Wer sich im Bereich „Found Footage“ ein wenig auskennt, der
weiß, dass neben großen Kassenschlagern wie BlairWitch Project oder ParanormalActivity auch ein kleiner Kultfilm namens V/H/S in der Liga der Genre-Lieblinge mitspielt. Und obwohl
Handkamerafilme und Sequels oft umstritten sind, schaffte es der zweite Teil
sogar zu noch besseren Kritiken. Nun sollte die Reihe mit V/H/S: Viral beendet ruhmreich werden. Ein Ende, dass ich so nicht erwartet habe.
Worum geht es überhaupt? (An dieser Stelle schreibe ich
immer eine kleine Inhaltsangabe, in diesem Fall ist das aber kaum möglich…) Puh,
ja, worum geht es?... Ich verrate nicht zu viel, wenn ich berichte, dass der
Film wieder eine Basis-Geschichte zeigt, die von kleineren, unabhängigen
Horror-Episoden unterbrochen und begleitet wird. Wir sehen einen Teenager, der
ein Star im Internet werden will und dies auch wird, allerdings auf eine
ungewollte Art und Weise. Und dann sind da die kurzen Episoden von Magiern,
Parallelwelten und mexikanischem Satanskult…
Mockumentary Wannabe
Du magst Kameragewackel nicht? Du hasst offene Enden? Du
kannst Laiendarsteller nicht ab und verlangst zu sehen, was passiert? Dann bist Du eventuell nicht gemacht für das Genre. V/H/S: Viral schafft es allerdings
sogar diejenigen abzuschrecken, die damit keine Probleme haben. Leute wie mich,
die diese Stilmittel sogar stark finden. Der Film verkauft sich ganz dreist als Found-Footage-Streifen,
macht aber gerade in Sachen Methodik alles falsch, was man falsch machen kann.
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| Durchschnittlicher "Hipster-50-Shades-of-Gay-Blutiger-Sack-DVD-Abend" © Drop-Out Cinema |
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In der Magier-Episode, gespickt mit herrlich mies
synchronisierten Interviews, verkauft Regisseur Gregg Bishop (Dance of the Dead, u.a.) sein Publikum
für dumm und streut immer wieder normale Kameraaufnahmen ein. Das
Handkamera-Flair verfällt schon nach wenigen Sekunden. In der Internet-Grundstory
sehen wir das Gegenteil, negativ auf die Spitze getrieben. Das Flackern und
Wackeln wirkt dermaßen penetrant und völlig fehl am Platz, dass ich schon nach
10 Minuten abbrechen wollte. Viel zu offensichtlich, dass die vermeintlichen
Bild- und Tonprobleme anschließend digital nachgebessert wurden. Danke,
Praktikant!
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Völlig / Hirnrissige / Sch***e
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Die Schnittfolge und die Erzählstrukturen sind
drehbuchtechnisch eine große Katastrophe. Nur mal ein Beispiel: Ursprünglich
hätte Regisseur Todd Lincoln (The Apparition,
u.a.) noch eine vierte Episode auf Lager gehabt, die wurde aber kurz vor
US-Start einfach mal gekickt. Hat es der Story geschadet? Fehlt jetzt
irgendwas? Nö. Da waren schon vorher keine Zusammenhänge bemerkbar.
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| Haben kein Bock mehr: Monrose. Egal, die Episode gibt's im Film eh nicht. © Drop-Out Cinema |
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Die anderen beiden Episoden der Regisseure Nacho Vigalondo (Extraterrestrial,
u.a.), Justin Benson und Aaron Moorhead (Resolution,
Spring, u.a.) passen etwas besser ins
Gesamtkonzept. Sie sind bizarr und wirr, erinnern an die Sekte aus V/H/S-S oder
die Dämonin aus Teil 1 und versuchen wenigstens am Genre-Stil festzuhalten.
Aber auch hier killen Zeitlupen-Einlagen irgendwann die Authentizität. Das
nostalgische VHS-Gefühl der ersten beiden Teile ist ohnehin getötet worden. Es
lebe Youtube, es lebe Go-Pro, juhu…
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Fazit:
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Wer V/H/S mochte und V/H/S-S vielleicht sogar noch etwas
besser fand, der wird diesen Film hier hassen. Er ist nichts weiter als völlig
chaotische Geldmacherei, inszeniert von Amateuren, die gegen jeden
Filmstudenten alt aussehen. Grusel will zu keiner Sekunde aufkommen, bestenfalls
unfreiwillige Komik. Unterhalten kann das schon, insgesamt sind die neuen
Episoden und vor allem die Basic-Story mit ihrer Möchtegern-Auflösung aber nur
blutleer und peinlich.







Hmm, na immerhin hat es mich auf V/H/S aufmerksam gemacht. Der klingt ja nicht schlecht.
AntwortenLöschenJa, der ist wirklich ganz cool. Kein Meisterwerk, aber trashig verpackt und nicht einfach nur stumpfsinnig. Teil 2 sogar noch etwas mehr.
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