Genug gesagt? Rund vier Millionen Zuschauer sahen die amerikanische
TV-Premiere des Sharknado-Sequels Sharknado: The Second One. Absoluter
Quotenrekord für den Sender SyFy. Hinzu gesellen sich rund eine Milliarde (ja,
eine Milliarde) Twitter-Impressions. Das Trash-Produktionsteam The Asylum hat
offenbar den Nerv vieler Filmfreunde getroffen und schon vor Start des zweiten
Teils die Dreharbeiten zu Nummer drei bestätigt.
Als passionierter Filmkritiker muss ich mich entschuldigen,
denn auch ich hatte wieder meinen Spaß. Auch wenn ich schon den ersten Teil
zerriss, ich muss beide empfehlen. Aber warum? Was macht den Erfolg aus? Für
mich ganz klar die Selbstironie, die dem ganzen Stumpfsinn Charme verleiht.
Zum Glück sind wieder Ian Ziering (Beverly Hills, 20210,
u.a.) als Fin Shepard und Tara Reid (Eiskalte Engel, Scrubs, u.a.) als April
Wexler (oder „die Zwei gegen den Hai“) unterwegs. Beide spielen so herrlich
dämlich, das hätte niemand sonst so hinbekommen. Hoffe ich jedenfalls. Dieses
Mal sorgt die globale Erwärmung für einen monströsen Twister, der auf New York
zusteuert. Dieser drückt die Wassermassen in die U-Bahn-Schächte, saugt Haie
auf und lässt sie über der Metropole niederprasseln. Natürlich haben die Tiere
in diesem Moment nichts anderes zu tun, als beim Sturz sofort zuzubeißen.
Man merkt dem Film sein höheres Budget an, so konnten
bekannte Gesichter wie Vivica A. Fox (Independence Day, Kill Bill, u.a.) oder
Judd Hirsch (Independence Day, A Beautiful Mind, u.a.) für den Streifen gewonnen
werden. Ein Höhepunkt für mich sind aber die eingestreuten Wetternachrichten
der echten Moderatoren und Meteorologen Al Roker, Matt Lauer und Stephanie
Abrams. Hai-Niederschlagsraten in Hai pro Minute, Hai-Geschwindigkeiten von 5
Inches und digitale Wetterkarten mit Sharknado-Icons - alles ist dabei und wird
wissenschaftlich erklärt. Großartig!
Dieser "Kenn ich doch"-Moment...
Dieses Mal muss Fin auch die Familie
seiner Schwester retten. Ihr Name: Ellen Brody. Der Name ihres Mannes: Martin
Brody. Das sind wahrscheinlich nur rein zufällig exakt die Namen der Hauptcharaktere
aus Der Weisse Hai. Dass Sohnemann Vaughn so heißt wie der Bürgermeister und Freundin
Chrissie den Namen des ersten Opfers aus dem Klassiker trägt…ach lassen wir
doch diese Verschwörungstheorien. Schauen wir uns lieber die völlig
offensichtlichen Fakten an.
Wie zum Beispiel das Product Placement von Subway, das in
seiner penetranten Art und Weise seinesgleichen sucht. Sogar The Subway Guy
Jared Fogle hat einen Cameo-Auftritt. Autsch. Da kommt der Konami-Klassiker
Frogger als lebensrettende Idee schon deutlich sympathischer rüber. Apropos
Cameo: Wil Wheaton (The Big Bang Theory, u.a.), Kelly Osbourne und Ex-MTV-Vjane Kari Wuhrer tauchen auch irgendwann,
irgendwo auf.
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© Syfy
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Wer hier Logik sucht, dem ist nicht zu helfen. Sharknado: The Second One
vergewaltigt das Hirn und das mit purer Absicht. Wie bei einem Unfall. Grausam,
aber man kann auch nicht weggucken. Alle Fehler aus Teil 1 werden nicht nur
wiederholt, sondern auf die Spitze getrieben. Mit Blick auf das Empire State
Building sogar wortwörtlich. Von einer heroischen Rede á la Independence Day
über eine umfunktionierte Prothese als Waffe wie in Planet Terror bis hin zu
schlechten Wortspielen wie „Hailiger Scheiß“ – Trash-Freunden wird alles
geboten. Und ja, auch die Kettensäge feiert ein grandioses Comeback.
Die Gewinner sind hier eindeutig der Lachmuskel und das
Verständnis von Selbstironie. Deshalb schließe ich auch mit einem Dialog zwischen
Ian Ziering und Judd Hirsch ab:
„Hier ist meine Karte, ich fahre nicht nur Taxi, ich bin auch
Schauspieler. Vielleicht spiele ich ja mal irgendwann Dich.“
„Wenn jemand mich in einem Film spielt, dann bin das ich.“
„Ja, dann wird der Film eben schlecht.“






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