Mittwoch, 5. März 2014

Mit dem Zug durch die Eiszeit

Auf der Leinwand geht die Welt häufig unter. Durch Zombies. Durch Meteoriten. Oder aber durch eine Eiszeit. Zuletzt machten Kälte und Schnee den Überlebenden in The Colony zu schaffen. Zumindest bildeten sie die äußeren Umstände, während Laurence Fishburne und Co vor Kannibalen flüchten mussten. Um eine Kolonie geht es auch in Snowpiercer, nur dass die Überlenden hier in einem riesigen fahrenden Zug hocken. Es kommt alles noch etwas seltsamer. Innerhalb der verschiedenen Wagons haben sich Klassen herauskristallisiert. Die wenigen Reichen lassen es sich in den vorderen Wagons gutgehen, die verarmte Masse fristet ein trostloses Dasein. Bis sich einige wenige aufraffen und eine Revolution bevorsteht. Mockingjay auf Eis, sozusagen. 

Die Geschichte klingt für mich ein bisschen zu abgedriftet und die Szenen aus dem Trailer wirken eher wie aus einem Fantasy-Streifen entsprungen. Vor allem dann, wenn das Innenleben einzelner Wagons gezeigt wird. Das mag u.a. daran liegen, dass Regisseur Joon-ho Bong seinen südkoreanischen Erzählstil nicht verbergen zu können scheint. Vielleicht wollte er das auch gar nicht. Mit Kang-ho Song taucht sogar einer dieser miesen Darsteller aus Bongs noch mieserem The Host auf. Der Film kann bei einem Budget von 39 Millionen Dollar ein finanzielles Risiko nicht von der Hand weisen. Umso überraschender ist es, dass gleich eine ganze Gruppe bekannter Schauspieler dieses Endzeit-Vorhaben durch ihr Mitwirken unterstützen.

Ein großes Fragezeichen

Chris Evans (Captain America, u.a.) und Tilda Swinton (Michael Clayton, u.a.) bilden die Hauptrollen, u.a. umgeben von Jamie Bell (Billy Elliot – I will dance, u.a.), John Hurt (Der Elefantenmensch, u.a.), Octavia Spencer (The Help, u.a.) und Ed Harris (Truman Show, u.a.). Ab dem 3. April 2014 werden sich die deutschen Zuschauer ein Bild davon machen können, ob dieser kuriose Endzeit-Mix ein Geheimtipp ist oder ein enttäuschender Geldverbrenner. Meine Prognose geht eher in die negative Richtung, aber ich lasse mich gerade in diesem Genre gerne eines Besseren belehren.

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