„So in etwa muss sich ein LSD-Trip anfühlen“ – das waren
meine Gedanken nach den ersten zehn Minuten von Lego: The Movie. Ich war nicht
ansatzweise vorbereitet auf das, was noch kommen sollte. Der Spaß hatte erst
begonnen.
Kurz zur Story: Bauarbeiter Emmet hält sich an jede Regel,
fällt nicht auf und lebt ein maschinell unscheinbares Leben. Als er rein
zufällig den „Stein des Wiederstands“ findet, hält ihn Freiheitskämpferin
„Wyldstyle“ augenblicklich für den „Besonderen“, der sie und die Liga der
„Meisterbauer“ laut Prophezeiung im Kampf gegen das Regime von „Lord Business“ führen soll.
Was dann folgt gleicht einer Achterbahnfahrt durch den Traum eines Kindes, quer durch das unaufgeräumte Kinderzimmer voller bunter Welten. Die herrlich experimentelle Animationstechnik der Studio Animal Logic ist für mich schon jetzt ein Favorit auf die nächsten Oscars. Stark an Stop Motion angelehnt, wenn auch komplett am Computer entstanden. Statt der sonst so glatten Effekte, gleicht dieses Mal jeder Tropfen und jedes Wölkchen einem materiellen Pixel. Als würde Emmet in weißen Würfeln duschen. Das ist alles so kurios und ungewohnt, dass die blitzartigen Schnitte und rasanten Kamerafahrten tatsächlich problematisch für Epileptiker sein dürften.
Was dann folgt gleicht einer Achterbahnfahrt durch den Traum eines Kindes, quer durch das unaufgeräumte Kinderzimmer voller bunter Welten. Die herrlich experimentelle Animationstechnik der Studio Animal Logic ist für mich schon jetzt ein Favorit auf die nächsten Oscars. Stark an Stop Motion angelehnt, wenn auch komplett am Computer entstanden. Statt der sonst so glatten Effekte, gleicht dieses Mal jeder Tropfen und jedes Wölkchen einem materiellen Pixel. Als würde Emmet in weißen Würfeln duschen. Das ist alles so kurios und ungewohnt, dass die blitzartigen Schnitte und rasanten Kamerafahrten tatsächlich problematisch für Epileptiker sein dürften.
„Das ist Business“
Das Schöne ist: Der Film ist kein reiner PR-Gag. Der
dänische Konzern kann über sich selbst lachen und sogar selbstkritische Töne
anschlagen („Wir haben den Wilden Westen, den Weltraum,…und viele weitere
Welten, die wir nicht erwähnen müssen“). Wenn überhaupt, dann wird für die
Unternehmensphilosophie und ihre Prinzipien geworben. Die beiden Regisseure
Phil Lord und Chris Miller haben schon mit Wolkig mit Aussicht auf
Fleischbällchen bewiesen, wie schön eine Geschichte sein kann, wenn sie nicht
nur von grenzenloser Kreativität und Eigenbestimmung predigt, sondern sie mit
bunten Traumwelten aktiv abfeiert.
Wer sich die Filmkritiken von „Der Spiegel“ oder „Süddeutsche“ durchliest könnte Angst bekommen, der Film sei schwere Theaterkost und politisch in seiner Metaphorik und abstreiten lässt sich letzteres auch nicht komplett. Aber: Die Macher haben die perfekte Balance gehalten ihre Geschichte so zu erzählen, dass sowohl kleine Kinder als auch Erwachsene zusammen staunen und lachen können. Mir persönlich gefallen die Anspielungen auf kapitalistische Diktaturen ebenso, wie eine bewusst stumpfsinnige Schweine-Synchronisation, die an Rene Mariks Puppen erinnert. Allein, dass der totalitäre Bösewicht „Präsident Lord Business“ heißt verdient Applaus.
Wer sich die Filmkritiken von „Der Spiegel“ oder „Süddeutsche“ durchliest könnte Angst bekommen, der Film sei schwere Theaterkost und politisch in seiner Metaphorik und abstreiten lässt sich letzteres auch nicht komplett. Aber: Die Macher haben die perfekte Balance gehalten ihre Geschichte so zu erzählen, dass sowohl kleine Kinder als auch Erwachsene zusammen staunen und lachen können. Mir persönlich gefallen die Anspielungen auf kapitalistische Diktaturen ebenso, wie eine bewusst stumpfsinnige Schweine-Synchronisation, die an Rene Mariks Puppen erinnert. Allein, dass der totalitäre Bösewicht „Präsident Lord Business“ heißt verdient Applaus.
