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Sonntag, 3. August 2014

Herr, lass Hai vom Himmel regnen - Sharknado: The Second One

Genug gesagt? Rund vier Millionen Zuschauer sahen die amerikanische TV-Premiere des Sharknado-Sequels Sharknado: The Second One. Absoluter Quotenrekord für den Sender SyFy. Hinzu gesellen sich rund eine Milliarde (ja, eine Milliarde) Twitter-Impressions. Das Trash-Produktionsteam The Asylum hat offenbar den Nerv vieler Filmfreunde getroffen und schon vor Start des zweiten Teils die Dreharbeiten zu Nummer drei bestätigt.

Als passionierter Filmkritiker muss ich mich entschuldigen, denn auch ich hatte wieder meinen Spaß. Auch wenn ich schon den ersten Teil zerriss, ich muss beide empfehlen. Aber warum? Was macht den Erfolg aus? Für mich ganz klar die Selbstironie, die dem ganzen Stumpfsinn Charme verleiht.

Shark happens, again.

Zum Glück sind wieder Ian Ziering (Beverly Hills, 20210, u.a.) als Fin Shepard und Tara Reid (Eiskalte Engel, Scrubs, u.a.) als April Wexler (oder „die Zwei gegen den Hai“) unterwegs. Beide spielen so herrlich dämlich, das hätte niemand sonst so hinbekommen. Hoffe ich jedenfalls. Dieses Mal sorgt die globale Erwärmung für einen monströsen Twister, der auf New York zusteuert. Dieser drückt die Wassermassen in die U-Bahn-Schächte, saugt Haie auf und lässt sie über der Metropole niederprasseln. Natürlich haben die Tiere in diesem Moment nichts anderes zu tun, als beim Sturz sofort zuzubeißen.

Man merkt dem Film sein höheres Budget an, so konnten bekannte Gesichter wie Vivica A. Fox (Independence Day, Kill Bill, u.a.) oder Judd Hirsch (Independence Day, A Beautiful Mind, u.a.) für den Streifen gewonnen werden. Ein Höhepunkt für mich sind aber die eingestreuten Wetternachrichten der echten Moderatoren und Meteorologen Al Roker, Matt Lauer und Stephanie Abrams. Hai-Niederschlagsraten in Hai pro Minute, Hai-Geschwindigkeiten von 5 Inches und digitale Wetterkarten mit Sharknado-Icons - alles ist dabei und wird wissenschaftlich erklärt. Großartig!

Dieser "Kenn ich doch"-Moment...

Dieses Mal muss Fin auch die Familie seiner Schwester retten. Ihr Name: Ellen Brody. Der Name ihres Mannes: Martin Brody. Das sind wahrscheinlich nur rein zufällig exakt die Namen der Hauptcharaktere aus Der Weisse Hai. Dass Sohnemann Vaughn so heißt wie der Bürgermeister und Freundin Chrissie den Namen des ersten Opfers aus dem Klassiker trägt…ach lassen wir doch diese Verschwörungstheorien. Schauen wir uns lieber die völlig offensichtlichen Fakten an.

Wie zum Beispiel das Product Placement von Subway, das in seiner penetranten Art und Weise seinesgleichen sucht. Sogar The Subway Guy Jared Fogle hat einen Cameo-Auftritt. Autsch. Da kommt der Konami-Klassiker Frogger als lebensrettende Idee schon deutlich sympathischer rüber. Apropos Cameo: Wil Wheaton (The Big Bang Theory, u.a.), Kelly Osbourne und Ex-MTV-Vjane Kari Wuhrer tauchen auch irgendwann, irgendwo auf.


© Syfy
Wer hier Logik sucht, dem ist nicht zu helfen. Sharknado: The Second One vergewaltigt das Hirn und das mit purer Absicht. Wie bei einem Unfall. Grausam, aber man kann auch nicht weggucken. Alle Fehler aus Teil 1 werden nicht nur wiederholt, sondern auf die Spitze getrieben. Mit Blick auf das Empire State Building sogar wortwörtlich. Von einer heroischen Rede á la Independence Day über eine umfunktionierte Prothese als Waffe wie in Planet Terror bis hin zu schlechten Wortspielen wie „Hailiger Scheiß“ – Trash-Freunden wird alles geboten. Und ja, auch die Kettensäge feiert ein grandioses Comeback.

