Der Werwolf ist ein so schön schauriges Element der
Geschichte von Horrorlegenden. Leider hat es meiner Meinung nach bislang noch
niemand geschafft diese Kreatur in die heutige Zeit zu transportieren und ihr
neues Leben einzuhauchen. Ähnlich wie bei der Kreatur von Dr. Frankenstein in
The Frankenstein Theory wurde nun versucht die Legende vor Handkameras laufen zu
lassen. Das Ergebnis heißt WER – Das Biest in Dir und scheitert trotz
wissenschaftlichen Ansätzen an seinem schwachen Drehbuch.
Im französischen Lyon wird eine Familie beim
Sternenbeobachten von „etwas“ angegriffen. Dabei werden Hund, Vater und auch
der kleine Sohn regelrecht zerfleischt. Kurz nachdem die Mutter ihren schweren
Verletzungen im Krankenhaus erliegt wird ein geistig verwirrter Mann namens Talan festgenommen. Der unter einer Hypertrichosis ähnlichen Krankheit leidende
Rumäne passt zu den Beschreibungen der Toten und wird von den Behörden verhaftet. Die Beweise
gegen ihn sind alles andere als sicher und so macht sich ein Verteidiger-Team
um Anwältin Kate Moore auf, dessen Fall zu untersuchen.
Viele Chancen bleiben ungenutzt
Vor allem die wissenschaftlichen, geschichtlichen und
rechtlichen Aspekte finde ich interessant und ich bin überzeugt davon, dass aus
diesem Film ein echter Geheimtipp hätte werden können. In Der Exorzismus von
Emily Rose wurden zum Beispiel Glauben und Gesetz gegeneinander aufgestellt. In
diesem Fall finden sich Anlehnungen an Frankreichs Bestie des Gévaudan wieder, die bereits durch Pakt der Wölfe zu Ruhm gelang. Auch die Wolfsmensch-Krankheit wird verarbeitet. Straßburg und Köln werden kurz erwähnt – auch dort gab es früher Werwolf-Geschichten. Alles ganz nett, wie ich finde, wenn auch ohne richtigen Zusammenhang. Ich hätte zum Beispiel auch mit einem tollwütigen Psychopathen gut leben können, bei einer passenden, undurchsichtigen Erzählweise jedenfalls.
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| © Ascot Elite Home Entertainment |
Leider kratzen die Macher bei WER an allen Ecken und Kanten nur an der
Oberfläche. Auch die teils eingestreuten Mockumentaries und Handkamera-Aufnahmen
wirken eher deplatziert. Warum wurde nicht komplett so gedreht? Optisch sieht
das alles nämlich ganz cool aus und vor allem die erste Hälfte des Films ist
spannend inszeniert. Brian Scott O’Connor macht als mysteriöser Wolfsmensch-Verdächtiger
einen durchaus interessanten Eindruck. Doch je näher der Weg Richtung Finale
führt desto unlogischer handeln die Figuren, desto dümmer werden die Dialoge
und desto halbherziger erscheinen die Effekte. Das Blut ist beispielsweise
dramatisch mies getrickst. Und das fällt auf, weil es dann doch ganz schön blutig zu geht in einigen Szenen.
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| © Ascot Elite Home Entertainment |
Serienfreunde werden A.J. Cook (Criminal Minds), Sebastian
Roche (Supernatural) und Vik Sahay (Chuck) erkennen, doch leider weiß keiner
von ihnen richtig zu gefallen. Das Drehbuch stürzt trotz großer Ziele
regelrecht in stereotypische Charaktere, Geschehnisse und Szenen ab. Da nützt
es auch nichts, dass auf dem Cover zum gefühlt 100. Mal „Von den Produzenten
von Paranormal Activity und Insidious“ steht. Wenn das in 10 Jahren noch immer
erwähnt wird, sollten sich die Herren vielleicht hinterfragen. Und der Nebentitel "Das Biest in Dir" ist ebenfalls so richtig kreativ. Ist ja nicht so, als würde es nicht schon Ginger Snaps - Das Biest in Dir geben.
Fazit: Underworld, Wolfman, Twilight, Van Helsing, Vampire
Diaries, True Blood – das sind die Filme und Serien, die mir zuerst einfallen,
wenn ich an „aktuelle“ Werwolf-Filme denke. Das ist deprimierend. Gemessen an
diesem Sc-Fi-Teenie-Murks ist WER – Das Biest in Dir gar nicht so übel. Nicht
daran gemessen ist er allerdings belanglos. Ich werde wohl den Kritikern folgen
und mir endlich When Animals Dream aus Dänemark anschauen. Vielleicht gibt es
noch Hoffnung für das Vieh. Dieser Film hier geht jedenfalls vor die Hunde.







oh der hört sich klasse an, den werde ich mir auf jedenfall besorgen.
AntwortenLöschenSuper Blog hast du :)
LG Tashi
Oh, dankeschön :) Freue mich immer über positives Feedback - bist hier jederzeit herzlich willkommen!
LöschenHaben ihn jetzt auch geschaut und fanden ihn auch eher durchwachsen, vor allem die pseudo-Found-Footage Optik war eher störend als hilfreich.
AntwortenLöschenWHEN ANIMALS DREAM ist da der deutlich bessere Vertreter und hat uns weit mehr überzeugt, obwohl er gänzlich andere Wege geht! :)
(WOLFCOP ist uns jetzt auch noch einen Blick wert, aber der funktioniert ja eh anders!)
When Animals Dream muss ich immer noch nachholen, sollte ich langsam mal wagen :)
LöschenKommt grad auf DVD raus. :D
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