Stellt Euch vor Ihr wacht mitten im Nirgendwo in einer Grube
auf, könnt Euch an nichts mehr erinnern und unter Euch liegen Hunderte von Leichen.
So ergeht es John, der außer seinem Namen nichts mehr zu wissen scheint. Eine
asiatische Fremde befreit ihn und bringt in zu einer entlegenen Hütte, in der
er auf eine Gruppe Menschen trifft, die wie er unter Gedächtnisverlust leiden. Niemand
traut dem anderen, obwohl die eigentliche Katastrophe außerhalb der Hütte
stattfindet.
Regisseur Gonzalo López-Gallego kann meiner Meinung nach ein
Großer seines Fachs werden, denn schon sein Found Footage Schocker Apollo 18
gefiel mir außerordentlich gut. Noch dazu wurde mit Sharlto Copley (District 9,
Elysium, u.a.) ein echter Senkrechtstarter aus dem Science Fiction und
Mysterybereich mit der Hauptrolle beschenkt. Beide haben ihre Hausaufgaben
gemacht. Noch dazu kommt eine wirklich gelungene Kameraführung, begleitet von
atmosphärischen Locations. Es wurde vermieden auf epische Musik oder
Gewaltexzesse zu setzen – vielmehr ist es ein dichter Thriller zum Miträtseln.
Jeder gegen jeden gegen...?
Ein Großteil der Spannung wird dadurch aufgebaut, dass Johns
Begleiter genauso wie er selbst Geheimnisse zu haben scheinen, die nicht mal
ihnen selbst bewusst sind. Jede Menge gegenseitiges Misstrauen treffen hier auf
eine Gefahr von außen, die den Figuren ebenfalls ein Rätsel ist. In den
Nebenrollen treten Thomas Kretschmann (King Kong, Der Pianist, u.a.), Josie Ho
(Contagion, Street Fighter, u.a.), Joseph Morgan (Alexander, Krieg der Götter,
u.a.), Erin Richards (Gotham, The Quiet Ones, u.a.) und Max Wrottesley (Hugo
Cabret, Captain Phillips, u.a.) in Erscheinung, die allesamt eine ordentliche
Leistung abliefern.
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| © Universum Film |
Hin und wieder verläuft Open Grave ein bisschen schleppend
und die Story kann sich von typischen Nervmitteln à la „jeder geht alleine irgendwo
hin“ nicht ganz loslösen. Das bedeutet, dass die eine oder andere unlogische Aktion
der Figuren – manche würden es „dumm“ nennen – nicht vermieden werden kann. Und
wo wir gerade dabei sind zu meckern: an die Stimme von Thomas Kretschmann werde
ich mich wohl nie gewöhnen. In der Videothek werdet Ihr den Film wohl meistens
in der Horror-Ecke finden, daher möchte ich Euch gleich von vornherein warnen:
Open Grave ist kein Horrorfilm!
Was ist Open Graves denn nun?
Es ist ein Mix aus The Walking Dead, The Crazies und dank
des großartigen Sounds und Scores auch 28 Days Later. Dagegen spricht aber,
dass es sich hier nicht um einen reinen Zombiefilm dreht. Er könnte ebenso mit
Lost, Carriers, Buried oder The Last Seven verglichen werden. Dank der Story
und der Auflösung, die ich hier nicht verraten möchte, ist es schwierig ihn in
eine Schublade zu stecken. Genau das hebt Open Grave dann schließlich auch ab
von herkömmlicher Videotheken-Ware.
Fazit: Trotz ein paar Längen und nicht immer logischen
Unternehmungen der Figuren inszeniert Gonzalo López-Gallego einen dichten,
spannenden Mystery-Endzeit-Was-auch-immer-Thriller, der den Zuschauer rätseln
und mitfiebern lässt. Abgesehen vom trashigen Titel, der hier aber passt, ist
Open Grave technisch gesehen ein solider Streifen, der durch einen super Score
besticht. Empfehlenswert!






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