Donnerstag, 17. April 2014

Godzilla Special: 10 Gründe für die erfolgreiche Rückkehr des Königs

1 Gareth Edwards  

Der 39-jährige Brite ist der Regisseur von Godzilla. Bekannt wurde er durch seinen Independentfilm Monsters, für den er auch das Drehbuch schrieb. Er hat es also schon einmal geschafft gewaltigen Kreaturen einen besonderen Look zu verpassen und sie mal aus einer anderen Perspektive zu vermitteln. 2010 erhielt er dafür 3 Evening Standard British Film Awards. Als Regisseur der BBC- und ProSieben-Kooproduktions-Doku End Day überzeugte er mit der Inszenierung fünf verschiedener Apokalypse-Szenarien. Für die Doku Hiroshima steuerte er die visuellen Effekte bei. Warum ich so viel Hoffnung in seine Arbeit habe? An seinem Versprechen, den Film so humorfrei und realistisch wie möglich zu gestalten, ohne die altbeliebten Godzilla-Eigenschaften zu vernachlässigen, halte ich fest. 

2 Bryan Cranston und Co
 
Kaum jemand kann einen Antihelden so gekonnt verkörpern wie Bryan Cranston. Die Rolle des Walter White in Breaking Bad hat das mehrfach bewiesen. Er bringt die nötige Balance zwischen Wahnsinn, Zynismus und Zerbrechlichkeit mit. Hinzu gesellt sich Aaron Johnson, der als Kick Ass seinem schwarzen Humor mit bissiger Mimik und gut choreografierten Actioneinlagen Kultstatus verliehen hat. Auch auf Ken Watanabe freue ich mich, weil er charismatisch ist, bei meinem Lieblingsfilm Inception dabei war und als Japaner für alten Godzilla-Flair sorgt. Was mir noch mehr Hoffnung gibt ist, dass die Nebenrollen nicht halbherzig besetzt worden, sondern mit Preisträgern und Drama-Schauspielern wie Juliette Binoche (Chocolat, u.a.), Sally Hawkins (Blue Jasmine, u.a.) und David Strathairn (Lincoln, u.a.). 

3 David S. Goyer und Frank Darabont

Frank Darabont hat schon die Drehbücher zu Die Verurteilten, The Green Mile und Gesetz der Rache geschrieben. Vor allem war er aber beteiligt an der Entstehung meiner Lieblingsserie The Walking Dead. David S. Goyers Feder bringt die passende Düsternis mit. Bestes Beispiel dafür sind die The Dark Knight-Filme, Blade und The Crow. Er ist der Mann für die dunklen Blockbuster, wenn man so will. Die beiden wurden beim Schreiben nicht allein gelassen. Drew Pearce (Iron Man 3, Sherlock Holmes 3, Mission: Impossible 5) kennt sich gut aus mit der Zeichnung von Helden-Charakteren, während Dave Callaham eher aus der Action-Szene kommt (Doom – der Film, The Expendables 3). Umso schöner, dass mit Max Borenstein sogar ein bislang unbekannter Schreiberling dabei ist. 

4 Seamus McGarvey

Der 46-jährige Brite Seamus McGarvey ist ein Rockstar unter den Kamermännern, denn seine ersten Arbeiten waren Musikvideos für U2, The Rolling Stones, Coldplay oder Robbie Williams. In Hollywood gehört er aktuell zu den angesagtesten Filmern, weil er es schafft den Wechsel zwischen Geschwindigkeit und Emotion perfekt einzufangen. In Sahara oder World Trade Center punktete er zum ersten Mal in Action- und Abenteuer-Blockbustern. Doch was er richtig gut kann ist Figurennähe und Panorama. Es ist kein Wunder, dass er seine zwei Oscar-Nominierungen für Filme wie Abbitte und Anna Karenina erhielt, während er gleichzeitig für Marvel’s The Avangers arbeitete und bald Fifty Shades of Grey einfängt. Er kann Bildgewalt und Drama perfekt verbinden. 

5 Yoshimitsu Banno

Wie groß letztendlich sein Beitrag zu dem neuen Film sein wird weiß ich nicht. Trotzdem ist es angenehm ihn im Produzenten-Team zu haben. Der Japaner war selbst Regisseur bei Godzilla – Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster. Auf diese Art und Weise kann darauf gehofft werden, dass wachende Augen aufpassen, dass der neue Godzilla die Tradition der alten Filme beibehält und respektiert. Natürlich ist seine Mitbeteiligung auch schön für die PR und die Vermarktung. Trotzdem glaube ich, dass es ein weiteres Zeichen dafür ist, dass der neue Godzilla nicht so plump wird wie 1998. 

