Maximilian Erlenwein. Merkt Euch diesen Namen! In einer
Zeit, in der Schweiger, Schweighöfer und M’Barek die deutsche Kinoleinwand mit
Einheitsbrei regieren, ist es dieser junge Regisseur, der uns in Zukunft noch
viel „neue“ Unterhaltung bieten könnte. Sein Genre-Mix Stereo ist ein mutiges
Beispiel dafür, dass unser Land mehr kann. Zwar muss sich der Thriller
Vergleiche mit kultigen Hollywood-Produktionen gefallen lassen, in meinen Augen
ist das aber ein Kompliment.
Worum geht es überhaupt? Erik ist dem Stress der Großstadt
entflohen und zusammen mit Freundin Julia und ihrer Tochter Linda aufs Land
gezogen. Er kann sich seiner Liebe und seiner Motorrad-Werkstatt widmen, ein friedliches
Familienleben führen. Wäre da nicht Henry. Der aufdringliche Stalker verfolgt
Henry und lässt ihn nicht mehr in Ruhe – und er ist unsichtbar für andere. Erik
zweifelt an seinem Verstand und sucht psychologische Hilfe. Aber als eine Bande
organisierter Verbrecher das Leben seiner Familie bedroht ist Henry plötzlich
derjenige, der Erik noch helfen kann.
Was für eine Überraschung! Maximilian Erlenwein lädt zwei
der bekanntesten deutschen Darsteller ein und zaubert einen technisch astreinen
Knüller auf die Leinwand. Vor allem der düstere Look, der wummernde Sound und
die grafischen Elemente verpassen Stereo einen besonderen Stil. Er ist rau, er
ist sexy, brutal und sehr nüchtern. Die Kameraeinstellungen sitzen perfekt und sowohl Jürgen Vogel (Die
Welle, Wo ist Fred?, u.a.) als
auch Moritz Bleibtreu (Das Experiment,
Baader Meinhof Komplex, u.a.) agieren in
bester Spiellaune. Neben der kultigen Machart haben wir eine Story, die
vielversprechend strange und teils überspitzt erzählt wird. Und sie hat einen
super Twist!
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Fight Club, Drive, ...Stereo!
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Ja, es gibt einen bestimmten Logikfehler, den ich aber hier
nicht ansprechen möchte, weil er meiner Meinung für den Gesamtfilm in Kauf
genommen werden muss. Ich möchte auch nicht spoilern. Was ich aber sagen sollte
ist: Wer Probleme mit Filmen wie Drive,
Only God Forgives oder Fight Club hat, der sollte sich hier
ganz genau überlegen, auf was er sich einlässt. Und doch ist Stereo nicht
einfach nur eine Kopie seiner amerikanischen Vorbilder. Die Figuren wirken
authentischer, inklusive nervigem Genuschel. Und der Film ist stolz deutsch zu
sein. Georg Friedrich spielt seinen Bösewicht Keitel mit österreichischem
Dialekt, was seiner Figur im Gesamtkontext von stereotypischen Bad Guys abhebt
und sie zusätzlich skurril erscheinen lässt.
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| Coole Freunde, viel nackte Haut, geile Musik - Dachschaden mit gewissen Vorzügen?! © Wild Bunch Germany |
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Fazit:
Stereo ist in meinen Augen der beste deutsche
Kinofilm des Jahres 2014, weil er sich mehr traut und endlich mal abhebt von
seiner nationalen Konkurrenz. Die Optik und vor allem die bassige,
elektronische Musikuntermalung (Justice, Moderat!!) runden das Gesamtwerk ab.
Spannend, böse und einfach cool. Tyler Durden zieh Dich an, Erik is on fire!
Stereo ist sechsmal für den #derFilmtippAward nominiert, in den Kategorien: Bester Film, Bester Hauptdarsteller, Beste Nebendarstellerin, Bester Regie, Beste Kameraarbeit und Bester Sound.






In dem Zuge sei dir, falls du ihn noch nicht kennst, WHO AM I empfohlen. Der ist - trotz M'barek - ein zweiter grandioser deutscher Genrefilm 2014! :)
AntwortenLöschenIst definitiv auf meiner Watchlist :)
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