Diana
Es hätte die große Rolle für Naomi Watts werden sollen. Nach
dem Achtungserfolg von Peter Jacksons King Kong und ihren zwei
Oscar-Nominierungen für das Tsunami-Drama The Impossible und den Episodenfilm
21 Gramm hatten viele Filmkenner Diana schon als sicheren Preisträger auf dem
Zettel. Doch es kam alles anders, denn gerade die Briten waren überhaupt nicht
zufrieden mit Watts‘ Interpretation der verunglückten Prinzessin von Wales.
Immerhin, zeigten die Engländer wenigstens Interesse. In Deutschland scheiterte der
Film gnadenlos an den Kinokassen mit nur 17.000 Zuschauern beim Start. Zum
Vergleich: 252.867 Personen wollten Lego: The Movie gleich in der ersten Woche
sehen, sogar für den total unbekannten Super-Hypochonder schafften es 56.412
Zuschauer in die Säle. Als Krönung wurde Naomi Watts auch noch für eine Goldene
Himbeere als schlechteste Hauptdarstellerin nominiert.
Grace of Monaco
Nicole Kidman ist ab dem 15. Mai als Grace Kelly in den
deutschen Kinos zu sehen. Richtig gehört, der Film kommt erst noch und trotzdem
bin ich mir absolut sicher, dass auch er zu den Flops des Jahres zählen wird.
Ähnlich wie bei Diana versucht sich eine gestandene Schauspielerin in einer
biografischen Rolle über eine Weltikone. Nun liegt Nicole Kidmans letzter
Erfolg schon Jahre zurück. Zuletzt wollte kaum jemand Stoker sehen. Für The
Paperboy wurde sie immerhin noch für den Golden Globe nominiert, doch auch ihr
Bett-Duett mit Zac Efron ging bei den Filmkritikern größtenteils unter. Dass
sie in den bekloppten Komödien Plötzlich Star und Meine erfundene Frau
mitgespielt hat, hat sowieso kaum jemand mitbekommen. Vielleicht liegt es am
Botox, oder aber daran, dass die mehrfache Preisträgerin ihre Berater in Sachen
Rollenwahl eventuell wechseln sollte.
Mandela
In Idris Elba, dem ich persönlich seine Schwachsinnsrolle in
Prometheus nie verzeihen werde, versuchte Hollywood so etwas, wie einen
aufgehenden Stern zu kreieren. Plötzlich tauchte sein Gesicht in diversen
Kinofilmen auf. Vor allem in der Serie Luther sorgte er für Furore und holte
den Golden Globe. Die Tatsache, dass dieser Mann Nelson Mandela verkörpern
sollte schrie nach Oscars und Aufmerksamkeit. Traurigerweise gesellte sich mit
Mandelas Tod ein fragwürdiger PR-Faktor hinzu. Und trotzdem: Mit rund 1,6
Millionen Zuschauern wurde die Biografie in Deutschland von knapp viermal
weniger Deutschen gesehen, als zum Beispiel Lincoln oder 12 Years a Slave. Und
siehe da, die vorher angekündigten Oscar-Gewinne blieben aus, Elbas Leistung
wurde bestenfalls als Durchschnitt abgestempelt.
Yves Saint Laurent
Seit Mittwoch läuft in den deutschen Kinos die Biografie über
Yves Saint Laurent. Dass dieser Film ebenfalls keinen großen Erfolg feiern wird
ist abzusehen. Französisches Kino bekommt generell weniger Aufmerksamkeit –
Filme wie Ziemlich Beste Freunde sind eine Ausnahme – als US-Produktionen. Die
Darsteller sind hierzulande weitestgehend unbekannt und noch dazu sind die
Geschichten von Modeschöpfern nicht so spannend, wie zum Beispiel von
Freiheitskämpfern, Prinzessinnen oder Formel-1-Fahrern. Die Zeit schreibt:
„Dass dieser Mann die Mode umgekrempelt hat, musste extra in den Abspann
geschrieben werden, es wäre sonst unbemerkt geblieben.“ Klingt nicht danach,
als würden die Filmkunstkinos demnächst gestürmt werden.




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