Die Gewinner sind hier eindeutig der Lachmuskel und das Verständnis von Selbstironie. Deshalb schließe ich auch mit einem Dialog zwischen Ian Ziering und Judd Hirsch ab:

„Hier ist meine Karte, ich fahre nicht nur Taxi, ich bin auch Schauspieler. Vielleicht spiele ich ja mal irgendwann Dich.“

„Wenn jemand mich in einem Film spielt, dann bin das ich.“

„Ja, dann wird der Film eben schlecht.“

Samstag, 2. August 2014

Hallo zusammen - TV-Filmtipp gefällig?

Hi, ich bin Cansu,

ich unterstütze Micha, in dem Euch ich einmal die Woche über die Highlights des Fernsehprogramms berichte. Falls Ihr jetzt eine Zusammenfassung Eurer TV-Zeitschrift erwartet, liegt Ihr falsch. Wir alle wissen, dass im Fernsehen manchmal nur >>Fäkalwort<< läuft. Deshalb werde ich Euch nur Filme oder Sendungen empfehlen, die ich selbst gucken würde. Wenn meiner Meinung nach nichts läuft, lautet meine Empfehlung sehr wahrscheinlich: "Läuft nichts! Schaut Euch Michas Empfehlung an." ;)

Mein Filmtipp für dieses Wochenende ist die herzzerreißende Geschichte eines kleinen Jungen, der seine Mutter und Geschwister bei einem Gewaltverbrechen verliert und selbst nur haarknapp überlebt. Einige Jahre später wird er von Wesen einer anderen Welt entführt. Sein Vater setzt alles daran ihn wieder zurückzuholen. Unterstützung findet er von einer Frau, dessen großes Geheimnis jedoch ihr selbst im Weg steht.

Und? Habt Ihr es erraten?

Jaaa, Findet Nemo! Am Samstag, den 2. August 2014 um 20:15 Uhr auf RTL. Schaut ihn Euch an, den wohl besten Film seines Genres…! Das Warten auf diesen Film hat mal wieder viel zu lange gedauert.

Am Sonntag zeigen uns Brad Pitt (Inglorious Basterds, Fight Club, u.a.) und Jonah Hill (21 Jump Street, The Wolf of Wall Street, u.a.) dann noch Die Kunst zu gewinnen – Moneyball. Der Film erhielt 2012 sechs Oscarnominierungen, u. a. Brad Pitt für die „Beste männliche Hauptrolle“. Ihr könnt Euch ja denken, wie es ausgegangen ist :)

Nichts desto trotz: Sehr guter Film, auch von Micha gibt es 85% von 100%. Seine komplette Review zum Film findet Ihr HIER. Bis bald, Eure Cansu.

©2012 Disney/Pixar.
© Sony Pictures

Freitag, 1. August 2014

Verhütende Götter, Curry-Mief, Dido & ein Song als Lebensretter

Meine Damen und Herren, verehrte Filmfreunde,

wir sind hier heute versammelt, um den beknacktesten Filmtitel in der Kategorie „Doofdeutsch“ für den Monat August im Jahre 2014 zu küren. Häufig brauchen wir Deutschen eine Übersetzungshilfe, wenn unserem Verständnis der englischen Sprache Grenzen aufgezeigt werden. Manchmal brauchen wir eine ergänzende Erläuterung, die uns in ihrer totalen Penetranz erklärt, worum es in dem Meisterwerk geht, welches wir zu schauen planten. Und manchmal möchten wir einfach den Dichter und Denker in uns entfesseln – lyrischen Tiefsinn suchen oder aber selbst preisgeben.

Meine Damen und Herren, die folgenden vier Filme erfüllen all diese Begehren. Es ist mir eine Freude, diese zu präsentieren.

The Nominees are...

Svecenikova Djeca heißt übersetzt Die Kinder des Priesters und geht bei uns am 7. August an den Start mit dem unglaublich witzigen, ach was sage ich, humorrevolutionärem Titel Gott, verhüte. Wortspiel verstanden? Ein Brüller. Und jede Nominierung wert.

