Es gab Zeiten, da dachte ich Keanu Reeves (Speed, Matrix, u.a.) wird seinen Ruf
als "Neo" niemals wieder los. Dank einer kleinen Actioner-Perle namens John
Wick könnte sich das nun ändern. Als Titelfigur ballert sich Ne…, sorry, Keanu
durch eine Horde debiler Mafiosi und avanciert dabei zum Schrecken, der die Nacht durchflattert für so ziemlich jeden Kriminellen, der ihm im Weg steht.
Nur ein Tipp vorab…wenn man sein Matrix-Image ablegen will, dann doch bitte nicht
mit einem Mann-gegen-Mann-Showdown im Regen. Ich darf sehr bitten, Mr. Anderson…
Worum geht es überhaupt? Um eine tickende
Zeitbombe. Um Profi-Ex-Killer John Wick, der den Tod seiner Frau
verarbeiten muss. Um auszusteigen schwört er sich den todbringenden Mann in
sich zu unterdrücken und ein friedliches Leben zu beginnen. Als Starthilfe
dient ihm das letzte Geschenk seiner Frau, ein Welpe. Die Ruhe findet ein
schnelles Ende als der Welpe bei einem Überfall stirbt und sich der Täter mit
Wicks Mustang aus dem Staubt macht. Wick erfährt seinen Namen. Es ist der Sohn
des russischen Mafiabosses Viggo Tarasov. Dieser weiß, dass ein schlafender
Riese geweckt wurde und investiert in Schutzmaßnahmen.
Den kenne ich doch,...?!
Dass John Wick ambitionierter ist, als viele Genre-Kollegen bemerkt man gleich an mehreren Ecken. Bis in die kleinste Nebenrolle ist der Film besetzt mit bekannten Gesichtern. Willem Dafoe (Grand Budapest Hotel, The Hunter, u.a.), Bridget Moynahan (I, Robot, Lord of War, u.a.), Michael Nyquist (Verblendung, Mission Impossible: Phantom Protokoll, u.a.), Jason Isaacs (Der Patriot, u.a.), Ian McShane (Fall 39, Hercules, u.a.), Lance Reddick (Lost, White House Down, u.a.), John Leguizamo (Kick-Ass 2, Romeo & Julia, u.a.),…die Liste ist lang und großartig.
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| In dieser Szene ballert Wick wirklich alle über den Haufen. © Studiocanal |
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Doch es sind nicht nur Namen, die den Unterschied machen.
Jede Kampfszene ist rasant und fast schon theater-like durchchoreografiert, was
zusammen mit Wicks robuster Konsequenz sehr unterhaltend ist. Jedenfalls, wenn
man auf diese Sorte Action steht. Rau und dreckig geht anders. Deshalb würde
ich ihn auch nicht mit Bryan Mills‘ Kompromisslosigkeit aus Taken vergleichen. John Wick ist stilsicher,
poliert, in kontraststarke Farbfilter getaucht und wird begleitet von einem
wirklich coolen Score inkl. Songs von Tyler Bates, Marilyn Manson und The Castle Vania.
Hinzu kommen ein paar echt nette Ideen, wie zum Beispiel die
Bar bzw. das Hotel für pendelnde Auftragskiller, die innerhalb dieser Wände
einem Friedenskodex unterliegen. Oder die Putzkolonne, die ohne zu fragen
antanzt, sobald Mr. Wick mal wieder seinem Geschäft nachgegangen ist. Dank
einer echt tollen Kameraarbeit bekommen wir von dem ganzen Spaß jedes Mal exakt
die richtigen Blicke auf das Geschehen.
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Status: Auto weg, Hund tot, Gangster in Lebensgefahr
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Ob Absicht oder nicht, John
Wick braucht diesen ganzen Stil-Schnick-Schnack dringend. Für einen
ernsthaften Rachefilm mit eventueller Moraldiskussion und halbwegs „guten“
Gegenspielern ist die Story schlichtweg zu doof. Von der ersten Minute an wird
uns Wick als das Grauen in Person gezeigt, da reichen ein totes Hündchen und
ein gestohlener Mustang aus, um das Abschlachten einer gesamten Mafia-Familie zu
billigen? Ist das Kerlchen jetzt hypersensibel oder einfach der rote Knopf, den
man nie drücken sollte?
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| In dieser Szene ballert Wick wirklich alle über den Haufen. © Studiocanal |
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Dadurch, dass aber die ganzen technischen Spielereien
eingebaut wurden, die Darsteller Overacting betreiben und hin und wieder
Schmunzler dabei sind versteckt der Film seine Schwächen gekonnt und steht als kultiger
Actioner in der Gunst vieler Filmkritiker. Ich akzeptiere das auch so, denn es
gibt genügend Streifen aus dem Genre, die ihr dumpfes Drehbuch nicht verstecken
konnten und bestenfalls als Durchschnitt und Massenware endeten.
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Fazit:
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John Wick ist ultrarasant, zu keiner Zeit langweilig und
gespickt mit kleinen Details und Feinheiten, die ihn von der Genre-Masse
abheben. Vor allem optisch und choreografisch überzeugt der Streifen auf ganzer
Linie. Kein Wunder, dass Keanu Reeves Lust auf den Film hatte. Dazu dann noch
klasse Sounds und ich bin zufrieden. Da stört es auch nicht, wenn die Handlung
auf einer Drehbuch-Idee basiert, die irgendwie viel zu einfach und stupide ist.
By the way, stand da wirklich gerade Eva Longoria unter den Namen der Produzenten?
In diesem Trailer ballert Wick wirklich alle über den Haufen.
© Studiocanal
Meine letzten drei Filmkritiken:
Zombiber
V/H/S: Viral
The Equalizer







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