Hi Freunde,
in den kommenden Tagen möchte ich Euch drei Filme näher
bringen, die allesamt ähnliche Geschichten, Typen und Strukturen vorweisen. The Equalizer aus 2014, Taken 3 und John Wick. Ihr seht, es geht um heldenhafte Rächer, die mit der
Moralfrage spielen. Gemeinsam haben sie, dass sie eine gewisse Fanbase besitzen
und teils sehr unterschiedliche Kritiken einsammeln. Fangen wir mal an mit The
Equalizer.
Worum geht es überhaupt? Robert McCall ist ein ehemaliger
Agent mit Tötungstalent im Ruhestand. Zwar hat sich der introvertierte Mann in Boston zurückgezogen, doch der gläubige
Christ ist ein Verfechter absoluter Gerechtigkeit und tritt hin und wieder noch
für diejenigen ein, die sich selbst nicht helfen können. Im Falle der
jungen Prostituierten Teri fällt Robert komplett in alte Muster zurück. Als
seine junge Gesprächspartnerin aus dem seinem Stammlokal schließlich Ärger mit der russischen Mafia
bekommt und verletzt wird startet er einen Rachefeldzug gegen jeden, der mit
der Tat in Verbindung steht.
Mit Training Day
feierten Denzel Washington (Flight, Inside Man, u.a.) und Regisseur Antoine
Fuqua (King Arthur, Olympus Has Fallen, u.a.) einen der größten Erfolge ihrer
jeweiligen Karrieren. Für die Adaptierung der Erfolgsserie aus den 80ern
starteten sie nun eine weitere Zusammenarbeit, die mit großem Tamtam
angekündigt wurde. Das Resultat ist eher enttäuschend. Denzel Washington
liefert nichts weiter ab, als eine weitere „Too-Cool-For-School“-Figur. Zwar
versteckt das Drehbuch diese Unkreativität hinter erzwungenen
Moralfragen, spirituellem Bockmist-Gefasel und Möchtegern-Tiefe, doch mehr ist da einfach nicht. Dazu dann noch Leon Bodens typische Denzel-Synchro und man hat blitzschnell das Gefühl alles schon zig mal gesehen zu haben.
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| "Aber Vooorsicht, it's cool, man!" © Sony Pictures |
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Und da haben wir auch gleich das Problem. Mangelnde Ideen,
fehlende Tiefe und starre Dialoge können heutzutage trotzdem abgefeiert und
verblendet werden. Optisch ist der Film nämlich ganz nett geworden. Für mich
persönlich etwas zu stilisiert, ich stehe da eher auf’s Grobe, Dreck, Grau und
raue Authentizität. Nicht diese Kontraststärke, ständige Zeitlupen und alles in
schön bunt und knallig. Dazu dann ein Score, der die durchchoreografierte
Action im Gangsterstyle begleitet. Und selbst wenn man sich darauf einlässt, dann machen Filme wie
John Wick das noch eine Spur besser.
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| "Du spielst so 'nen Russen, der aussieht wie ein tätowierter Latino. Also den Bösen." © Sony Pictures |
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Bei Filmen über Selbstjustiz hätte ich mich gefreut, wenn der Gesetzeskonflikt (oder wenigstens das Gewissen) noch irgendwie angesprochen würden. Dem ist hier aber nicht so, dem Zuschauer wird gar nicht die Möglichkeit gegeben die Taten von Baumarktkiller Robert in Frage zu stellen. Ein Moviepilot-User beschrieb die ganze Sache passend mit folgenden Worten:
„Denzel Washington ist Batman, Robin Hood und Mutter Theresa
in einer Person. Dazu steht er gerne mysteriös in dunklen Ecken oder meuchelt
sich ultrastylisch in Zeitlupe, im Regen durch russische Mafiaschergen.“
Die angebliche Gewaltorgie stelle ich hier allerdings auch nicht
fest. Nicht falsch verstehen, ein Film ist nicht besser, nur weil’s mehr Blut
und Action gibt. Aber so gar nichts bei The
Equalizer schockt, überrascht und oder hebt sich sonst wo ab aus der
Genre-Masse. Generell wollte bei mir über die gesamte Filmlänge nicht großartig
Spannung aufkommen. Darüber hinaus hätte ich mich gefreut, wenn Chloe Grace
Moretz (Let Me In, Kick-Ass, u.a.) etwas mehr Screentime erhalten hätte. Oder, wenn sie diese belanglose Rolle erst gar nicht angenommen hätte.
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Fazit:
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Fazit:
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Kein Thriller, kein Gangsterkult, kein Drama - irgendwas dazwischen. Für einen netten DVD-Abend reicht das aber alles aus, keine
Frage. Es ist ein solider Actionfilm, der von der Machart her ganz interessant
aussieht. Aber etwas Besonderes kann ich absolut nicht erkennen. Er ist ein
Sandkorn im Meer und nicht wirklich spannend. Und das ist schade, wenn man in Filmen wie Flight oder
Training Day sieht, wozu Denzel Washington eigentlich im Stande wäre.







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