Die Gesellschaft und ihr Spiegel
Noch besser finde ich die Seitenhiebe auf Fließbandmusik und anspruchslose TV-Serien. Das Radio in Emmets Welt spielt den ganzen Tag nur den Song „Alles ist super“, im Fernsehen läuft ausschließlich die Sitcom „Schatz, wo ist meine Hose?“. Helene Fischer und Charlie Sheen lassen grüßen. Dieser ganze Einheitsbrei gipfelt im Salat von Regelwerken und Anweisungen, wo das Verhalten vorgeschrieben wird und neue Gebäude strikt nach Anleitung errichtet werden (ein No-Go unter Lego-Fans).
Drehbuchtechnisch extrem clever war der Schachzug, die Gruppe der Meistermacher aus bekannten Figuren und Helden zu bilden. Von Star Wars über Herr der Ringe bis zu Harry Potter und Marvel-Comics bietet Lego: The Movie unzählige Cameo-Auftritte mit hohem Witz- und Sympathiefaktor. Dazu gesellen sich unzählige „Statistenrollen“, in die so ziemlich jede Legofigur schlüpft, die es jemals in der Geschichte der Bausteine gab.
Von Stimmen, die wir kennen und Filmen, die wir sahen
Und dann sind da noch die großartigen Sprecherrollen, bei
denen Hintergrund-Details so liebevoll umgemünzt wurden. So spricht Cobie
Smulders, u.a. bekannt aus Marvel’s The Avengers beispielsweise Wonder Woman.
Liam Neeson gefällt als „Bad Cop/Good Cop“, den er gewissermaßen in 96 Hours
personalisiert. Jonah Hill als Green Lantern, Channing Tatum als Superman und
und und. Für Deutsche ist es ein großes Plus, dass David Nathan in der
deutschen Fassung den Batman spricht. Das tat er nämlich auch in der The-Dark-Knight-Trilogie, inklusive verzerrter Raucherstimme. Und das macht
den dunklen Rächer zu meinem ganz persönlichen Gag-Highlight im Legofilm.
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| Ich ;) |
Wer gerne und oft ins Kino geht, der wird feststellen, dass
einzelne Szenen zudem absichtlich bei aktuellen Streifen aus den letzten Jahren abkupfern.
So erinnert eine Eisenbahnfahrt stark an Lone Ranger, eine Kopierer-Szene an
Ich – einfach unverbesserlich 2 und ein Verhör an 96 Hours. Wenn außerdem die
sogenannten Meisterbauer ganze Welten mittels ihrer eigenen Gedanken bauen
können, erinnert mich das stark an die Traumarchitekten aus meinem
Lieblingsfilm Inception. Und wer Die Unendliche Geschichte kennt, der wird die
letzte Hälfte des Films genauso ins Herz schließen wie ich. Bis zum Ende des
Monats April wird Lego: The Movie über eine halbe Milliarde Dollar eingespielt
haben und das mit absolutem Recht.
Fazit: Lego: The Movie bietet frische Animationen, chaotische und humorvolle 3D-Action und eine clevere Erzählweise, die sowohl stereotypisch als auch gesellschaftskritisch ist. Mit Liebe zum Detail und zur popkulturellen Filmgeschichte meistert der Film den Drahtseilakt zwischen dezentem Eigenmarketing und guter Unterhaltung. Wer danach nicht Lust auf Bausteine hat, dem ist nicht zu helfen. Für mich ganz klar in einer Liga mit Findet Nemo, Monster AG oder Toy Story.
Fazit: Lego: The Movie bietet frische Animationen, chaotische und humorvolle 3D-Action und eine clevere Erzählweise, die sowohl stereotypisch als auch gesellschaftskritisch ist. Mit Liebe zum Detail und zur popkulturellen Filmgeschichte meistert der Film den Drahtseilakt zwischen dezentem Eigenmarketing und guter Unterhaltung. Wer danach nicht Lust auf Bausteine hat, dem ist nicht zu helfen. Für mich ganz klar in einer Liga mit Findet Nemo, Monster AG oder Toy Story.





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