Es ist einer der schöneren Düsseldorfer Sonntage. Beim Gang
von der Heinrich-Heine-Allee durch die Bolker Straße blinzeln Sonnenstrahlen
durch die Gassen, viele Menschen sind auf den Beinen, quatschen, lachen. Man
könnte fast behaupten, dass bis aufs strahlende Rheinlandwetter alles normal
ist. Doch zwischen den Touristen und Stammgästen sitzen vereinzelt Personen mit
hässlichen, blutverschmierten Fratzen und zerfetzten Klamotten. Ein paar
Menschen schauen sich verdutzt um, andere schmunzeln. In der Masse fallen die
seltsamen Gestalten trotzdem kaum auf. Noch nicht.
Dann plötzlich schallen Sirenen durch die sonnige Idylle.
Ein Raunen geht durch die Menge. Die Zombies legen ihre Menschlichkeit ab,
lassen alles stehen und liegen, beenden die Gespräche und bewegen sich von den
Rheintreppen in genau die Richtung, aus der das Geheule der Sirenen kommt.
Schreie sind zu hören, ein grunzendes Grölen überdeckt den Alltagstrouble. Ich
mische mich unter die gefühlt hundert Fotografen und Touristen, die ein paar
Bilder des Spektakels einfangen wollen. Ein "Leitzombie" brüllt durchs Megafon
wie ein betrunkener Hooligan und weist seinen Mitstreitern den Weg.
Dawn of the Dead am Rhein
Und so schlürfen über 1000 untote Horrorgestalten los über die
sonnige Rheinpromenade. Ständig sind irgendwo schreiende Mädchen, weinende
Kleinkinder und brüllende Untote zu hören. Ein großer Spaß. Irgendwie. Die
Aufmerksamkeit ist der lauten Masse jedenfalls sicher. Ich laufe die
Rheintreppen hinauf und versuche die auf der Rheinpromenade wandernden Zombies
auf dem oberen Parallelweg zu überholen, um sie später abzufangen. Immer wieder
halte ich am Gemäuer, schaue runter und fotografiere. Einige Zombies reagieren
auf Schaulustige wie mich und laufen gegen die Wand, greifen mit ihren
Armen nach oben bis das Megafon des Leitzombies sie wieder zu sich lockt. Ein
typisches Rudelverhalten. Machen Zombies so etwas überhaupt?
Ein Rentnerpärchen starrt von der Mauer auf die seltsamen Gestalten herab und versteht die Welt nicht mehr. „Gegen was demonstrieren die denn? Das erschließt sich mir nicht“, sagt eine alte Dame. „Die demonstrieren nicht, das sind einfach nur Zombies“, antwortet ein Fotograf. Und er hat Recht. Viele Zombies, verschiedene Zombies. Zombies im Rollstuhl, schwangere Zombies, Zombies mit Zombie-Retriever, in Masken, Strapsen, Kleidern oder Seuchenschutzanzügen. Ein buntes Treiben. Eine riesige Wand voll blutverschmierter Gesichter. Und eben diese Wand rollt nun auf einen Open Air-Salsa-Kurs zu.
Zombies sind nicht sehr Salsa-affin
Ein Rentnerpärchen starrt von der Mauer auf die seltsamen Gestalten herab und versteht die Welt nicht mehr. „Gegen was demonstrieren die denn? Das erschließt sich mir nicht“, sagt eine alte Dame. „Die demonstrieren nicht, das sind einfach nur Zombies“, antwortet ein Fotograf. Und er hat Recht. Viele Zombies, verschiedene Zombies. Zombies im Rollstuhl, schwangere Zombies, Zombies mit Zombie-Retriever, in Masken, Strapsen, Kleidern oder Seuchenschutzanzügen. Ein buntes Treiben. Eine riesige Wand voll blutverschmierter Gesichter. Und eben diese Wand rollt nun auf einen Open Air-Salsa-Kurs zu.
Zombies sind nicht sehr Salsa-affin
Ich bin froh die Truppe von oben zu filmen, so bietet sich
mir ein fantastisches Schauspiel. Der DJ des Salsakurses warnt noch seine
Tänzer: „So, liebe Leute, nur damit sich keiner erschrickt. Rechts sehen wir
jetzt eine Horde Zombies auf uns zu kommen. Lasst uns doch ein bisschen Platz
machen.“ Ein paar Tänzerinnen verstecken sich direkt. Andere staunen einfach
nur. Über das Megafon schallt es tierische Geräusche und irgendetwas mit „Macht
Platz ihr Hippies“. Einige tanzen einfach weiter und lassen sich nicht beirren.
Doch nur Sekunden später ist die Tanzfläche bedeckt von grölenden Zombies. Dort
wo gerade noch Hüften geschwungen wurden schleifen nun Knöchel. Ein super Bild.
Wenig später schafft es die gesamte Gruppe die Treppen
hinauf und wandert nun auf den Alten Hafen und die Rheinstraße zu. Ein paar
Jogger und Fahrradfahrer meckern gerade noch über die Leute, die die Wege
versperren. Dann entdecken sie, was da auf sie zu kommt und bremsen hastig. Ich
beschließe mich dieses Mal in etwa auf der Höhe der Alten Bastion näher an die
Gestalten heranzuwagen. Einige reagieren sofort und springen auf mich zu,
andere schlendern wie tot vorbei. Ich bekomme noch ein weiteres Mal richtig gute
Bilder und folge den Zombies anschließend noch bis zur Uerige Brauerei. Dann
trennen sich unsere Wege.
Der Zombiewalk war meiner Meinung nach ein voller Erfolg,
weil viele der maskierten Wanderer so engagiert bei der Sache waren. Allein die
staunenden Bilder der ahnungslosen Passanten und Salsatänzer waren es wert,
sich dieses Spektakel mal aus der Nähe angesehen zu haben. Und es hätten
vielleicht noch viel mehr Zombies werden können. Leider fand gleichzeitig noch
ein Zombie-Run an der Galopprennbahn in Neuss statt – der ein oder andere
Zombie hätte wahrscheinlich gerne an beiden Events teilgenommen.
Weitere Bilder vom Zombiewalk in Düsseldorf gibt’s HIER.







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