6 Alexandre Desplat


Seine Verpflichtung ist eine der größten Überraschungen, für mich persönlich aber auch eine der positivsten Nachrichten. Der französische Komponist ist nämlich kein neuer Hans Zimmer. Fast ausschließlich komponiert er eigentlich Scores für Dramen und tragische Filme. Ein paar Beispiele: u.a. Die Queen, The King’s Speech, Der Gott des Gemetzels, Argo, Zero Dark Thirty, Der seltsame Fall des Benjamin Button, Coco Chanel, Philomena oder The Grand Budapest Hotel. In den ersten Trailern hört man bereits in welche Richtung seine musikalische Untermalung geht und ich bekomme dabei jetzt schon Gänsehaut. Auch er ist ein weiteres Indiz dafür, dass die Macher Godzilla endlich würdigen und ernst nehmen. 

7 Passende Dramaturgie 

Ich hatte es gerade bereits erwähnt. Die Atmosphäre des neuen Godzilla-Filmes wird sehr düster und dunkel sein. Das Auftreten des Kultmonsters wird wohl eher einer Naturkatastrophe gleichen, als einem neuen Jurassic Park. Der Humor wird dabei höchstwahrscheinlich ganz auf der Strecke bleiben. Die Trailer kündigen jedenfalls jede Menge Tod, Verlust und Zerstörung an, ohne dabei auch nur einen lockeren Spruch in die Kamera zu tragen. Bryan Cranston kommen die Tränen, ein Vater flüchtet auswegslos mit seiner Tochter auf dem Arm vor einem Tsunami und die Städte brennen. Atomare Strahlung und Kampfeinsätze der US-Armee inklusive könnte der neue Godzilla endlich wieder ohne Selbstinszenierung eines B-Schauspielers über die Bühne gehen. 

8 Das Roland-Emmerich-Syndrom 

Vorweg: Ich kann nicht mal behaupten, dass ich seine Version von Godzilla nicht schon zig mal gesehen habe. Irgendwie macht er auch Spaß. Doch dramaturgisch, fern von Tricktechnik und 90er Jahre Charme ist sein Film einfach mies. Immer wieder schien sein Godzilla die Größe gewechselt zu haben, ganz abgesehen davon, dass er zu „tierisch“ war. Mit schlechten Darstellern wie Matthew Broderick konnte das nix werden. Umso optimistischer blicke ich in die Zukunft, denn mit dem 1998er Godzilla im Rücken, kann der neue Film eigentlich nur gewinnen und vieles besser machen. 

9 Die Vorboten 

Die Trailer und Teaser zum neuen Film begeistern und lassen erahnen, dass die Versprechen eingehalten wurden. Godzilla wird es mit mindestens zwei, drei anderen Kaijus zu tun bekommen. Die Musik und die Optik sind extrem auf düstere Apokalypse getrimmt („Es wird uns zurück in die Steinzeit katapultieren“). Dazu kommen grandiose Effekte und ein Godzilla, der immer wieder nur angedeutet wird, gleichzeitig aber schon so viel zeigt, dass das Fan-Herz höher schlägt. Der "International Trailer" nimmt sogar Bezug auf Godzillas Tod in der 1954er Version und es wird mindestens in drei Städten gewütet. 

10 The King Himself 

Godzilla hat wieder etwas mehr von seiner alten Größe und seiner alten Boshaftigkeit zurückerlangt. Laut Gareth Edwards wird er sogar seinen atomaren Strahl aus dem Rachen einsetzen – wenn auch in etwas realistischerer Art und Weise. Und ganz wichtig: Sein bekanntes Gebrüll hat er auch nicht abgelegt über die Jahre. Es ist - liest man zwischen den Zeilen diverser Aussagen – fast klar, dass die anderen Kaijus, wie z.B. MUTU kein langfristiges Problem für Godzilla sein werden. Der Fokus soll ganz auf der Macht und der Größe des Titelmonsters liegen. Der neue Godzilla wird kein fischfressendes Muttertier sein, sondern eine Naturgewalt die Tsunamis auslöst und reihenweise Menschen umbringt. Wer am Ende den Kampf gewinnt ist dabei fast egal, Hauptsache ist: Der König ist zurück!

Start: 15. Mai 2014
USA - Legendary Pictures & Warner Bros
Budget: 160 Mio. Dollar
Regisseur: Gareth Edwards
Darsteller: Bryan Cranston, Aaron Johnson, Elizabeth Olsen, Juliette Binoche, Ken Watanabe, Sally Hawkins, David Strathairn, u.a.

 

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen