Sieben Jahre ist es her, dass die beiden Regisseure Jaume
Balagueró (Sleep Tight, u.a.) und Paco Plaza Reporterin Angela Vidal in den unter
Quarantäne stehenden Wohnblock Barcelonas schickten. Was folgte waren drei
Sequels und zwei US-Remakes. Das Found Footage Genre gewann einen weiteren Franchise-Klassiker
hinzu. Sogar dem „Der Filmtipp“-Logo diente der Schocker als Inspiration. Leider
wurden die Stärken des ersten Teils mit jedem weiteren Film geschwächt. [REC]4
ist nun der Versuch seines Schöpfers, alles zu einem passablen Ende zu bringen.
Worum es geht: Fernsehjournalistin Angela Vidal (Manuela
Velasco) überlebt wie durch ein Wunder mehrere Stunden im verseuchten Wohnblock
Barcelonas (aus [REC] 1 und 2) und wird von einem SWAT-Team auf ein Schiff
gebracht. Der umfunktionierte Öl-Tanker dient als provisorische
Quarantäne-Station und als Versuchslabor. Dr. Ricarte (Hector Colomé) und weitere Wissenschaftler an Bord arbeiten
verzweifelt an einem Gegenmittel. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht. Angela spürt, dass etwas nicht stimmt.
Zusammen mit ihrem Retter Guzmán, Schiffsingenieur Nic und einer weiteren Überlebenden
(aus Teil 3) versucht sie der Sache auf den Grund zu gehen. Angela ahnt dabei nicht, dass
sie es ist, die die Katastrophe auslösen wird.
Zurück zu alten Stärken
Fangen wir mit den guten Nachrichten an. Der Film ist
deutlich besser als der äußerst schwache [REC]³, der nur noch von Paco Plaza
inszeniert wurde. Jaume Balagueró kehrt nun zurück zur ursprünglichen Ernsthaftigkeit
des Themas. Er verzichtet nach wie vor auf apokalyptische Landschaften, Zombie-Overkill
und heroische Heldentaten. Stattdessen setzt [REC]4 wieder auf Dichte
und begrenztem Raum. Und das ist gut so, denn das hat die ersten beiden Teile
ausgemacht. Ein alter Öl-Tanker bei schlechtem Wetter passt als Location
natürlich perfekt zur Gesamtstimmung.
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| © Filmax Entertainment |
Leider – und das sage ich nicht nur, weil ich das Genre mag –
ist es noch immer ein fetter Minuspunkt, dass erneut auf die Wackelkamera
verzichtet wird. Warum heißt die Reihe überhaupt noch [REC]? In diesem Fall hätte das dem Grusel und der klaustrophobischen
Atmosphäre einfach sehr gut getan. Die Darsteller sind nicht stark genug, um
inszeniertes Hollywoodkino auf die Leinwand zu bringen. Das merkt man vor allem
den Hauptfiguren an. Kaum auszumalen würden die Darsteller von Paranormal Activity
mal „richtige“ Filme machen. [REC] und [REC]2 sind Found-Footage-Klassiker
– warum zum Geier tritt Balagueró seine Erfolgshits mit Füßen? Das ging doch
schon bei Blair Witch Project 2 schief…
Virus? Teufel? Ja, was denn nun?
Wer die drei anderen Filme gesehen hat, der wird auch
gespannt darauf sein, wie der vierte Teil nun den Kreis zwischen Zombie-Virus
und Okkult-Horror schließt. Ohne zu viel zu verraten kann ich Euch sagen, dass
das durchaus gut gelungen ist. Und zwar ohne großen Exorzismus-Schnick-Schnack.
Eine tatsächliche Antwort darauf gibt es allerdings trotzdem nicht. Der Film
geht nur ein wenig weiter, was mir persönlich nicht mal sonderlich gefiel. Mir
hätten die tollwütige Schiffscrew und die durchgedrehten Affen schon
ausgereicht. Auch die zombiefilmtypischen Splatter-Szenen wirken in Verbindung
zu Teil 1 und 2 irgendwie deplatziert.
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Fazit:
[REC]4 ist der Versuch einer Versöhnung.
Leider wird der Schritt rückwärts nur halbherzig vollzogen und so weiß der
Zuschauer am Ende gar nicht mehr, was die Filmreihe denn nun überhaupt sein
wollte. Glaubt man den Aussagen der Macher, schließt Teil 4 die Geschichte ab.
Stimmt das, bleiben viele Fragen offen. Am Ende haben wir einen netten,
diplomatischen Horrorschocker, der Teil 1 und 2 um Längen verfehlt. Teil 3
lässt er dagegen aber alt aussehen. Die Bilder sind stimmig und die
Spannung passt. Wer mehr Hintergrund-Stories lesen möchte, der kann sich das
dazugehörige Buch REC: The Official Book kaufen.









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