Weil in Deutschland niemand etwas mit dem bloßen Filmtitel Belle (14.08.2014) anfangen kann, hat man ihn zum Glück umgetauft in Dido Elizabeth Belle. So weiß wenigstens jeder, um wen es geht. Wie jetzt? Noch immer keine Ahnung? Na gut, aber jetzt lockt er Euch ins Kino, oder? Nein? Mmh...

Zugegeben, der Filmtitel Begin Again (28.08.2014) ist nicht besonders spannend. Der Film aber wahrscheinlich auch nicht, auch wenn ich Keira Knightley und Mark Ruffalo schätze. Purer Kitsch. Für’s Land der Rosamunde Pilcher aber nicht kitschig genug. Titel hier: Can A Song Save Your Life?. Immerhin auf Englisch, wie modern.

Zuerst dachte ich beim 28. August an eine Nominierung für Into The Storm, bei uns bekannt als die trashigen Storm Hunters. Tatsächlich passt dieser Titel aber sogar besser. Also fiel meine Entscheidung auf Madame Mallory und der Duft von Curry. So heißt The Hundred-Foot Journey nämlich bei uns. Der Geschmack von Apfelkernen, Rost und Knochen ist sicherlich nicht so gut, wie der Duft von Curry. Trotzdem dürften die Kinos leer…gähn…bleiben.


Ich habe lange überlegt, wer sich in die Reihe neben Schadenfreundinnen und Einmal Hans mit scharfer Soße einreiht. Ich mache es kurz - and the winner is:

Gott, verhüte! 

Hier wird RTL-Ballermann-Humor ganz offensichtlich als Instrument genutzt, um überhaupt irgendwen in die Kinos zu locken. In diesem Fall ist das aber so offensiv penetrant (und nebenbei einfach nicht witzig, nein!), dass der Sieg im Monat August völlig verdient ist. Glückwunsch!

Trailer-Welle: Diese 15 Blockbuster machen wieder Lust auf Kino

Das Kinojahr 2014 hat in den vergangenen Wochen größere Pausen eingelegt, doch manchmal ist ein Schritt rückwärts nur der Anlauf. Jetzt wandern seit Tagen beinahe stündlich neue Trailer durchs Netz, was unter anderem der Comic Con zuzuschreiben ist. Ich freue mich jetzt schon wie ein Kleinkind auf die kommenden Blockbuster und habe Euch mal zur Übersicht eine kleine Liste vorbereitet. Here we go:

Planet der Affen: Revolution (07.08.2014)
Regie: Matt Reeves (Cloverfield, Let Me In u.a.)
Darsteller u.a.:
Jason Clarke (White House Down, Zero Dark Thirty, u.a.)
Andy Serkis (Herr der Ringe Trilogie, King Kong u.a.)
Gary Oldman (The Dark Knight Trilogie, Das 5. Element, u.a.)
Ich fand den ersten Teil mit James Franco schon klasse, sicherer Kinogang!


Guardians of the Galaxy (28.08.2014)
Regie: James Gunn (Super, Slither u.a.)
Darsteller u.a.:
Chris Pratt (Moneyball, Zero Dark Thirty, u.a.)
Zoe Saldana (Avatar, Star Trek: Into Darkness u.a.)
Michael Rooker (The Walking Dead, Jumper, u.a.)
Kannte die Guardians vorher nicht, wirkt alles sehr schrill. Mal abwarten.


Hercules (04.09.2014)
Regie: Brett Ratner (Rush Hour, Roter Drache u.a.)
Darsteller u.a.:
Dwayne Johnson (Snitch, Get Smart, u.a.)
John Hurt (Der Elefantenmensch, Contact u.a.)
Joseph Fiennes (American Horror Story, Luther, u.a.)
Johnsons unvergleichbare Selbstironie allein ist das Kinogeld wert.


Sin City: A Dame To Kill For (18.09.2014)
Regie: Robert Rodriguez (Sin City, Machete u.a.)
Darsteller u.a.:
Jessica Alba (Sin City, Machete, u.a.)
Eva Green (Casino Royale, 300: Rise of an Empire u.a.)
Josh Brolin (Hollow Man, OldBoy, u.a.)
Darauf warte ich seit Jahren - ganz klar Vorpremiere, bester Platz Mitte!


