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Sonntag, 28. Dezember 2014

Der Filmtipp: Exodus: Götter und Könige - Gott, hat's Moses eilig

Nach Prometheus und The Counselor hat sich Ridley Scott (Alien, Gladiator, u.a.) bei mir vorsichtig formuliert sehr sehr unbeliebt gemacht. Darren Aronofskys sehr freie Version von Noah zählt für mich zu den miesesten Filmen des Jahres, gemessen an den Erwartungen. Nun sollte also ausgerechnet Ridley Scott das Kinojahr 2014 mit einem weiteren Bibelstoff abrunden? Die Zeichen auf Versöhnung zwischen mir und Scott standen schlecht. Nun habe ich Exodus: Götter und Könige gesehen und muss sagen, dass geringe Erwartungen manchmal tatsächlich für mehr Überraschungen sorgen.

Worum geht es? Wir schreiben das 13. Jahrhundert vor Christus. Pharao Sethos versklavt die Israeliten und lässt ihre männlichen Nachkommen im Nil ertränken. Moses wird von seiner Mutter gerettet, in einem Korb am Nil ausgesetzt und von der Tochter des Pharaos entdeckt. Er wächst als ägyptischer Prinz neben seinem Bruder, Thronfolger Ramses, auf. Beide ahnen nichts von Moses‘ hebräischer Herkunft. Als Ramses den Thron besteigt und Moses‘ Herkunft auffliegt, wird dieser ins Exil geschickt. Dort begegnet er Gott und erhält von ihm die Aufgabe sein Volk zu befreien und in die Freiheit zu führen.

Wenn Krokodile zappeln und das Wasser rotfärben 

Ein paar gute Nachrichten zuerst: Exodus vermeidet die peinlichen Fantasy-Ausgeburten, die Noah zu einem der verwirrtesten Filme des Jahres machten. Und doch ist er nicht einfach ein zweiter Die Zehn Gebote, mit dem ich ihn gar nicht vergleichen möchte. Die Plagen, die über das ägyptische Reich kommen, sind so inszeniert, dass sie einerseits als göttlich interpretiert werden können. Ägyptens Versuche sich die Abfolge als wissenschaftliche Logik zu erklären, akzeptiere ich aber ebenso. Generell lässt Agnostiker Ridley Scott viel Freiraum für die eigene Meinung.

Beispiel: Eine ägyptische Hohepriesterin soll mit ihrer Vision ebenso Recht behalten, wie Moses‘ Warnungen vor Gottes Plänen. Auch das Thema Bildnis wird geschickt angepackt. So ist das Kind nicht (wie viele Filmkritiker behaupten) Gott, sondern nur dessen verbildlichter Bote. Auf eine mystische Stimme aus dem Himmel wird zum Glück verzichtet. Für Zweifler werden dessen Erscheinungen so dargestellt, als könnten sie ebenso gut Moses‘ Schizophrenie entspringen. Und das geteilte Meer? Kein Zauberstab-Schnick-Schnack. Moses sieht einen Feuerball am Himmel über dem Ozean untergehen. Dem Zuschauer bleibt überlassen, an ein göttliches Zeichen zu glauben, oder an einen Kometen, der für den kurzzeitigen Rückgang des Wassers und den anschließenden Tsunami verantwortlich ist. Klasse!

Golden Boy & Ritter Rost: Ramses & Moses
© 20th Century Fox
Optisch ist der Film ein Meisterwerk. Die Spezialeffekte verpassen dem Exodus einen epischen Look mit teils wirklich beeindruckender Durchschlagskraft. Es gibt hier keineswegs einen Transformers-Hobbit-mäßigen Overkill an CGI, keine Panik. Die Kulissen, Requisiten und Kostüme sehen spitze aus und verleihen Exodus viel Authentizität, die ich dem Film nicht zugetraut hätte. Das sieht alles wirklich so gut aus, dass die 3D-Konvertierung – so gut sie auch ist – unnötig gewesen wäre. Allein die Bilder sorgen dafür, dass man dem Film seine 150 Minuten nicht anmerkt.

Jesse Pinkman schweigt sich 'nen Bart

Und die Darsteller? Joel Edgerton (The Thing, Warrior, u.a.) ist als selbstverliebter, an Politik und Bildung desinteressierter Ramses der größte Hauptgewinn, den sich Ridley Scott hätte wünschen können. Seine Leistung ist stets hervorzuheben. Christian Bale spult sein Standardprogramm auf hohem Niveau ab. Mir persönlich hatte sein Moses zu wenig Kanten, der Film zu viel Disney-Atmosphäre. Das mag an der weihnachtlichen Altersfreigabe liegen. Es muss nicht immer nur düster und verbittert sein. Moses ist aber kein Engel und das Leid der Völker weit brutaler als dargestellt. Auch Moses‘ Wandlung vom Agnostiker zum Gotteskrieger wurde mir zu schnell abgehandelt.

Viel Kostüm und echtes Pferd - Gottes Wille?
 © 20th Century Fox
Generell liegt hier der mumifizierte Hund begraben. So ziemlich alle Nebenrollen sind zu prominent besetzt und wecken zu hohe Erwartungen gemessen an der Leinwandzeit, die ihnen geboten wird. Sigourney Weaver und Sir Ben Kingsley werden drastisch unterfordert. Bei Aaron Paul hat man zeitweise das Gefühl sein Josua sei taubstumm. Vor Breaking Bad hätte es zwar kein Schwein interessiert, ob der Junge überhaupt dabei ist, aber nun? More Drama, Baby. Die mangelnde Tiefe der Figuren ist das größte Manko. Zweiter Kritikpunkt ist die Geschwindigkeit. Vor allem das Finale wird trotz bildgewaltiger Wassermassen etwas schnell abgehandelt.

Fazit:

Exodus: Götter und Könige ist ein solide gespielter Bibelfilm, durchweg spannend und optisch einwandfrei. Die tollen Settings und dezent eingestreuten Effektbomben können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich Ridley Scott in seiner Erzählweise zu oft hetzen lässt. Viel Potenzial an spannenden Hintergründen und super Darstellern wird unzureichend ausgeschöpft. Nichtsdestotrotz ist dieser Moses-Streifen nicht so peinlich wie gedacht, sondern teils clever gefilmter Bombast. Ein bisschen zu lieb und glatt vielleicht.


Dienstag, 23. Dezember 2014

TView: Christmas Special - TV-Tipps zu Festtagen sind ein Gedicht

Hohoho ihr Lieben,

auch von mir gibt’s Geschenke. Dabei habe ich meine TV-Tipps für die Weihnachtstage. Eine Neuinterpretation des Klassikers „Knecht Ruprecht“ von Theodor Storm. Viel Spaß beim Lesen.


Vom TV-Programm der Festtage berichte ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!

Allüberall auf den Senderspitzen
sehe ich goldene Klassiker wie Stirb langsam II sitzen;

Und droben aus dem Primetime-Tor
sehen mit großen Augen all die Highlights hervor;

Und wie ich so suchte nach dem dann und wann,
da rief mich Kevin allein mit heller Stimme an:

„Ja, du siehst ganz recht“, rief es, „altes Haus,
nimm die Fernbedienung  und schalte nicht aus!

Im Juressic Park fängt jemand zu rennen an,
die Vergessene Welt ist aufgetan,

Alt' und Jung sollen nun
von der Jagd nach Gremlins endlich ruhn;

Und am Donnertag seh ich nach Alan,
denn ProSieben wird wieder Hangover senden!“

Ich sprach: „Micha,
meine Suche fast zu Ende ist;

Ich will sie auch sehen, die Stadt,
wo die Sünde ihr Zuhause hat.“

- „Hast denn das Beste auch bei dir?“
Ich sprach: „Das Beste, das ist hier:

Denn ob Madagascar 3 oder Ice Age 4
für Kinder immer viel mit Tier.“

- „Hast denn die guten Filme auch dabei?“
Ich sprach: „Von den Guten habe ich mindestens zwei:

Verblendung und Schindlers Liste
am 2. Weihnachtstag, in der Flimmerkiste.

Auch auf RTL2  laufen zum Lunch,
leidenschaftliche Ritter oder am Heiligabend Sucker Punch.“

Micha sprach: „So ist es recht;
Die TView für die Festtage ist nicht schlecht!“

Vom TV-Programm der Festtage berichte ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!

