Endlich, endlich, endlich! Sin City zählt zu meinen
absoluten Lieblingsfilmen. Grafisch ein Meisterwerk, das zeitlos, schwarz und
atmosphärisch ist. Je näher Sin City: A Dame To Kill For rückte, desto mehr
musste ich mir ins Bewusstsein rufen, dass der große Wow-Effekt in Sachen Stil
und Optik nun wohl nicht mehr auftreten würde. Bestenfalls der Spaß am
Bewährten. Und was soll ich Euch sagen, es ist exakt so gekommen.
Wer ist neu im Team Sin City? Neben Josh Brolin, Jaime Chung und Dennis Haysbert spielen
vor allem Eva Green (Casino Royale, Perfect Sense, u.a.) als „Ava Lord“ und Joseph Gordon-Levitt (Inception, The Dark Knight Rises, u.a.) als „Johnny“
zentrale Rollen im zweiten Teil. Kauzige Kurzauftritte gibt es zudem von Juno
Temple und Ray Liotta in flagranti sowie von Christopher Lloyd, Lady Gaga und
Christopher Meloni. Fans des ersten Teils wird es aber beruhigen die vertrauten
Gesichter (und Körper) von Jessica Alba, Rosario Dawson, Micky Rourke, Bruce
Willis und Powers Boothe zu sehen. Insgesamt ist die Mischung an Köpfen und Charakteren
auch dieses Mal wieder super gelungen.
Ja, was denn nun?
In den USA ist der zweite Teil an den Kinokassen brutal gefloppt. Ich habe mich davon nicht beeindrucken lassen, weil die Jungs und Mädels da drüben auch Teil 1 zuerst keine Chance geben wollten. Doch tatsächlich gehen die Meinungen über A Dame To Kill For auch hierzulande weit auseinander. Auf moviepilot geben die Kritiker dem Film nur eine unterdurchschnittliche 4.8, die Community dagegen eine 6.8. 74% Prozent gibt's von zelluloid.de-Usern, 75% von cinema.de. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.
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| © Splendid Film GmbH |
Anstatt sich völlig neu zu erfinden ist Regisseur Robert
Rodriguez (Machete, Desperado, u.a.) seinem Erfolgskonzept treu geblieben. Wieder liefert er drei interessante
Geschichten begleitet von Monologen, gefilmt im Film-Noir-Stil der Comics von Frank Miller. Wieder ist jede
von ihnen gefüllt mit Hoffungslosigkeit, Wut, Gewalt, Gier, Arroganz, Erotik
und Sarkasmus. Und wieder sind die selbstzerstörerischen Seelen das, wovon die
Handlung lebt. Über die Effekte darf auch in 3D gestaunt, über den einen oder
anderen Gag geschmunzelt werden. Josh Brolin nimmt man Dwight anfangs nur
schwer ab, je mehr sich der Film dem Ende nähert, desto einfacher wird es aber.
Eva Green lebt ihre ganze Goth-Erotik aus, ohne dabei ihrer Figur die völlige
Dämonin im Leib glaubhaft zu verleihen. Das schaffen nur die roten Lippen und
die giftgrünen Augen.
Oh, Johnny! Marv und Nancy in Bestform
Sympathieträger sind Micky Rourke als Marv - dem mit Just Another Saturday Night eine eigene Story geschenkt wurde - und Jessica Alba
als Stripperin Nancy. Während sich Marv gewohnt belustigt am Ableben anderer
durch die Story tötet, macht gerade Nancys Wandlung zur Kampfamazone die Sache
spannend. Ihre Figur verkraftet den Tod von Hartigen (Bruce Willis) nicht und
droht körperlich wie seelisch daran zu zerbrechen. Ihr Fluchtplan: Rache. Leider
wird Alba hier zu wenig Leinwandzeit gegeben, mal abgsehen vom zig mal
halbnackt auf der Bühne tanzen. Trotzdem machen diese beiden Spaß. Überraschend
cool bringt sich die Figur „Johnny“ ins Spiel. Johnny ist ein überheblicher
Spieler, der zwar einen Plan zu haben scheint, vor lauter Ignoranz gegenüber
der Realität in BasSin City aber daran zerbricht. Kein Held, sondern die perfekt
überbrachte Selbstüberschätzung - und genau diesen Typen spielt Joseph
Gordon-Levitt hervorragend.
Fazit: Sin City: A Dame To Kill For bietet drei im Vergleich zu
Teil 1 schwächer erzählte Geschichten. Die Effekte sind dagegen wieder einmal
grandios, allerdings keine Überraschung mehr. Ausgerechnet die Hauptfiguren Ava
und Dwight sind halbherzig inszeniert worden, was altbewährte Mitstreiter und
kleinere Nebenschauplätze locker auffangen. Wären A Dame To Kill For und The
Big Fat Kill nicht zwei, sondern ein Sin-City-Film – ich wäre noch immer begeistert und
euphorisch. Ich bin und bleibe ein Fan von BaSin City und würde mir auch Teil 2
wieder anschauen. Übrigens auch einen Dritten!







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