Dracula Untold (02.10.2014)
Regie: Gary Shore
Darsteller u.a.:
Luke Evans (Der Hobbit: Smaugs Einöde, No One Lives, u.a.)
Dominic Cooper (Dead Man Down, Mamma Mia u.a.)
Sarah Gadon (Cosmopolis, Enemy, u.a.)
Trailer wirkt interessant, hoffentlich nicht nur ein weiteres Underworld-Spektakel.


Hüter der Erinnerung - The Giver (02.10.2014)
Regie: Phillip Noyce (Salt, Das Kartell u.a.)
Darsteller u.a.:
Brendan Thwaites (The Signal, Maleficent, u.a.)
Meryl Streep (Sophies Entscheidung, Julie & Julia u.a.)
Jeff Bridges (Crazy Heart, The Big Lebowski, u.a.)
Kenne das Buch nicht, aber Darsteller machen den Film interessant.


Teenage Mutant Ninja Turtles (16.10.2014)
Regie: Jonathan Liebesman (Darkness Falls, Battle: Los Angeles, u.a.)
Darsteller u.a.:
Megan Fox (Jennifer's Body, Transformers, u.a.)
Noel Fisher (Battle: Los Angeles, Red u.a.)
William Fichtner (Elysium, Lone Ranger, u.a.)
Hier ist meine Meinung gespalten. Hoffe auf Spaß mit Köpfchen.


Interstellar (06.11.2014)
Regie: Christopher Nolan (Inception, The Dark Knight Trilogie, u.a.)
Darsteller u.a.:
Matthew McConaughey (Dallas Buyers Club, Tropic Thunder, u.a.)
Anne Hathaway (Les Miserables, Der Teufel trägt Prada u.a.)
Jessica Chastain (The Help, Zero Dark Thirty, u.a.)
Ein Nolan-Film ist immer ein Muss. Dann noch dieser Cast, grandios!


Die Tribute von Panem: Mockingjay 1 (20.11.2014)
Regie: Frances Lawrence (I Am Legend, Constantine, u.a.)
Darsteller u.a.:
Jennifer Lawrence (Silver Linings, American Hustle, u.a.)
Josh Hutcherson (Red Dawn, 7 Tage in Havanna u.a.)
Julianne Moore (Evolution, Vergessene Welt: Jurassic Park, u.a.)
Jetzt schon genervt von einem Finish in 2 Teilen, bislang aber Panem-Fan!


Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere (10.12.2014)
Regie: Peter Jackson (Herr der Ringe Trilogie, In meinem Himmel, u.a.)
Darsteller u.a.:
Martin Freeman (Sherlock, Per Anhalter durch die Galaxis, u.a.)
Ian McKellen (X-Men, Herr der Ringe Trilogie u.a.)
Luke Evans (No One Lives, Dracula Untold, u.a.)
Hier bin ich gespannt auf die 3D-Effekte. Hoffe es wird episch.


Exodus: Götter und Könige (25.12.2014)
Regie: Ridley Scott (Alien, Gladiator, u.a.)
Darsteller u.a.:
Christian Bale (The Dark Knight, American Psycho, u.a.)
Joel Edgerton (Zero Dark Thirty, The Thing u.a.)
Sigourney Weaver (Alien, Avatar, u.a.)
Hoffe Bale spielt besser als Scott dreht, verspreche mir viel.


Herz aus Stahl (01.01.2015)
Regie: David Ayer (End of Watch, Street Kings, u.a.)
Darsteller u.a.:
Brad Pitt (Inglorious Basterds, Fight Club, u.a.)
Logan Lerman (Percy Jackson, Noah u.a.)
Jon Bernthal (The Walking Dead, The Wolf of Wall Street, u.a.)
Klarer Fall von Titelkrampf (im Original Fury), der Trailer sieht klasse aus.


Jupiter Ascending (05.02.2015)
Regie: Lana & Andy Wachowski (Matrix, Cloud Atlas, u.a.)
Darsteller u.a.:
Mila Kunis (Black Swan, Ted, u.a.)
Channing Tatum (21 Jump Street, White House Down u.a.)
Sean Bean (Equilibrium, Herr der Ringe, u.a.)
Kaum an Tatum gewöhnt, hat er Spock-Ohren. Bin ja irgendwie gespannt drauf.


