Wenn im Superhelden-Business jemand den Marvel-Studios
Konkurrenz machen kann, dann Marvel selbst. Fern der X-Men und abseits des
Avengers-Universums starten nun die Guardians of the Galaxy eine neue Ära.
Dieses Mal mit deutlichem Fokus auf Science Fiction und Humor und das klappt
überraschend gut. Der größtenteils unbekannte Regisseur James Gunn (Slither –
Voll auf den Schleim gegangen, u.a.), der unter anderem das Drehbuch zum Remake
von Dawn of the Dead schrieb, hat es geschafft die hierzulande unbekannteren
Helden nach vorne zu pushen. Ich bin ein Fan der Nolan-düsteren
Herangehensweise, aber gemessen daran ist dieses Werk hier erfrischend unbeschwert, anders
und abenteuerlich.
Ich kann Chris Pratt einfach nicht nicht mögen. Er wird
demnächst in Jurassic World mitspielen, lieh Emmet in Lego: The Movie seine
Stimme, kann „Forgot About Dre“ fehlerfrei nachrappen und ist mit
Scary-Movie-Queen Anna Faris verheiratet. Auch in seinen Nebenrollen in
Moneyball und Zero Dark Thirty fiel er wenigstens nicht negativ auf. Als Peter
Quill überzeugt er nun auf ganzer Linie, weil er zeitgemäßen Humor charmant mit
90er Jahre Overacting kombiniert. Und Zoe Saldana? Irgendwas macht sie richtig.
Ich habe das Gefühl, dass sie trotz ihrer recht unflexiblen Schauspielkunst durchkommt.
Drei weitere Sequels zum Mega-Blockbuster Avatar, hundertpro weitere Auftritte
als Uhura in Star Trek plus mindestens ein bis zwei weitere Folgen von
Guardians of the Galaxy – das nenne ich Vorsorge. Trotzdem ist ihre Gamora –
auch wenn das jetzt böse klingt – nicht mehr als eine hübsch anzusehende
Randerscheinung.
Eindeutig mehr Lacher haben Drax (Dave Bautista, Riddick,
u.a.), Groot und Rocket auf ihrer Seite. Das ist kein Wunder, denn ein
philosophisch-dümmlicher Muskelprotz, eine Pflanze mit beschränktem Wortschatz
und ein Waschbär mit Maschinengewehr ziehen nun mal die Aufmerksamkeit auf
sich. Leider wurden die Originalstimmen von Vin Diesel und Bradley Cooper nicht
in der deutschen Fassung übernommen. Trotzdem machen alle drei auf ihre Art
Spaß, jeder hat seine Momente. Übrigens sowohl lustige, als auch ernste. Wenn
die Hauptfiguren – und das sind ja nicht wenige – schon so viel Leinwandzeit
erhalten, hätte der Film dann wirklich die vielen überbesetzten Nebenrollen
gebraucht? Benicio del Toros Auftritt ist schwer unnötig, wenn auch ein Comeback. Wer Thor 2 gesehen hat weiß wovon ich rede. Dazu gesellen sich
dann auch noch Glenn Close, John C. Reilly, Djimon Hounsou oder Michael Rooker.
Ganz zu schweigen von Josh Brolins Sprechrolle von Thanos. Bösewicht Ronan the
Accuser war mir ein bisschen zu gewöhnlich.
Hier "spielt" die Musik
Die 3D-Effekte waren in Ordnung, erfinden das Rad aber nicht
neu. Insgesamt sind die Specialeffekte super inszeniert, was auch den sehr
detaillierten Planeten-, und Raumschiff-Locations zu verdanken ist. Ich würde
nicht so weit gehen und behaupten, dass die Settings qualitativ an Star Wars
heranrücken. Es wären aber die ersten, bei denen ich kurz darüber nachdenken
müsste. Neben der tollen Optik bietet der Film auch einen rasanten Sound, der
zu keiner Sekunde überstrapaziert oder zu gewollt episch rüber kommt.
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©
"Walt Disney Studios Motion Pictures
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Was die Guardians of the Galaxy komplett abhebt von anderen
Comic-Verfilmungen ist der Soundtrack, genauer gesagt das „Awesome Mix TapeVol. 1“. Die einzige Erinnerung, die Quill an seine Mutter hat ist ihre
Hörspielkassette mit Hits aus den 70er und 80ern. Ob über seinen Workman oder
in etlichen Raumschiffrekordern – die Musik beschallt den Zuschauer fast den
ganzen Film lang und bietet Storytelling vom feinsten. Eine echte Liebeserklärung
an die alten Filme und die früher viel wichtigere Filmmusik. Nun auch wieder auf
meinem mp3-Player zu finden, ich habe Geschmack daran gefunden.
Fazit: Schon der fantastisch schrille, nichtssagende Trailer gehört zu den Besten, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Ich bin weder ein Superhelden-Fan, noch ein Science-Fiction Anhänger der alten Schule und trotzden muss ich sagen, dass die Guardians of the Galaxy sympathisch, unterhaltend und absolut sehenswert sind. Nicht nur für Fans des Genres! Mit wahnsinnig witzigen Charakteren und einem richtig coolen Soundtrack - mehr davon, Marvel!






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