Vorweg: Ich liebe Found Footage! Es ist schon etwas länger
her, dass sich ein Film aus dieser Ecke in die deutschen Kinos traute.
Jedenfalls abgesehen von den regelmäßigen, paranormalen Aktivitäten weltweit. Der
große Hype ist vorbei, doch hin und wieder ist das Argument des
wirtschaftlichen Vorteils stärker als die Kreativität der Drehbuch-Autoren. Deshalb
ärgert es mich auch, dass ich mit Devil’s Due starten muss.
Warum? Mockumentaries wie z.B. [REC] oder Cloverfield können richtig Spaß
machen, spannend und gut gemacht sein. Vor allem Dämonen und Exorzisten stehen
immer wieder Modell für dieses Genre. Es ist einfach mies, dass ausgerechnet zu
Beginn meiner selbsternannten Found Footage PR so ein uninspirierter Abklatsch
daherkommt.
Was zum Teufel?...
Ich habe jedenfalls meine Zweifel, dass uns der Film von
Radio Silence überraschen wird. Daran ändert auch der witzige PR-Gag nicht, der ein satanistisches Roboter-Baby im Kinderwagen durch erschrockene Menschenmassen fahren ließ und zum YouTube-Hit wurde. Sowohl der Name, vor allem der deutsche
Nebentitel, als auch der Trailer rudern in eine bestimmte Richtung. Ein Pärchen
kann sich nicht an seine Hochzeitsnacht erinnern, dafür ist Frau schwanger.
Mann filmt von nun an den Prozess der Schwangerschaft während der SIE anfängt
sich komisch zu verhalten und seltsame Dinge vorgehen. Gähn. Wenn das nicht
schon alles sagt, dann zitiere ich schnell noch den Priester aus dem Trailer: „Im
frühen Christentum gab es Gruppen von Andersdenkenden, die glaubten mit diesen
Symbolen einen Antichristen heraufbeschwören zu können.“ Da grenzt es fast schon
an Selbstironie, dass am Ende des Trailers die Worte „Nichts kann uns vorbereiten“
erscheinen.
Für eine Mockumentary ist das Budget mit 7 Millionen Dollar
sehr hoch, was wohl auch den Gehältern der beiden Hauptdarsteller geschuldet
ist. Zach Gilford (The Last Stand, The Purge 2: Anarchy) und Allison Miller (Terra
Nova, u.a.) sind annähernd „bekannte“ Schauspieler und keine Studentengruppe oder Kunstfilmer.
Hinzu kommt, dass die Effekte aus dem Trailer sehr nett aussehen, was auch
gekostet haben dürfte. Jedenfalls hat The Blair Witch Project nur 40.000 Dollar
gekostet und zählt bis heute zu den erfolgreichsten Handkamera-Filmen.
Ich hoffe, dass Devil’s Due eine Überraschung parat hält, glauben tue ich es
aber nicht. Wer Lust auf diese Art von Found Footage hat, dem empfehle ich Der
letzte Exorzismus und rate ab von The Devil Inside.
Devil's Due - Die Teufelsbrut
90 Minuten, USA




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