So, jetzt noch mal in übersichtlich ;)

Heiligabend (24.12.2014):
Gremlins – Kleine Monster um 18:25 Uhr auf Kabel1
Stirb langsam II um 20:15 Uhr auf ProSieben
Kevin allein Zuhaus & Kevin allein in NY ab 20:15 Uhr auf Sat1
Sucker Punch um 23:35 Uhr auf RTL2

Erster Weihnachtstag (25.12.2014):

Ritter aus Leidenschaft um 15:15 Uhr auf RTL2
Ice Age VI –  Voll verschoben um 20:15 Uhr auf Sat1
Hangover um 21:55 Uhr auf Sat1
Vergessene Welt – Juressic Park um 20:15 Uhr auf RTL2

Zweiter Weihnachtstag (26.12.2014):
Madagascar III – Flucht durch Europa um 25:15 Uhr auf RTL
Verblendung (Hollywood-Version) um 20:15 Uhr auf Sat1
Schindlers Liste um 20:15 Uhr auf RTL2
Sin City um 23:20 Uhr auf ProSieben

Habt wunderschöne, erholsame Festtage und viel Spaß mit den Filmen:)

Eure Cansu

Montag, 22. Dezember 2014

Interview: Sonja Hartl über Zeilenkino, Preisverleihungen und Europafilme - „In der Regel gewinnt nicht der beste Film.“

Damenbesuch in der #DerFilmtippAward-Jury! Sonja Hartl vom Zeilenkino sprach mit mir über ihr Interesse an Oscars und Co, europäische Filmlandschaften und Buchverfilmungen. #DerFilmtippAward-Favorit Gone Girl kommt dabei insgesamt ganz gut weg. Zu Serena mit Bradley Cooper und Jennifer Lawrence konnte Sonja mir erste Eindrücke vermitteln - und das ohne Spoiler! Danke, Sonja :)


Micha: Hi Sonja, dankeschön für Deine Teilnahme am #DerFilmtippAward. Beim Durchstöbern Deiner wirklich interessant gestalteten Seite habe ich mit Freude festgestellt: Du hast angefangen mit filmpreise.wordpress.com, ein Blog über Oscars, Globes und Co. Was fasziniert Dich an solchen Preisverleihungen?

Sonja: Oh ja, das liegt schon ein wenig zurück. Damals hatte ich das Gefühl, es gibt sehr wenige Seiten, die sich mit den Oscars und anderen Preisverleihungen jenseits der tatsächlichen Veranstaltung beschäftigen. Und ich war seit meiner ersten Oscar-Verleihung 1992 fasziniert von den ganzen Stars und dem Pathos. Deshalb habe ich mich viel damit mit beschäftigt, mit der Geschichte der Oscars, Organisation der Academy, Abstimmungsmechanismen, Indikatoren für spätere Preisträger und so weiter. Daraus wollte ich dann etwas machen und so ist schließlich der Blog entstanden. Allerdings fühlte ich mich dort schnell thematisch allzu eingeschränkt, deshalb habe ich es im Zeilenkino erweitert. Außerdem wollte ich auch nicht mehr zu der Überhöhung der Verleihung beitragen, die für mich mittlerweile vor allem eine große – und zweifellos amüsante – Marketingaktion ist, die man meiner Meinung nach aber nicht allzu ernst nehmen sollte. Jede Jury-Entscheidung (und letztlich ist es bei den Oscars nicht anderes) ist eine Konsensentscheidung und deshalb gewinnt in der Regel nicht der beste Film. Ich glaube beim FilmtippAward auch nicht, dass alle meine Favoriten gewinnen – zumal wie bei den Oscars die meisten gar nicht nominiert sind. ;-)

„Ich hätte mit Gone Girl etwas dreckiger und innovativer gewünscht“

Micha: Auf Zeilenkino werden vor allem Buchverfilmungen von Dir beleuchtet. Gab es da 2014 spezielle Highlights aus Deiner Sicht?

Sonja: Leider ohne deutschen Kinostart sind The Selfish Giant und Cold in July geblieben, zwei großartige Literaturverfilmungen – auf ganz unterschiedliche Weise: The Selfish Giant ist ebenso poetisch wie sozialrealistisch, Cold in July durch und durch ein Genrefilm mit irren Twists und viel Blut am Ende. Von den Kinofilmen hat mich Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand positiv überrascht, weil er viele Schwächen des Buches ausgleicht und einen etwas böseren Humor hat.

Micha: Als Jury-Mitglied der #DerFilmtippAwards ist Dir mit Sicherheit nicht entgangen, dass Gone Girl –das perfekte Opfer die meisten Nominierungen von mir erhalten hat. Also eine Buchverfilmung. Hast Du David Finchers düstere Interpretation schon sehen können?

Sonja: Ja. Gillian Flynns Buch fand ich ganz okay, David Finchers Film finde ich besser, allerdings hätte ich ihn mir ein wenig dreckiger und innovativer gewünscht. Außerdem ist er nicht so progressiv in den Geschlechterrollen wie viele immer behaupten. Aber Gone Girl ist schon ein guter Film, insbesondere technisch nahezu makellos und auch sehr gut besetzt.

"Laut Buchvorlage soll'n wir jetzt..."
Sonja hätte Gone Girl trotzdem gerne dreckiger gesehen:)
© 20th Century Fox 
Micha: Gibt es einen Roman, bzw. eine literarische Geschichte, die Du gerne im Kino sehen würdest?

Sonja: Die „Turner“-Trilogie von James Sallis – mit John Hawkes als Turner.

Micha:Ist das nur ein Eindruck meinerseits, oder interessierst Du Dich vor allem für europäische Geschichten? Ich denke vor allem an zwei, drei dänische Geschichten, die Du besprochen hast.

Sonja: Ja, insgesamt schaue ich eher europäisches Kino und hier insbesondere Filme aus Nordeuropa. Der Schwerpunkt im Blog liegt zum Teil aber auch daran, dass ich mein Geld mit dem Schreiben über Filme und Bücher verdiene. Deshalb landen im Zeilenkino oftmals die Filme, für die ich keinen Auftraggeber habe, denen ich aber dennoch Aufmerksamkeit wünsche. Das sind meist ältere Filme oder Filme ohne Starttermin.

Micha: Susanne Bier erhielt für In einer besseren Welt 2011 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Nun versucht sie es in Hollywood mit Serena. Ich bin gespannt wie ein Kleinkind, was erwartest Du von dem Film?

Sonja: Da ich ihn schon gesehen habe, ist diese Frage schwierig zu beantworten. Ich hatte mir erhofft, dass sich Susanne Bier auf ihre Stärken konzentriert, also auf komplexe Charaktere in schwierigen Situationen, und nicht wie „All you need is love“ allzu weichgespült ist.

"Guck mal, Jen, da läuft Sniper. Soll Oscar-Chancen haben"
Serena laut Sonja zu weichgespült. Bin gespannt!
© Studiocanal

Micha: Hast Du noch einen 2014er Filmtipp für mich?

Sonja: Klar. Höhere Gewalt, The Drop, Nymphomaniac I + II, Ida und Boyhood würden mir da spontan einfallen.

Micha: Was können Deine Leser im kommenden Jahr von Dir erwarten?

Sonja: Noch mehr Beiträge über Kriminalromane, die neben Filmen mein zweiter Schwerpunkt sind. Außerdem überlege ich seit längerem, eine neue Rubrik im Zeilenkino einzuführen und ich will etwas experimentierfreudiger im Stil der Beiträge zu werden – aber das hatte ich mir für 2014 auch schon vorgenommen. Deshalb bin ich gespannt, ob es klappt.

Sonntag, 21. Dezember 2014

Der Filmtipp: Planet der Affen: Revolution - Klappe zu, Affe lebt!

Lange Zeit konnte ich mit den Filmreihen um den Planet der Affen nichts anfangen. Die Neuauflage mit Mark Wahlberg machte es nicht besser. Umso überraschter war ich, als ich die Herangehensweise von Prevolution erfuhr. Plötzlich hatten mich die Affen und auch die Fortsetzung Revolution ist ein Blockbuster-Highlight erster Güte.

Worum geht es: Viele Jahre sind vergangen seit Laboraffe Caesar die Menschen verließ. Nach der „Schlacht auf der Golden Gate Bridge“ zog es ihn und sein Volk in die Wälder. Mittlerweile hat das Virus, welches Affen Intelligenz verleiht, den Großteil der Menschheit auf dem Gewissen. Als die Interessen einer Kolonie von Überlebenden und Caesars Anhängerschaft miteinander kollidieren klopft ein Krieg an die Tür, den beide Anführer verhindern wollen. Doch beide Seiten haben mit internen Unruhen zu kämpfen  und eine Eskalation scheint unausweichlich.


„…wie ähnlich wir ihnen sind.“

Die Entwicklung der Affen im Vergleich zu Teil 1 fasziniert. Das Volk hat einen Verhaltenskodex entwickelt, lernt menschliche Sprache und Schriften, lebt „indianisch“ und unter Ceasars Führung friedlich. Das selbsterrichtete „Dorf“ gefällt optisch, weil es sehr detailliert eine Mischung aus Affen- und Menschenbehausung darstellt. Es existieren Randordnungen, doch im Vergleich zum Menschen benötigen die Tiere keinen Strom um zu überleben. Mir gefällt vor allem der Ansatz, den Fokus nicht auf die Menschen zu legen, sondern die Affen zu den Hauptdarstellern werden zu lassen. Das war in Teil 1 meiner Meinung nach noch anders.

Jason Clarke und Co machen ihre Sache außerordentlich gut. Zwar wird ihnen nicht ausreichend Screentime gegeben (bestes Beispiel: Gary Oldman), doch ihr Handeln und ihr Denken wird zufriedenstellend vermittelt und begründet. Der eine oder andere Zuschauer muss sich erst daran gewöhnen, dass „Wir“ in diesem Film nur Beiwerk sind. Das wird schon im Intro deutlich, wo die Ausrottung der halben Menschheit mehr oder weniger überflogen wird. Ein weiteres Indiz sind die Untertitel, ohne die wir kaum etwas verstehen würden, wenn Ceasar mit seinesgleichen kommuniziert. Ich find’s genial und durchaus innovativer als den üblichen Held-trifft-auf-Gegner-Quark.

Macht sich zum Affen - und das sieht klasse aus: Andy Serkis © 20th Century Fox
Und die CGI-Effekte? Die sind schlichtweg grandios. Andy Serkis – wahrscheinlich noch durch King Kong und Prevolution in Übung – liefert körperlich eine einwandfreie Imitation ab. Die Affen wirken verdammt real und auch die Landschaften sind dank düsterer Atmosphäre nicht übertrieben kontraststark, sondern passend in Szene gesetzt. Im Vergleich zu diesem ganzen Transformers-Turtles-Mist ist das wirklich beruhigend und stark anzusehen. Kein Overkill, sondern dann perfekt, wenn es nötig ist.

Natürlich gibt es aber auch Mängel am Sequel. Mir persönlich nahm das Finale zu schnell an Fahrt auf. Wo die erste Hälfte noch top Dialoge und einen subtilen Spannungsaufbau vorweisen konnte, verfiel Regisseur Matt Reeves (Cloverfield, Let Me In, u.a.) zum Ende hin dem Zwang, unterhaltende Action liefern zu müssen. Das ist aber Jammern auf hohem Niveau, denn selbst der Endkampf ist spannend inszeniert. Ich hätte mir nur einfach noch etwas mehr Nähe zu den einzelnen Figuren abseits von Ceasar gewünscht.

„Verzeihung, wo geht’s hier zum Jurassic Park?“ © 20th Century Fox

Fazit:
Planet der Affen: Revolution gehört optisch definitiv zu den besten Blockbustern des Jahres und kann im Vergleich zur Konkurrenz auch mit einer durchdachten Story punkten. Die Hilflosigkeit der Pazifisten, einen Krieg zu verhindern, wenn er im Auge zweier fremder Parteien lebensnotwendig ist – dieser Konflikt ist bärenstark. Verzeihung, affenstark. Großes Kino, das leider am Ende etwas zu sehr auf’s Gaspedal tritt.


Montag, 15. Dezember 2014

Interview: Christian Hoja über Cellurizon, deutsche Filmblogs und Leser - „Ich habe einen ganz großen Schritt vor.“

In der vergangenen Woche habe ich Euch Wulf Bengsch von Medienjournal.de vorgestellt. Genau wie Mr. Media Monday ist auch Christian Hoja von Cellurizon stolzes Mitglied meiner #DerFilmtippAward-Jury. In meinem kleinen Interview mit ihm spricht er über seine Anfänge als Filmblogger, den Stand der deutschen Filmbloggerlandschaft und seine Filmes des Jahres 2014. Die Sache mit Godzilla, lieber Christian, klären wir noch ;) 

Micha: Hi Christian, dankeschön für Deine Teilnahme als Jurymitglied. Ich fühle mich ein bisschen geehrt, da ich Deinen Schreibstil und Cellurizon insgesamt super unterhaltend finde. Wie bist Du ans Bloggen geraten?

Christian: Moin Michael, danke für’s Lob und die Ehre ist natürlich ganz meinerseits. Mit dem Bloggen habe ich 2008 auf MySpace angefangen, in einer Phase, in der ich am literarischen Schreiben gerade die Lust verloren hatte. Ich wollte aber schon weiterhin irgendwas schreiben und was kreatives mit meiner Freizeit anfangen und hab deswegen eine Leidenschaft mit der anderen verknüpft und einen kleinen MySpace-Blog namens ChristiansFoyer aufgemacht, damals ausschließlich mit Kritiken und Star-Portraits. Das erste Feedback kam, der Spaß am Bloggen wuchs, die Ambitionen und das Programmier-Know How auch und jetzt steht da halt das Cellurizon, wie man’s heute kennt.

Micha: Du schreibst auf Deiner Seite, Deine Begeisterung für Horrorfilme hat sich mit Scream verabschiedet. Gibt es aus dem Genre denn heute gar nichts mehr, was Dich noch interessieren könnte?

Christian: Also eine richtiggehende „Begeisterung für Horrorfilme“ gab es eigentlich nie, in der Pubertät zieht man sich halt viel „Verbotenes“ rein. Ich verfolge das Genre generell schon noch mit einem gewissen Interesse (wie im Grunde annähernd jedes Genre, denn: wenn es Film ist, ist es interessant), weil ich über Strömungen und sowas auf dem Laufenden sein will, um zumindest halbwegs kompetente Einschätzungen abgeben zu können. Aber nur wenig aus dem Horrorbereich reizt mich, es mir tatsächlich noch anzusehen. Ti West soll ja zum Beispiel ein ganz spannender Regisseur sein und begrüßenswerterweise geht der Trend seit einiger Zeit wieder weg vom Folterhorror und wieder mehr hin zum echten Grusel. Aber mich schocken und erschrecken zu lassen ist als Reizimpuls einer Filmerfahrung einfach nicht mehr mein Ding ;)

Godzilla - ich habe ihn für den besten Film des Jahres vorgeschlagen. Christian sieht das anders :)
© Warner Bros.
Micha: Welche Filme waren Dein Highlight 2014 und was war Dein erster Gedanke, als Du die Nominiertenliste der #DerFilmtippAwards gesehen hast?

Christian: Was der klappsige Godzilla unter den Nominierten für den besten Film zu suchen hat! Mein persönliches Top-Quintett in diesem Jahr (alles vorläufig und ohne bestimmte Reihenfolge und auch nur das berücksichtigend, wozu ich eine Kritik geschrieben habe) waren The Wolf of Wall Street, Edge of Tomorrow, Snowpiercer, der von allen Seiten komplett falsch angegangene und zu Unrecht schlecht bewertete Schwarzenegger-Actioner Sabotage und als gemeinsame fünfte Nennung das Marvel-Doppel aus Captain America: The Winter Soldier und Guardians of the Galaxy. Sehr nice waren auch Enemy, Zulu oder Under the Skin. Aus überwiegend Low- bis bestenfalls Midlights bestand hingegen der diesjährige Blockbuster-Sommer (bis auf die „Guardians“).

Micha: Für einen unabhängigen deutschen Filmblog hast Du eine beachtliche Reichweite in den sozialen Netzwerken. Kannst Du Dir das selbst erklären?

Christian: Ja. Weil ich so viele Gewinnspiele veranstalte :D Aber mal ernsthaft: ich wäre froh, wenn ich davon ausgehen könnte, dass der Großteil meiner Facebook-Fans aufgrund eines Faibles für meine Berichterstattung, Freude an meinen Kritiken usw. auf meiner Seite gelandet wäre, aber in Wahrheit trifft das nur auf einen verhältnismäßig kleinen Anteil zu. Einige Filmbuddys (darunter auch Bloggerkollegen) verfolgen meinen Output tatsächlich schon seit mehreren Jahren sehr regelmäßig (und vice versa) und das freut mich ungemein, da das Leute sind, deren Umgang und Standpunkte zum Medium Film mir sehr zusagen und mir ihre Treue zeigt, dass ich ein paar Sachen durchaus richtig mache und dass ich damit eine Leserschaft erreichen kann, die ich mir wünsche und ansprechen will: meinungs- und diskussionsstarke Kenner, deren Horizont nicht beim Blockbuster von letzter Woche endet.

Aber, let’s face it: die Mehrheit der Fans kommt halt über das Gewinnspielangebot und schert sich ansonsten nicht groß um das, was daneben so auf Cellurizon läuft. Und wenn die Non-Gewinnspiel-Topics nichts mit Star Wars oder der nächsten Comicverfilmung zu tun haben quillt die Interaktionsrate mit meinen Beiträgen auch nicht gerade über. Aber das ist eben der sprichwörtliche Drahtseilakt bei Social Media-Präsenz und Filmberichterstattung allgemein und FB (Reichweitenbeschneidung), Twitter (Unübersichtlichkeit bei rappelvoller Timeline) und Google+ (nutzen halt wenige) machen es einem nicht einfacher, wenn man nicht auf Mechaniken wie Clickbaiting und co. setzen will…

„Es muss immer auch einen Haudrauf-Affen wie Michael Bay geben“

Micha: Was mir bei Deinen Postings und Deinen Artikeln sofort auffiel, wir scheinen eine ähnliche Filmjugend gehabt zu haben. Jedenfalls was Filme wie Jurassic Park, Mad Max oder Terminator angeht. Ganz persönliche Frage daher: was hältst Du von Con Air, Independence Day und Armageddon? ;)

Christian: Con Air ist so der typische Mid-90ies-Actioner und gefällt mir heute nicht mehr so gut wie früher, im Gegensatz zu zum Beispiel The Rock. Independence Day verliert für mich außerhalb der Kinoleinwand so ziemlich alles, was an dem Film irgendwie reizvoll ist und das Emmerich’sche Katastrophenkino und die ganze Art, wie der Schwabenbube seine Filme aufzieht, mag ich mir nicht mehr gerne ansehen. Armageddon habe ich lange nicht gesehen, aus dem Gedächtnis macht der aber Spaß. Ich bin auch kein Bay-Hasser. Es muss zu allem einen Pol oder ein Gegengewicht geben. Und zu jedem versierten Filmemacher mit raffinierten Erzähltechniken und so weiter muss es drum immer auch einen Haudrauf-Affen wie Bay geben ;)

Stimme Christian zu: The Rock ist ein klasse Film
© Buena Vista International
Micha: Ich habe den Award auch ins Leben gerufen, weil ich finde, dass Filmblogger untereinander nicht konkurrieren, sondern bestenfalls kooperieren sollten. Wie siehst Du die deutsche Filmblogger-Landschaft?

Christian: Entspannter als noch vor einiger Zeit. Mit meinem Kontaktkreis bin ich total im Reinen und mir persönlich ist lange keiner auf eine Art blöd gekommen, die mich die deutsche Filmblogosphäre einstmals sehr kritisch oder quasi als non-existent betrachten ließ. Und ich will da nicht ewig auf ollen Kamellen rumreiten, deswegen begrüße ich, was sich da in den vergangenen Monaten und vermutlich initiiert durch den Wachrütteltext von Alex Matzkeit auf Real Virtuality getan hat, und ich begrüße ebenso eine Aktion wie deine Awardverleihung mit Jury aus diesen Kreisen. Daran, dass innerhalb der Cluster der Filmblogosphäre weiterhin viel eigene Suppe gekocht wird, hat sich aber wohl nicht so viel geändert und ich denke, da kann man auch keinen Lösungsansatz schaffen, der irgendwie zweck- oder überhaupt sinnführend ist. Fernsehsender, Filmstudios oder bspw. Konsolenhersteller könnten sich auch alle an einen Tisch setzen und gemeinsam tolle Megaprojekte austüfteln und die Welt damit beglücken, aber: Konkurrenz bleibt dennoch irgendwo Konkurrenz und wenn (nur so als Beispiel) zwanzig einzelne Fimblogger ohne große Subjektivierung des Themas den neuen Star Wars-Trailer posten, statt auf den Beitrag desjenigen zu verlinken, der ihn als erstes online hatte, dann möchte eben jeder sein Stück vom Kuchen der Macht. Aber so lange ein Blog echte Intentionen und ein Konzept verfolgt (viele sprießen ohne beides hervor und verschwinden dann auch schnell wieder) und so eine Meinungsvielfalt entsteht, die nicht zwingend kooperieren, sondern gesund koexistieren kann, ist das soweit auch völlig in Ordnung.

Micha: Kannst Du mir als Jurymitglied noch einen Tipp geben, welchen Film ich bis zum Ende des Jahres gesehen haben sollte?

Christian: Jeden, denn wie weiter oben erwähnt: wenn es Film ist, ist es interessant. Oder, wenn du so viel Zeit nicht hast, zum Beispiel die ebenfalls schon erwähnten Enemy und Under the Skin, wenn’s mal „was anderes“ sein soll.

Micha: Was dürfen Deine Leser 2015 von Dir erwarten?

Christian: Viel. Ich tüftel im Hintergrund ununterbrochen an Cellurizon und wenn die Seite ihren nächsten Optimierungsschritt hinter sich hat (ich bin halt erst heute und nach sechs Jahren im Selbstlehrgang gut genug im Programmieren, um langgehegte Wünsche für die Seite umzusetzen) habe ich einen ganz großen Schritt vor, der bisher aber erst einem kleinen, exklusiven Kreis offenbart ist. Ansonsten bleibt eigentlich alles wie gehabt, bei mir sind Intention und Konzept nach sechs Jahren gefestigt und funktionieren so weit ja auch ganz gut.

Micha: Ich bin gespannt welcher große Schritt damit gemeint ist und wünsche Dir mit Cellurizon weiterhin viel Spaß und Erfolg! Dankeschön für das Interview, Christian:)

Samstag, 13. Dezember 2014

Der Filmtipp: [REC] 4 - Ganz nett, aber warum heißt die Reihe eigentlich noch so?

Sieben Jahre ist es her, dass die beiden Regisseure Jaume Balagueró (Sleep Tight, u.a.) und Paco Plaza Reporterin Angela Vidal in den unter Quarantäne stehenden Wohnblock Barcelonas schickten. Was folgte waren drei Sequels und zwei US-Remakes. Das Found Footage Genre gewann einen weiteren Franchise-Klassiker hinzu. Sogar dem „Der Filmtipp“-Logo diente der Schocker als Inspiration. Leider wurden die Stärken des ersten Teils mit jedem weiteren Film geschwächt. [REC]4 ist nun der Versuch seines Schöpfers, alles zu einem passablen Ende zu bringen.

Worum es geht: Fernsehjournalistin Angela Vidal (Manuela Velasco) überlebt wie durch ein Wunder mehrere Stunden im verseuchten Wohnblock Barcelonas (aus [REC] 1 und 2) und wird von einem SWAT-Team auf ein Schiff gebracht. Der umfunktionierte Öl-Tanker dient als provisorische Quarantäne-Station und als Versuchslabor. Dr. Ricarte (Hector Colomé) und weitere Wissenschaftler an Bord arbeiten verzweifelt an einem Gegenmittel. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht. Angela spürt, dass etwas nicht stimmt. Zusammen mit ihrem Retter Guzmán, Schiffsingenieur Nic und einer weiteren Überlebenden (aus Teil 3) versucht sie der Sache auf den Grund zu gehen. Angela ahnt dabei nicht, dass sie es ist, die die Katastrophe auslösen wird.


Zurück zu alten Stärken

Fangen wir mit den guten Nachrichten an. Der Film ist deutlich besser als der äußerst schwache [REC]³, der nur noch von Paco Plaza inszeniert wurde. Jaume Balagueró kehrt nun zurück zur ursprünglichen Ernsthaftigkeit des Themas. Er verzichtet nach wie vor auf apokalyptische Landschaften, Zombie-Overkill und heroische Heldentaten. Stattdessen setzt [REC]4 wieder auf Dichte und begrenztem Raum. Und das ist gut so, denn das hat die ersten beiden Teile ausgemacht. Ein alter Öl-Tanker bei schlechtem Wetter passt als Location natürlich perfekt zur Gesamtstimmung.

© Filmax Entertainment
Leider – und das sage ich nicht nur, weil ich das Genre mag – ist es noch immer ein fetter Minuspunkt, dass erneut auf die Wackelkamera verzichtet wird. Warum heißt die Reihe überhaupt noch [REC]? In diesem Fall hätte das dem Grusel und der klaustrophobischen Atmosphäre einfach sehr gut getan. Die Darsteller sind nicht stark genug, um inszeniertes Hollywoodkino auf die Leinwand zu bringen. Das merkt man vor allem den Hauptfiguren an. Kaum auszumalen würden die Darsteller von Paranormal Activity mal „richtige“ Filme machen. [REC] und [REC]2 sind Found-Footage-Klassiker – warum zum Geier tritt Balagueró seine Erfolgshits mit Füßen? Das ging doch schon bei Blair Witch Project 2 schief…

Virus? Teufel? Ja, was denn nun?

Wer die drei anderen Filme gesehen hat, der wird auch gespannt darauf sein, wie der vierte Teil nun den Kreis zwischen Zombie-Virus und Okkult-Horror schließt. Ohne zu viel zu verraten kann ich Euch sagen, dass das durchaus gut gelungen ist. Und zwar ohne großen Exorzismus-Schnick-Schnack. Eine tatsächliche Antwort darauf gibt es allerdings trotzdem nicht. Der Film geht nur ein wenig weiter, was mir persönlich nicht mal sonderlich gefiel. Mir hätten die tollwütige Schiffscrew und die durchgedrehten Affen schon ausgereicht. Auch die zombiefilmtypischen Splatter-Szenen wirken in Verbindung zu Teil 1 und 2 irgendwie deplatziert.

© Filmax Entertainment
Fazit:

[REC]4 ist der Versuch einer Versöhnung. Leider wird der Schritt rückwärts nur halbherzig vollzogen und so weiß der Zuschauer am Ende gar nicht mehr, was die Filmreihe denn nun überhaupt sein wollte. Glaubt man den Aussagen der Macher, schließt Teil 4 die Geschichte ab. Stimmt das, bleiben viele Fragen offen. Am Ende haben wir einen netten, diplomatischen Horrorschocker, der Teil 1 und 2 um Längen verfehlt. Teil 3 lässt er dagegen aber alt aussehen. Die Bilder sind stimmig und die Spannung passt. Wer mehr Hintergrund-Stories lesen möchte, der kann sich das dazugehörige Buch REC: The Official Book kaufen.


Freitag, 12. Dezember 2014

TView: Primetime's best - Rex and the City plus Leo

Hallo ihr Lieben,

Freitag ist wieder TV-Free! Läuft nichts. Nur Blödsinn. Geht auf den Weihnachtsmarkt oder macht einen DVD-Abend. Samstag wird’s wieder gut, der Sonntag sogar noch besser ;)

Eine Niere zum Mitnehmen, bitte

Als Fan von Die Insel und Beim Leben meiner Schwester habe ich wirklich große Erwartungen an Alles, was wir geben mussten. Ich finde diese Menschliche-Ersatzteil-Lager-Geschichten so spannend. Wahrscheinlich, weil ich sie gar nicht mehr für so utopisch halte. Wenn auch euch das Thema reizt, dann schaltet ein am Samstag um 20:15 Uhr auf Prosieben.

Trash, Trasher, Poseidon Rex

Micha hat ihn schon gesehen und seine Meinung war: „Er ist so schlecht, dass sich selbst Trash-Filme über ihn lustig machen.“ Schon mal eine bessere Filmbeschreibung gelesen? Ich auch nicht J Samstag um 20:15 Uhr auf Tele5. Wo sonst?!? ;)

© Anderson Digital

Böse Geschichten

Seit Kurzem verbringe ich gerne meine Montag-Abende mit den Medical Detektives und den Anwälten der Toten (RTL Nitro ab 20:15 Uhr).  Deshalb ist mein Top-Tipp für Sonntag auch Deutschlands größte Kriminalfälle um 20:15 auf Kabel Eins. Ich hoffe, es ist mindestens genauso spannend wie meine Montagssendungen… Leider kein Qualitätsgarantie, schon lange nichts mehr auf Kabel Eins geguckt.

Abu Sexy

Carrie hat schlimme Eheprobleme. Ihr Mann will einen Fernseher im Schlafzimmer. Die einzig logische Lösung: Urlaub machen mit Ihren Freundinnen auf Abu Dhabi. Klingt sinnlos? Ist es auch! Ist aber auch kurzweilig und deshalb trotzdem ein Filmtipp von mir. Außerdem erzeugt die „unterschwellige“ Abu Dhabi-Werbung absolutes Fernweh! Sex and the City 2, Sonntag, 20:15 Uhr auf Sixx.



Vom Fliegen und Filmen: Aviator

Der einzige Film, den ich diese Woche empfehle, mit Hollywood-Charakter. Und zwar jeder Menge. Fünf Oscars und Stars wie Cate Blanchett, Leonardo DiCaprio, Kate Beckinsale, Alec Baldwin, Jude Law, Willem Defoe, Gwen Stefanie… und und und. Zur Story: Wir erleben die 40er Jahre aus der Sicht des Flugpioniers und Filmproduzenten Howard Hughes und später seinen Fall durch Politskandale - wenn wir einschalten natürlich. Am Sonntag um 20:15 Uhr auf Prosieben Maxx.

Bis bald, 
Eure Cansu

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Der Filmtipp: Poseidon Rex - Monstermäßig monster-mäßig

Das müsst Ihr Euch mal vor Augen halten. Stellt Euch vor Ihr könnt nach jahrelanger Arbeit endlich einen wohlverdienten Urlaub auf einer kleinen Insel vor Belize machen. Die Menschen halbnackt, das Wetter phänomenal, die Drinks klasse und das Wasser klar und blau. Doch dann startet die Natur einen erbarmungslosen Racheakt gegen den Menschen und schickt ihre schlimmste Katastrophe in den Krieg gegen den Frieden: den Poseidon Rex. In diesem gleichnamigen Science-Fiction-Epos treffen Geldgier, Beziehungsdrama und der nackte Kampf ums Überleben aufeinander.

Worum geht es überhaupt? Jane und Rod verbringen einen gemeinsamen Urlaub auf einer paradisischen Insel vor Belize. Gleich beim ersten Tauchkurs entdecken die beiden Schatztaucher Jackson Slate, der verletzt im Wasser treibt. Zusammen mit dem Paar bringt Touristenführer Henry den Bewusstlosen zu einer Bekannten, Meeresbiologin Sarah. „Jacks“ erklärt der Gruppe, er habe im Blue Hole nach Mayagold gesucht, um seine Schulden bei Gangster Tariq zu begleichen. Dabei sei ein Monster aus seinem Uhrzeitschlaf geweckt worden. Der Truppe bleibt nur eine Wahl…na eigentlich stellen sich ihnen zig Möglichkeiten, aber sie entscheiden sich für: Schatz finden, Monster töten. Doch Tariq hat seine Killer schon längst auf Jackson und Co angesetzt. Wow!
(Anmerkung zum Plakat: siehe unten!)

Regisseur Mark L. Lester liefert eine cineastische Kunstspielerei ab. So wiederholen sich auffällig häufig Tier- und Landschaftsaufnahmen. Zum Beispiel eine Schildkröte, die einmal im Intro und einmal an einer ganz anderen Stelle auftaucht. Auch herumtreibende Wrackteile einer Yacht sehen den Wrackteilen eines kleinen Motorboots später zum Verwechseln ähnlich. Musikalisch begleitet wird das gesamte Werk stets vom selben Song. Ja richtig. EINEM Song. Der hat aber Ohrwurmcharakter! Como te llamas, I wanna know your name, what’s your number…ach lassen wir das. Ich schweife ab.

„Wenn du jetzt tauchst, werde ich richtig böse auf dich sein.“

Ein weiteres Merkmal für Drehbuchtiefe und Sinndichte sind die grandios eingestreuten Dialoge. „Es trägt alle Merkmale eines Dinosauriers.“ – „Eine ausgestorbene Art vielleicht?“. Wissenschaftlich hält’s der Film also so realistisch wie nur möglich. Auch beziehungstechnisch geht der Film näher an die Figuren. Allein bei Rods Frage an Jane, „Willst Du jetzt endlich schnorcheln, oder was?“, überlässt die Tonalität dem Zuschauer Interpretationsfreiheit. Ist es Rods überschwängliche Euphorie, oder ist er doch genervt vom Nörgeln seiner Partnerin? Auch als sie Jack im Wasser treibend finden sagt er: „Weiß nicht, ob er noch bei Bewusstsein ist oder was.“ Ist das jetzt eine Frage, oder eine Aussage, oder was?

Sarah tut, was eine Meeresbiologin tun muss: ihre Arbeit.
© Anderson Digital


„Ich bin doch nicht verrückt, das ist ein Monsterei, oder?“ – „Du bist nicht verrückt.“

Getragen wird der Film von seinen Hauptfiguren. So stellt Anne McDaniels beabsichtigt das pure Gegenteil einer typischen Meeresbiologin dar. Barbusig, blond, humorvoll (Das nenne ich versteckte Gesellschaftskritik!). Und doch zeigt sich in ihr ein faszinierender Blick für die Realität. Allein beim Tauchgang findet sie Fußspuren auf dem Meeresgrund (ja, Fußspuren!) und weiß sofort: „Das sind Fußspuren von Dinosauriern. Glaub ich.“ Sie hält sich nicht lange mit Theorien auf, sondern kommt mit Leidenschaft gleich zur Sache. Übrigens auch bei „Jacks“. Oder generell. Jedenfalls wirkt ihr Motoranschmeißen wie ein Handjob. Der Satz „Ich pumpe so schnell ich kann“ ist ein weiteres Indiz dafür, dass sie alles gibt. Sie ist es auch, die sofort erkennt, dass es sich um einen Predator Rex handelt. Verzeihung, Poseidon Rex. Nein, Moment. P-Rex! Hier sehen wir, der Song ist Storytelling pur.

Jurassic-Park-Technik stinkt dagegen ab: Sarahs Labor-Equipment
© Anderson Digital
Ähnlich wie im aktuellen Godzilla ist das namensgebende Monster übrigens nur dezent in die Gesamthandlung eingebaut. Meistens kündigt es seine Angriffe durch Gebrüll unter Wasser an (ja, unter Wasser), um wenig später, egal bei welcher Meerestiefe, kniehoch durch die Wellen zu trampeln. Gefühlt sehen wir während seiner Angriffe nur drei Einstellungen von den P-Rex, was die Echse noch geheimnisvoller erscheinen lässt. Und wie schafft der Rex es, dass die Gangster auf dem Boot ein ganzes Magazin an ihm vorbeischießen, optisch sogar ins eigene Boot? Was ist dieses Ding bloß? Und hat es Anziehungskräfte? Urplötzlich wird aus einer Geisterstadt ein Mob flüchtender Menschen, je näher der Rex dem Festland kommt. Wahnsinn.


Fazit
Ich bin begeist…okay, es reicht. Der Film ist absolute Sch*** und zwar von der ersten bis zur letzten Sekunde. Zorro-Narben auf toten, halbnackten Frauenkörpern okay. Aber wenn in der Kuss-Szene jeder einzelne Schmatzer lauter als jedes Rex-Gebrüll ist, dann ist das langsam aber sicher zu viel. Im Übrigen auch die bescheuerte Militäreinlage am Ende. Nein, hier ist nicht mal der Trash amüsant. Einfach nur schlecht. Alles. Oder was.

*Anmerkung zum Filmplakat - Es gibt im Film keinen Sturm, keine Blitze, keine Wellen, keine Helikopter. Es gibt: ruhige See, sonniges Wetter, Kampfjets. Brüste gibt es aber!


Mittwoch, 10. Dezember 2014

Der Filmtipp: Grand Budapest Hotel - bunt, schrill, bilderbuchmäßig

Endlich habe ich es geschafft mir Grand Budapest Hotel anzusehen, einer der wohl meistgelobten Filmperlen des Jahres. Regisseur und Drehbuchautor Wes Anderson (Darjeeling Limited, Moonrise Kingdom, u.a.) konnte mich mit seinen Vorgängerwerken nie wirklich begeistern, doch Spielfilm Nummer 8 ist das gelungen. Und wie. Freunde von Adam Sandler und Kevin James dürften bei dem Wort Komödie allerdings enttäuscht bis schwer kulturgeschockt sein.

Worum geht es überhaupt: Der beliebte und gebildete Concierge Gustave arbeitet und lebt im Grand Budapest Hotel und widmet seiner Berufung jeden Augenblick, vor allem nächtlichen Bedürfnissen alter Damen. Mit Zero Moustafa bekommt er einen jungen, ehrgeizigen Lobby Boy an seine Seite gestellt, der ihm treu ergeben ist. Als die betagte Stammkundin Madame D. stirbt, bricht ein Erbstreit mit ihrer Familie aus, der Gustave und Zero in ein Abenteuer stürzt, dass beide zusammen schweißt, während im geschichtlichen Hintergrund der Weltkrieg vorsichtig an die Türen des Hotels klopft.

Ich so: „Cool, Edward Norton! Jeff Goldblum! Und Bill Murray! Und…! Und...!“ 

Regisseur Wes Anderson ist offenbar kein wählerischer Mann und glücklicherweise niemand, der ausschließlich aktuelle Namen in seine Filme lockt. Beispiel: Owen Wilson, Adrien Brody, Bill Murray, Edward Norton, Tilda Swinton, Harvey Keitel, Willem Dafoe, Jeff Goldblum, Jason Schwartzman – alle diese Darsteller haben in mindestens einem seiner Werke bereits mitgespielt. Die meisten von ihnen in deutlich mehr Anderson-Filmen. Trotzdem hat er es geschafft weitere „Promis“ wie Jude Law, Bond-Girl Léa Seydoux, Tom Wilkinson und Saoirse Ronan zu verpflichten. Die Anderson-Crew ist ein eingespieltes Team, was übrigens bis zur Musik reicht. Godzilla-Komponist Alexandre Desplat gehört ebenfalls dazu.

© 20th Century Fox
Es ist Hauptdarsteller und Anderson-Neuling Ralph Fiennes (Roter Drache, Skyfall, Harry Potter, u.a.), der die Geschichte trägt. Ich bin heilfroh, dass es mal nicht Johnny Depp (der angeblich absagte) war, dem die Ehre einer solchen Rolle zuteilwurde. Fiennes spielt mit einer solch spürbaren Freude sein intensives Theater-Overacting, dass sich der Film alleine dafür lohnt. Charmant, sympathisch und absolut skurril. Sein Gegenüber, Tony Revolori, muss sich allerdings nicht verstecken. Seine Ruhe, seine Vernunft, seine Hingabe sind der absolut passende Kontrast zu Fiennes Darbietung. Ein durchgeknalltes Dreamteam von ganz großer Klasse.

Es ist die gesamte Machart, die Grand Budapest Hotel so besonders erscheinen lässt. Die Liebe steckt hier eindeutig im Detail. So wurden die im Film erwähnten Gemälde, Jüngling mit Apfel (Michael Taylor) und Two Lesbians Masturbating (Rich Pellegrino), extra angefertigt. Die Ski-Verfolgungsjagd ist eine Liebeserklärung an Roman Polanskis Tanz der Vampire und so ziemlich jede Location besitzt originale Vorlagen, wie zum Beispiel das Palace Hotel in Karlsbad, das dem Grand Budapest Hotel zum Verwechseln ähnlich sieht. Überall kleine, chaotische Spielereien, sei es der aus Wikipedia-Artikeln zusammengekleisterte Todesartikel in der Zeitung, Bill Murrays Name „M. Ivan“, was auf Ungarisch so viel heißt wie „Was ist?“, oder die Kameraschwenks, die fast ausnahmslos im 90°-Winkel gedreht wurden.

© 20th Century Fox
Die Alpenregion Zubrowska, in der Grand Budapest Hotel spielt, gibt es übrigens gar nicht. Trotzdem ist das Werk eine britisch-deutsche Mixtur erster Güte. Entstanden ist der Film in Koproduktion zwischen Grand Budapest Limited und der Neunzehnten Babelsberg Film GmbH, die visuellen Effekte stammen von den Stuttgarter LUXX Studios. Als Kulissen dienten zahlreiche Gebäude und Landschaften rund um Deutschland, zum Beispiel das Warenhaus und die Stadthalle von Görlitz, oder weitere Settings in Zwickau oder Dresden. Premiere feierte der Film auf den Filmfestspielen in Berlin 2014, wo er mit dem Silbernen Bären/Großen Preis der Jury ausgezeichnet wurde.

Fazit:
Das Grand Budapest Hotel ist eine bunte Bonbon-Packung, mit charmanter Theatralik und fantastischer Bühnenoptik. Der Film wirkt wie eine sorgfältige Buchverfilmung, besitzt allerdings nichts von einer solch schweren Last. Den Spaß beim Dreh merkt man den Schauspielern deutlich an. Tipp: Mit seiner märchenhaften Erzählweise passt der Film wunderbar in die Weihnachtszeit.


Ich habe Grand Budapest Hotel in vier Kategorien für den #DerFilmtippAward 2014 vorgeschlagen:

Ralph Fiennes für die beste Hauptrolle
Tony Revolori als besten Newcomer
Die Kostüme von Milena Canonero
Wes Anderson für das beste Drehbuch

Dienstag, 9. Dezember 2014

Interview: Wulf Bengsch über Jury-Gedanken, Noah und sein Medienjournal - „Es gab eine Zeit, wo ich ans Aufhören gedacht habe.“

Der Filmtipp Award rückt näher. Welche Filme am Ende ausgezeichnet werden entscheide ich dann zusammen mit einer Jury aus Filmexperten. Einer davon ist Wulf Bengsch aus Essen, Betreiber der Seite Medienjournal. Seine Kritiken, seine Schauspielerportraits und vor allem der Media Monday sorgen wöchentlich dafür, dass sich lange Blicke auf sein Blog lohnen. Am vergangenen Montag feierte er den 180. Media Monday. Gleich doppelter Anlass also, ihm ein paar Fragen zu widmen.

Micha: Hi Wulf, erst einmal herzlichen Glückwunsch zur 180. Ausgabe des Media Mondays. Wie ich finde eine Reihe, die uns nicht nur ermöglicht Dampf abzulassen, nostalgisch zu werden oder zu huldigen, sondern auch klasse zum Netzwerken. Ich hoffe doch wir haben noch sehr lange etwas davon?!

Wulf: Hey Michael! Danke für die Glückwünsche erst einmal. Ich muss zugeben, dass ich immer noch baff bin, wie viel Anklang diese Aktion auch nach der langen Zeit noch findet und wie auch immer wieder neue Teilnehmer hinzukommen. Es gab tatsächlich mal eine Zeit, wo ich ans Aufhören gedacht habe und sogar schon entsprechende Abschiedsworte vorbereitet habe, aber letztlich habe ich es dank vieler wohlmeinender Worte dann doch nicht übers Herz gebracht, die Reihe einzustampfen, worüber ich natürlich im Nachhinein sehr froh bin, denn an ein Ende ist derzeit nicht zu denken, macht mir das wöchentliche Ausrichten und vor allem das Feedback, das ich dafür bekomme, doch immensen Spaß, so dass auch 2015 sicherlich niemand auf den Media Monday wird verzichten müssen.

„Ich hätte Amy Adams gewählt.“

Micha: Du bist Mitglied in der Jury meines kleinen Awards, den ich am Ende des Jahres vergeben möchte. Das freut und ehrt mich natürlich. Gibt es Kategorien, bei denen Du Dich jetzt schon festlegen könntest?

Wulf: Schwierig, da ich doch erschreckend wenige Filme gesehen habe, wie mir scheint, zumindest was die Nominierungen anbelangt. Ich versuche gerade noch ein wenig was aufzuholen, damit ich nicht überall Dallas Buyers Club wählen muss, plane zumindest noch The Wolf of Wall Street zu sehen, den ich sicherlich auch in einigen Kategorien favorisieren werde und habe mir zumindest – auch wenn die Rezension noch nicht online ist – jüngst American Hustle angesehen, wobei ich hier schon mokieren möchte, dass sich Amy Adams nicht unter den Nominierten in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin befindet, die ich ansonsten sicherlich gewählt hätte.

Micha: Aus aktuellem Anlass habe ich den Spieß mal umgedreht und einen kleinen Media Monday für Dich vorbereitet:

1. Ich portraitiere Darsteller nicht nur textlich, sondern zeichne sie auch. Wenn ich eine Person portraitieren müsste, die für mich das Kinojahr 2014 geprägt hat, dann wäre das Matthew McConaughey, weil er eben nicht nur für seine Rolle in "Dallas Buyers Club" den wohlverdienten Oscar bekommen hat, sondern auch noch mit "Interstellar" in einem der meisterwarteten Filme des Jahres zu sehen war und sich fernab der großen Leinwand zudem noch in der HBO-Serie "True Detective" hervorgetan hat und nach vielen grandiosen Rollen in den letzten Jahren nun nachhaltig und unwiderruflich seinen Status als ernstzunehmender Schauspieler zu festigen wusste.

Nicht mein Fall, Wulfs aber schon: Noah (2014)
© Paramount
2. Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Wenn ich einen Blick auf Michas Liste der Nominierten werfe, kann ich ihm durchaus Filme empfehlen, die er bis zum Voting noch sehen sollte. Und zwar beispielsweise "Spuren", "Snowpiercer" und "Knights of Badassdom", wobei letzterer sicherlich keine Nominierungen nach sich ziehen wird, aber umso mehr für eine abwechslungsreiche Empfehlungsliste sorgt.

3. Unsere Meinungen zu Noah liegen offenbar deutlich auseinander. Vor allem hat mir an dem Film Aronofskys ihm eigene Interpretation des Stoffes, die archaische Lesart und der markante Fantasy-Touch gefallen, weil ich mit Bibel-Verfilmungen eigentlich herzlich wenig anfangen kann, mir aber die versteinerten Engel, der düstere Look des Films und die mystifizierte Geschichte doch sehr zugesagt haben, trotz des verkitschten Endes und einigen unnötigen Längen, die sich hätten vermeiden lassen.

4. Wenn Micha mir am Ende des Jahres die entgültige Nominiertenliste präsentiert, werde ich bei meinem Voting vor allem danach gehen müssen, welche Filme ich überhaupt schon gesehen habe, denn da ich in diesem Jahr meines Wissens nicht ein einziges Mal im Kino gewesen bin, muss ich mich ganz auf die Filme konzentrieren, die es mittlerweile auch schon zu kaufen gibt, wobei ich mich natürlich in den nächsten Wochen noch einmal bemühen werde, etwaige Wissenslücken zu schließen.

5. Wenn ich mir eine zusätzliche Kategorie aussuchen dürfte, dann wäre das vermutlich eine für Indie-Produktionen und Geheim-Tipps, denn vieles Sehenswertes schafft ja nun einmal leider nicht den Weg in unsere Kinos und da würde es sich anbieten, noch einmal eine gesonderte Nominierten-Liste zu schaffen, die nicht mit den üblichen Blockbustern konkurrieren muss. Alternativ könnte man den Ansatz der genre-spezifischen Nominierten (Endzeit, Found Footage…) weiter ausbauen und meinetwegen Krimis/Thriller oder Science-Fiction-Filme mitreinnehmen.

Wulfs Favorit? Matthew McConaughey in Dallas Buyers Club
© Ascot Elite
6. Wenn ich darauf angesprochen werde, was Euch auf medienjournal-blog.de im Jahr 2015 erwartet, antworte ich natürlich, dass ihr euch auf zahllose Kritiken jedweder Form freuen dürft und dass ich gerade in punkto Film noch einiges in petto habe, da ich gerade dabei bin, meinen Stapel ungesehener Filme zu reduzieren, doch auch die Schauspieler-Portraits plane ich als wöchentliche Serie fortzuführen, ebenso - wie oben schon erwähnt - den Media Monday, der euch und mir natürlich auch im nächsten Jahr erhalten bleibt!

7. Zuletzt gesehen habe ich "127 Hours" und das war beeindruckend, weil ich einerseits Danny Boyle Hochachtung zollen muss für die Art und Weise, wie er es geschafft hat, den Film spannend und unvorhersehbar zu halten, obwohl er in punkto Setting und Möglichkeiten doch eigentlich akut eingeschränkt war, andererseits, weil ich James Franco in letzter Zeit eigentlich nur in lustigen Rollen gesehen habe und beeindruckt war von der Hingabe, mit der er den Bergsteiger Aron Ralston verkörpert hat.

