Die Schadenfreundinnen – Drei sind zwei zu viel hat für den
Monat Mai gut vorgelegt. Wenn es um bekloppte deutsche Filmtitel geht würde ich
ihn sogar zum Favoritenkreis auf den Jahresgewinn zählen. Trotzdem gibt es auch
im Juni wieder einige interessante Interpretationen zu bestaunen. Dieses Mal
steht eigentlich eher die Frage im Raum, warum selbst kurze, prägnante Titel
auf Deutsch so völlig neu benannt wurden.
Ein super Beispiel dafür ist Unter Beobachtung (ab 26. Juni
2014), dem Thriller mit Eric Bana und Rebecca Hall. Der Film ist bestimmt ganz
interessant, warum Closed Circuit aber diesen stereotypischen Namen bekommen
hat, man weiß es nicht. Ebenso verhält es
sich mit meinem Juni-Tipp No Turning Back (19. Juni 2014). Das Original heißt
Locke. Warum? Tom Hardy spielt die Hauptfigur Ivan Locke. Einfach zu
simpel.
Immer wieder werden Originaltitel ausgetauscht, manchmal für
besseres Verständnis, häufig weil trashige 0/8/15-Titel schon früher
funktionierten. Beide oben genannten Filme entsprechen diesem Muster. In meine
Top 5 passen sie trotzdem nicht, denn dort habe ich dieses Mal eine kleine
Überraschung parat. Der Monatssieger kommt aus unserem Lande und besitzt daher
gar keinen englischen Originaltitel. Nein, wir sind auch ganz ohne Vorlage dazu
fähig mit bescheuerten Filmnamen Aufmerksamkeit erregen zu wollen (siehe
Kokowääh). Um welchen Film es geht und welche Streifen sich noch in der
Juni-Auswahl befinden:
Platz 5
Bei Frankreichs nationalem Filmpreis César konnte Sarah
Forestier in Suzanne (12. Juni 2014) als beste Darstellerin überzeugen. Warum
in unserem Lande der nach Kitsch triefende Titel Die unerschütterliche Liebe
der Suzanne gewählt wurde bleibt mal wieder ein Geheimnis, dass nur die Täter
lüften können.
Platz 4
Am 12. Juni 2014 kommt The Pirate Fairy in die deutschen
Kinos. Das ist nicht nur ein mies getrickster Animationsfilm und der traurige
Versuch den Fluch der Karibik für kleine Mädchen zu inszenieren. Wir kennen
diesen Schrott unter dem Namen Tinkerbell und die Piratenfee. Würg.
Platz 3
The Fault In Our Stars ist die Verfilmung des
gleichnamigen Beststellers von John Green. Wenn also das Krebs- und
Beziehungsdrama (u.a. mit Laura Dern und Willem Dafoe) schon durch seinen Namen
bekannt ist, wieso muss es dann bei uns Das Schicksal ist ein mieser Verräter
(12. Juni 2014) heißen?
Platz 2
Kennt Ihr Brautalarm? Männertrip? Alles Komödien, die im
Original anders heißen und besser klingen. Mädelsabend (26. Juni 2014) macht da
keine Ausnahme, in Amerika hört das Filmchen mit Elizabeth Banks auf den Namen
Walk of Shame. Da kann man von Glück reden, dass Hangover bei uns nicht „Wilde
Jungs“ oder so heißt.
Platz 1
Ich hatte es bereits angedeutet, der Monatssieger kommt
aus Deutschland. Journalistin Hatice will bzw. muss dringend heiraten. Sie will
keinen Türken, Deutsche sind ihr zu langweilig. Der Buch-Titel gleicht dem Filmtitel und dieser verrät, was sie will.
Festhalten: Einmal Hans mit scharfer Soße..Ha..ein Brüller. Bei uns am 26. Juni
2014 im Kino, falls es jetzt noch jemanden interessiert.






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