1 Gareth Edwards
Der 39-jährige Brite ist der Regisseur von Godzilla. Bekannt
wurde er durch seinen Independentfilm Monsters, für den er auch das Drehbuch
schrieb. Er hat es also schon einmal geschafft gewaltigen Kreaturen einen
besonderen Look zu verpassen und sie mal aus einer anderen Perspektive zu
vermitteln. 2010 erhielt er dafür 3 Evening Standard British Film Awards. Als
Regisseur der BBC- und ProSieben-Kooproduktions-Doku End Day überzeugte er mit
der Inszenierung fünf verschiedener Apokalypse-Szenarien. Für die Doku Hiroshima
steuerte er die visuellen Effekte bei. Warum ich so viel Hoffnung in seine
Arbeit habe? An seinem Versprechen, den Film so humorfrei und realistisch wie
möglich zu gestalten, ohne die altbeliebten Godzilla-Eigenschaften zu
vernachlässigen, halte ich fest.
2 Bryan Cranston und Co
Kaum jemand kann einen Antihelden so gekonnt verkörpern wie
Bryan Cranston. Die Rolle des Walter White in Breaking Bad hat das mehrfach
bewiesen. Er bringt die nötige Balance zwischen Wahnsinn, Zynismus und
Zerbrechlichkeit mit. Hinzu gesellt sich Aaron Johnson, der als Kick Ass seinem
schwarzen Humor mit bissiger Mimik und gut choreografierten Actioneinlagen
Kultstatus verliehen hat. Auch auf Ken Watanabe freue ich mich, weil er
charismatisch ist, bei meinem Lieblingsfilm Inception dabei war und als Japaner
für alten Godzilla-Flair sorgt. Was mir noch mehr Hoffnung gibt ist, dass die
Nebenrollen nicht halbherzig besetzt worden, sondern mit Preisträgern und
Drama-Schauspielern wie Juliette Binoche (Chocolat, u.a.), Sally Hawkins (Blue
Jasmine, u.a.) und David Strathairn (Lincoln, u.a.).
3 David S. Goyer und Frank Darabont
Frank Darabont hat schon die Drehbücher zu Die Verurteilten,
The Green Mile und Gesetz der Rache geschrieben. Vor allem war er aber
beteiligt an der Entstehung meiner Lieblingsserie The Walking Dead. David S.
Goyers Feder bringt die passende Düsternis mit. Bestes Beispiel dafür sind die
The Dark Knight-Filme, Blade und The Crow. Er ist der Mann für die dunklen
Blockbuster, wenn man so will. Die beiden wurden beim Schreiben nicht allein
gelassen. Drew Pearce (Iron Man 3, Sherlock Holmes 3, Mission: Impossible 5)
kennt sich gut aus mit der Zeichnung von Helden-Charakteren, während Dave
Callaham eher aus der Action-Szene kommt (Doom – der Film, The Expendables 3).
Umso schöner, dass mit Max Borenstein sogar ein bislang unbekannter
Schreiberling dabei ist.
4 Seamus McGarvey
Der 46-jährige Brite Seamus McGarvey ist ein Rockstar unter
den Kamermännern, denn seine ersten Arbeiten waren Musikvideos für U2, The
Rolling Stones, Coldplay oder Robbie Williams. In Hollywood gehört er aktuell
zu den angesagtesten Filmern, weil er es schafft den Wechsel zwischen
Geschwindigkeit und Emotion perfekt einzufangen. In Sahara oder World Trade
Center punktete er zum ersten Mal in Action- und Abenteuer-Blockbustern. Doch
was er richtig gut kann ist Figurennähe und Panorama. Es ist kein Wunder, dass
er seine zwei Oscar-Nominierungen für Filme wie Abbitte und Anna Karenina
erhielt, während er gleichzeitig für Marvel’s The Avangers arbeitete und bald
Fifty Shades of Grey einfängt. Er kann Bildgewalt und Drama perfekt verbinden.
5 Yoshimitsu Banno
Wie groß letztendlich sein Beitrag zu dem neuen Film sein
wird weiß ich nicht. Trotzdem ist es angenehm ihn im Produzenten-Team zu haben.
Der Japaner war selbst Regisseur bei Godzilla – Frankensteins Kampf gegen die
Teufelsmonster. Auf diese Art und Weise kann darauf gehofft werden, dass
wachende Augen aufpassen, dass der neue Godzilla die Tradition der alten Filme
beibehält und respektiert. Natürlich ist seine Mitbeteiligung auch schön für
die PR und die Vermarktung. Trotzdem glaube ich, dass es ein weiteres Zeichen
dafür ist, dass der neue Godzilla nicht so plump wird wie 1998.