Micha: Dankeschön für Deine Zeit, Wulf. Und weiterhin viel Erfolg Dir und Deiner Seite. Ich bin gespannt über Deine Urteile am Ende des Jahres, auch wenn Noah wohl nicht gut abschneiden wird ;)

Montag, 1. Dezember 2014

Media Monday #179: „Bei Two and a Half Men und 2 Broke Girls wird mir schlecht.“

Hi Freunde,

es ist mal wieder Zeit für eine Runde Media Monday. Dieses Mal verrate ich Euch eines meiner absoluten Lieblingsfilmpaare. Außerdem erkläre ich Euch, weshalb ich gerne einen Tag mit Steven Spielberg tauschen würde und warum Filme mit Quentin Tarantino mich grundlegend erst einmal begeistern. Wenn ihr wissen wollt, welche Serie ich am besten und welchen zweiten Teil eines Films ich am schlechtesten finde, dann viel Spaß beim Durchlesen!


1. Die wohl beste Comedy-Serie in meinen Augen ist aktuell Modern Family. Insgesamt würde ich da HIMYM und King Of Queens aufzählen. Eine gute Comedy-Serie muss in meinen Augen immer vor allem sympathische Figuren haben, denen man gewillt ist über Wochen, Monate und Jahre zu folgen. Dazu passt auch Big Bang Theory – bin selbst kein großer Fan, kann aber die Liebe zur Serie nachvollziehen. Anders als in anderen Genres muss Comedy nicht zwangsläufig eine große, tiefe Story verfolgen, aber zu flach und dumm sollte es auch nicht sein. Wenn ich an Two and a Half Men oder 2 Broke Girls denke wird mir ganz schlecht.

2. Bradley Cooper (Der Scharfschütze, Hangover, u.a.) und Jennifer Lawrence (Der Biber, American Hustle, u.a.) waren ein echtes Traumpaar in Silver Linings, denn der Film hat mal nicht den stereotypischen Kitsch und Klamauk ausgepackt, sondern zwei Figuren, die fehlerhaft sind und angegriffene Seelen mit sich schleppen. Diesen Dramaaspekt in ein solches Good-Feel-Movie zu packen war ein Risiko, welches Cooper, Lawrence und auch alle anderen im Film großartig gemeistert haben. Demnächst sind sie wieder zusammen vor der Leinwand, in Serena. Abgesehen davon stehe ich auf Mr. und Mrs. Smith mit Brangelina. Super lustig, sexy, cool und spannend.

3. Wenn Quentin Tarantino das Drehbuch schreibt und auf dem Regiesessel Platz nimmt wird für mich ein Film unwiderstehlich, schließlich bin ich ein großer Fan seiner Werke. Er ist meiner Meinung nach einer der besten Geschichtenerzähle und Filmeliebhaber, die ich kenne.

4. Der mieseste zweite Teil ist gleichzeitig auch die Fortsetzung des miesesten ersten Teils: Sharknado – The Second One. In diesem Film stimmt aber auch so überhaupt nichts. Natürlich ist es völlig offensichtlich, dass das auch der Plan der Macher war. Selten wurde über so viel geistigen Schwachsinn so charmant geschmunzelt. Das befreit einen Film aber trotzdem nicht davon mies zu sein. Und das ist er, aber so richtig!

5. Elliot Seymour hat seinen Zenit längst überschritten, wie der Boxkampf gegen Micky Rourke wohl eindeutig unter Beweis stellt, denn der alte Mann hat den Jungen ganz schön vermöbelt. Ich bin mir auch fast sicher, dass da keine PR mit im Spiel war. Ich bin auch überhaupt nicht sarkastisch in diesem Moment. Überhaupt nicht! Kein Stück….ein bisschen.

6. Dürfte ich einen Tag mit Steven Spielberg den Platz tauschen, würde ich das Drehbuch durchwinken, dass ich selbst verfasst habe. Und zwar zu einem Spin Off zu Jurassic Park: Vergessene Welt mit Peter Stormare (Armageddon, Constantine, u.a.) in der Hauptrolle. Mehr verrate ich jetzt hier nicht, denn leider ist das Werk noch nicht fertig und leider durfte ich bislang noch nie den Platz mit Steven Spielberg tauschen. Ich kann Euch aber verraten, dass es nicht ausschließlich ein Survival-Abenteuer-Trip werden würde, sondern eher eine One-Man-Show á la Castaway.

7. Zuletzt gelesen habe ich die unzähligen Netzkommentare zum Star Wars Trailer und das war unendlich nervig, weil wir heutzutage nur noch meckern können im Netz. Ich bin ja selbst kein Freund von zu seichter Doof-Unterhaltung, aber wie in Gottes Namen kann man den Film jetzt schon so vorverurteilen? Ein Jahr vor Veröffentlichung, wegen dieser paar Bilder? Das will nicht in meinen Kopf. Manchmal habe ich das Gefühl, dass Trailer nur noch produziert werden, um der motzenden Menge Nahrung zu bieten. Und schon motze ich selbst, ertappt.

Bis zum nächsten Mal!

Micha

Vorfreude: Dezember 2014 mit Hobbit-Finale, Moses Epos und Stephen Hawking

Hi zusammen,

das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Ein letztes Mal präsentiere ich Euch 2014 meine Top 5 unter den Kinohits, die uns im kommenden Monat erwarten. Da wir uns so langsam aber sicher in der Oscar-Saison befinden und gleichzeitig Vorweihnachtszeit herrscht ist es kein Wunder, dass es wieder eine bunte Mischung aus Dramatik und Blockbuster im Dezember gibt. Nicht in meinen Top 5 sind zum Beispiel Science-Fiction-Geheimtipp Coherence oder The Homesman mit Hilary Swank und Tommy Lee Jones. Auch Til Schweigers Honig im Kopf und The Unforgiven mit Ken Watanabe haben es nicht geschafft.



Platz 5


Die Entdeckung der Unendlichkeit klingt kitschig und trieft nach Oscarhunting. Doch glaubt man der internationalen Presse liefern Felicity Jones und Eddie Redmayne (Les Miserables, Black Death, u.a.) eine tatsächlich fantastische Leistung ab. Ab dem 25. Dezember geht der Film über das Leben von Stephen Hawking an den Start. Das Drehbuch basiert auf Jane Hawkings Memoiren Die Liebe hat elf Dimensionen: Mein Leben mit Stephen Hawking.

Platz 4


Tom Hardy (Inception, Warrior, u.a.), Noomi Rapace (Verblendung, Prometheus, u.a.) und James Gandolfini (Genug gesagt, Die Sopranons, u.a.) – ein klasse Darsteller-Ensemble in einem Gangsterdrama vereint. The Drop - Bargeld startet bei uns schon am 4. Dezember und kann bereits viel Kritikerlob aus der internationalen Presse verzeichnen. Gerade Tom Hardy hat mir zuletzt in No Turning Back verdammt gut gefallen!

Platz 3


Ich bin inkonsequent. Er hat Prometheus und The Counselor trotz vieler meiner Lieblingsdarsteller versaut und doch lockt mich Ridley Scott mit seinen epischen Trailern von Exodus wieder ins Kino. Ab dem 25. Dezember duellieren sich Christian Bale als Moses und Joel Edgerton (Warrior, The Thing, u.a.) als Ramses in unseren Kinos. In den Nebenrollen gastieren Sigourney Weaver, Aaron Paul und Ben Kingsley – das muss doch was werden.

Platz 2


Brangelina war gestern, es lebe Brannifer! Wieder sehen wir Jennifer Lawrence und Bradley Cooper zusammen vor der Kamera. 1929, Mittlerer Westen, in den Bergen von North Carolina. Das Ehepaar George und Serena regiert gewissermaßen über einen Landstrich und wird immer erfolgreicher. Doch Serena kann keine Kinder bekommen. Ab dem 18. Dezember sehen wir, wie sie daran zerbricht, Mordpläne schmiedet und sich ein perfides Duell mit ihrem ehemaligen Glück liefert. Ich freue mich jetzt schon.

Platz 1


Der Hobbit: Die Schlacht der fümf Heere. Endlich können wir das große, epische Finale der Hobbit-Saga im Kino bestaunen. Ein letztes Mal sehen wir Bilbo, Gandalf und Co durch die einzigartigen Tolkien-Welten laufen mit einer Schlacht, die so furios werden soll, dass Fans von Peter Jackson Pipi in den Augen kriegen werden. Warten wir es ab. Ab dem 10. Dezember heißt es: 3D-Brille aufsetzen und leise Goodbye sagen zu einer Filmreihe, die in die Geschichte eingegangen ist.