Introvertiert, unsicher
und wortkarg. Keinen lässig-coolen Gangster, keinen ehemaligen Marine, keinen
Superhelden. Ganz im Gegenteil. Der von Tom Hardy grandios verkörperte
Barkeeper hat Probleme Frauen anzusprechen, ist hoffnungslos gutmütig und nicht
besonders sprachgewandt.
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"Jeder hat eine Vergangenheit
und es gibt manche Sünden von denen kommst du nicht mehr los,
egal wie sehr du dich anstrengst und es scheint besiegelt zu sein,
dass deine Seele schon dem Teufel gehört."
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Gerade Bobs naive Herangehensweise an seine Probleme lässt
das Gefühl aufkeimen, dass jeden Moment Unheil hereinbrechen könnte. Vor allem
in den Momenten, in denen die Mafiosi die Bar betreten oder Psychopath Eric auf
Konfrontationskurs mit Bob geht. Doch The Drop ist ein nüchterner Film.
Schonungslos ruhig und treibend. Faustkämpfe, Bleigewitter – das alles bleibt
aus. Und Bob? Der bleibt auch ruhig. Ängstlich, aber ruhig. Zu ruhig. Selbst
nachdem er Leichenteile vorgesetzt bekommt.
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| So cool und gestellt geht's im Film nicht zu, versprochen! © 20th Centruy Fox |
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Es sind vor allem die Dialoge, die hier für Unterhaltung
sorgen. Hin und wieder ein kleiner Schmunzler, dann eine subtile Gesellschaftskritik,
dann plötzlich noch ernstere Töne. Und immer wieder herrlich naive und dadurch
so echte Gespräche. Die wahre Stärke des Plots sind allerdings die Dinge
zwischen den Zeilen, die Szenen, die ohne Worte viel aussagen. Dazu tragen dann
auch die allesamt gut aufgelegten Nebendarsteller bei: Noomi Rapace, Matthias
Schoenaerts und eben James Gandolfini. Möge er in Frieden ruhen.
Fazit:
Vielen Leuten könnte The Drop – Bargeld (klasse
Wortspiel im Nebentitel) tatsächlich zu lahm sein. Das wirkt aber nur auf den
ersten Blick so, denn da staut sich etwas auf. Alle Figuren sind Gefangene
gewisser Umstände, die sich nicht ignorieren lassen. Auch nicht durch einen süßen,
kleinen Welpen. Und das macht den Film so stark. Super Darsteller-Leistungen! Ein
paar kleine Twists. Klasse Setting. Für Freunde von Killing Them Softly oder
Dead Man Down.
The Drop ist einmal für den #derFilmtippAward nominiert, in der Kategorie: Bestes Filmplakat.
Leider hat es für andere Kategorien nicht gereicht, da ich den Film erst nach Jury-Deadline gesehen habe.







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