Seine Verpflichtung ist eine der größten Überraschungen, für
mich persönlich aber auch eine der positivsten Nachrichten. Der französische
Komponist ist nämlich kein neuer Hans Zimmer. Fast ausschließlich komponiert er
eigentlich Scores für Dramen und tragische Filme. Ein paar Beispiele: u.a. Die
Queen, The King’s Speech, Der Gott des Gemetzels, Argo, Zero Dark Thirty, Der
seltsame Fall des Benjamin Button, Coco Chanel, Philomena oder The Grand
Budapest Hotel. In den ersten Trailern hört man bereits in welche Richtung
seine musikalische Untermalung geht und ich bekomme dabei jetzt schon
Gänsehaut. Auch er ist ein weiteres Indiz dafür, dass die Macher Godzilla
endlich würdigen und ernst nehmen.
7 Passende Dramaturgie
Ich hatte es gerade bereits erwähnt. Die Atmosphäre des
neuen Godzilla-Filmes wird sehr düster und dunkel sein. Das Auftreten des
Kultmonsters wird wohl eher einer Naturkatastrophe gleichen, als einem neuen
Jurassic Park. Der Humor wird dabei höchstwahrscheinlich ganz auf der Strecke
bleiben. Die Trailer kündigen jedenfalls jede Menge Tod, Verlust und Zerstörung
an, ohne dabei auch nur einen lockeren Spruch in die Kamera zu tragen. Bryan
Cranston kommen die Tränen, ein Vater flüchtet auswegslos mit seiner Tochter
auf dem Arm vor einem Tsunami und die Städte brennen. Atomare Strahlung und
Kampfeinsätze der US-Armee inklusive könnte der neue Godzilla endlich wieder
ohne Selbstinszenierung eines B-Schauspielers über die Bühne gehen.
8 Das Roland-Emmerich-Syndrom
Vorweg: Ich kann nicht mal behaupten, dass ich seine Version
von Godzilla nicht schon zig mal gesehen habe. Irgendwie macht er auch Spaß.
Doch dramaturgisch, fern von Tricktechnik und 90er Jahre Charme ist sein Film
einfach mies. Immer wieder schien sein Godzilla die Größe gewechselt zu haben,
ganz abgesehen davon, dass er zu „tierisch“ war. Mit schlechten Darstellern wie
Matthew Broderick konnte das nix werden. Umso optimistischer blicke ich in die
Zukunft, denn mit dem 1998er Godzilla im Rücken, kann der neue Film eigentlich
nur gewinnen und vieles besser machen.
9 Die Vorboten
Die Trailer und Teaser zum neuen Film begeistern und lassen
erahnen, dass die Versprechen eingehalten wurden. Godzilla wird es mit
mindestens zwei, drei anderen Kaijus zu tun bekommen. Die Musik und die Optik
sind extrem auf düstere Apokalypse getrimmt („Es wird uns zurück in die
Steinzeit katapultieren“). Dazu kommen grandiose Effekte und ein Godzilla, der
immer wieder nur angedeutet wird, gleichzeitig aber schon so viel zeigt, dass
das Fan-Herz höher schlägt. Der "International Trailer" nimmt sogar Bezug auf Godzillas Tod in
der 1954er Version und es wird mindestens in drei Städten gewütet.
10 The King Himself
Godzilla hat wieder etwas mehr von seiner alten Größe und
seiner alten Boshaftigkeit zurückerlangt. Laut Gareth Edwards wird er sogar
seinen atomaren Strahl aus dem Rachen einsetzen – wenn auch in etwas
realistischerer Art und Weise. Und ganz wichtig: Sein bekanntes Gebrüll hat er
auch nicht abgelegt über die Jahre. Es ist - liest man zwischen den Zeilen
diverser Aussagen – fast klar, dass die anderen Kaijus, wie z.B. MUTU kein
langfristiges Problem für Godzilla sein werden. Der Fokus soll ganz auf der
Macht und der Größe des Titelmonsters liegen. Der neue Godzilla wird kein
fischfressendes Muttertier sein, sondern eine Naturgewalt die Tsunamis auslöst
und reihenweise Menschen umbringt. Wer am Ende den Kampf gewinnt ist dabei fast
egal, Hauptsache ist: Der König ist zurück!
Start: 15. Mai 2014
USA - Legendary Pictures & Warner Bros
Budget: 160 Mio. Dollar
Regisseur: Gareth Edwards
Darsteller: Bryan Cranston, Aaron Johnson, Elizabeth Olsen, Juliette Binoche, Ken Watanabe, Sally Hawkins, David Strathairn, u.a.
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