Vor einiger Zeit habe ich mit großer Vorfreude auf Afflicted
hingewiesen. Damals hatte ich noch ein wenig Hoffnung, dass der Film es auch in
die deutschen Kinos schafft, schließlich konnte er auf Festivals kleinere
Erfolge verbuchen. Als ich vor ein paar Wochen in der Videothek stand, fiel er
mir dann plötzlich unter „Neuheiten“ direkt vor die Linse. Keine Sekunde
gezögert habe ich mir den neuesten Found Footage Schocker ausgeliehen und wurde
nicht enttäuscht.
HIER erfahrt Ihr alle generellen Infos zum Film. Starten wir
deshalb gleich mit der Bewertung. Schon zu Beginn kann ich festhalten, dass es
kein Fehler der beiden Regisseure Derek Lee und Cliff Prowse war, sich selbst
auch als Hauptdarsteller zu inszenieren. Während Derek etwas verhaltener
spielt, sammelt vor allem Cliff zu Beginn Sympathiepunkte als fürsorglicher
Freund mit lockeren Sprüchen. Dereks ruhigere Gangart liegt am Hirnaneurysma,
dass bei ihm diagnostiziert wurde und weshalb er die Weltreise mit seinem
Freund überhaupt antritt. Hier gefallen mir die von vornherein kritischen
Umstände, die auf Probleme hindeuten. Dazu aber später mehr.
Todkrank nach Paris - untot wieder raus
Afflicted bedient mit dem Handkamerastil nicht nur ein
gängiges Genre, Dereks und Cliffs Blog „Ends of Earth“ trifft ebenfalls den
Nerv der Netz-Zeit. So wird ein passender Grundstein dafür gelegt, warum die
beiden Travelblogger so ziemlich alles auf ihrer Reise aufnehmen. Dass Dereks
One Night Stand mit der Französin Audrey (Baya Rehaz, Blau ist eine warme
Farbe, u.a.) in Paris schief läuft und er sich seit einem Schlag auf den
Hinterkopf seltsam verhält bemerken die Follower der beiden Blogger erst etwas
später so richtig. Der Leidtragende, der wirklich alles mitbekommt, ist Cliff.
Eingebunden wird die Netzgemeinde erst, als Derek anfängt übernatürliche
Stärken zu entwickeln.
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| © Sony Pictures Home Entertainment |
Mir gefällt vor allem die Charakterentwicklung von Cliff,
der recht schnell begreift, dass es seinem Freund nicht gut geht und mit dem
Gedanken spielt alles abzubrechen. Abgesehen davon, dass Derek diesen Vorschlag
sowieso ununterbrochen ablehnt, erwischt der Zuschauer Cliff dabei, wie er hin
und wieder so fasziniert von Dereks plötzlichen Stärken ist, dass er die Sorgen
vergisst und begeistert mitfilmt anstatt Angst zu bekommen. Das ändert sich schlagartig,
als Derek nichts mehr isst, fast verbrennt und Durst auf frisches Menschenblut
entwickelt.
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| © Sony Pictures Home Entertainment |
Afflicted wurde das erste Mal am 9. September 2013 auf dem
Toronto International Film Festival gezeigt, wo er gleich ausgezeichnet wurde
als Bester kanadischer Debütfilm. Und das meiner Meinung nach völlig zurecht.
Die Darsteller und die Effekte sind für einen unbekannten Found Footage Film
beachtlich gut. Auch die Locations sind schlüssig und passend zum Gesamtkontext.
Einziger Kritikpunkt ist dann am Ende – das Ende. Dort wollten die beiden
Regisseure dann doch zu viel und rutschen leicht in horrortypische Cliffhanger
ab, die nicht nötig gewesen wären.
Fazit: Afflicted ist mit Sicherheit einer der
ambitioniertesten und besten Handkamerafilme der vergangenen Jahre. Wer sich
auf das Kameragewackel einlassen kann, der wird hier den ganzen Film über
bestens unterhalten. Es bleibt durchgehend spannend. Hin und wieder ein paar
nette Lacher und Blut fließt auch noch ;) Kleiner Höhepunkt sind die
Go-Pro-Aufnahmen.







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