Fifty Shades of Grey (12.02.2015)
Regie: Sam Taylor-Johnson (Nowhere Boy, Destricted, u.a.)
Darsteller u.a.:
Dakota Johnson (Need for Speed, The Social Network, u.a.)
Jamie Dornan (Once Upon A Time, u.a.)
Jennifer Ehle (The King's Speech, RoboCop, u.a.)
Habe das Buch nicht gelesen, aber der Trailer ist heiß. Mal "schauen".


Mad Max: Fury Road (14.05.2015)
Regie: George Miller (Happy Feet, Mad Max Trilogie, u.a.)
Darsteller u.a.:
Tom Hardy (Inception, Warrior, u.a.)
Charlize Theron (Monster, Young Adult, u.a.)
Nicholas Hoult (Warm Bodies, X-Men: Erste Entscheidung, u.a.)
Mad Max ist Kult meiner Jugend. Tom Hardy ist spitze. Wird geguckt!



Und last but not least ist sogar ein erstes Teaserposter zu Quentin Tarantinos neuem Meisterwerk – ich bin mir sicher es wird eins – aufgetaucht:


Donnerstag, 17. Juli 2014

Snow Sharks: Nacktes Fleisch gegen kalte Flossen

Kleines Spielchen gefällig? Geht mal auf „Google Bilder“ und gebt die Namen „Emily Addison“, „Erika Jordan“ oder „Mika Brooks“ ein. Erkennt Ihr größere Unterschiede außer Haarfarbe oder Brustgröße? Wie lange habt ihr gebraucht, um diese drei Klicks auszuführen? Ich denke so lange lief in etwa das Casting für Snow Sharks.


© Splendid Film GmbH
Schon klar, der Film will gar nicht gut sein. Er möchte in einer Liga mit Sharknado, Sharktopus oder Two Headed Shark Attack belächelt werden. Und dieses Ziel erreicht er. Ganz viel Silikon, ganz wenig Gehirn. Und wenn Regisseur Scott Wheeler zuvor Filme wie MILF – je reifer die Frucht desto süßer der Saft gedreht hat, dann weiß man wohin die Reise hier wohl geht. Auch technisch schöpfen die Macher das Potenzial voll aus, nämlich gar nicht. Gott, ich weiß echt nicht wo ich ansetzen soll, um Euch einzutrichtern, dass dieser Film selbst unter den schlechten noch zu den miesen zählt. 

Ich versuche es mal mit ein paar Zitaten:


„Dale, bist du jetzt mal einen Augenblick ruhig?“
-
„Hey, ich habe Schmerzen man! Ich wurde halb von einem Hai gefressen, einen halben Kilometer durch den Schnee geschleift und gegen die blöde Karre geschleudert! Bist du verrückt?“„Nein, Dale, ich bin nicht verrückt. Ich bin Marine!“

oder:

„Ich glaube sie sind weg.“
-
„Woher willst Du das wissen?“„Sie sind verschwunden.“

Ich könnte im Prinzip alle Sprechrollen zitieren, denn die Dialoge sind tatsächlich so geistreich wie ein Hundehaufen am Straßenrand. Warte, ein Zitat noch:

„Ich glaube ich ziehe hier weg, nach Florida…Ach nein, in Florida gibt’s Sand Sharks hab ich gehört.“

Es gibt in diesem Film so gut wie keine Hauptrollen. Gesichter tauchen auf, Gesichter verschwinden. Entweder komplett, oder im Maul eines Hais. Der Film kann sich auch gar nicht entscheiden, ob es nun Schneehaie sind, die tatsächlich im Schnee schwimmen, oder aber Geister. Am Ende taucht eine „wichtige“ Japanerin auf, die aber irgendwie eine Indianerin darstellen soll. Oder so etwas in der Art. Ach ich weiß auch nicht. Was juckt es den Zuschauer auch. Es ist schließlich Spring Break. Ja, in den Bergen. Halbnackte Dummbratzen, ein Sherriff, ein Ex-Marine, ein Macho, die verständnisvolle Schöne mit Vergangenheit, ein Latino („Das hier ist nicht New York, nicht wahr Sherriff?“), ein geldgeiler Bürgermeister – alle Klischees dabei. Alle? Nein! Moment, ist das ein versteckter Hinweis auf den kommenden Film? Kommt etwa Black Sharks?

Ich finde hier keinen roten Faden mehr, aber...

...ich möchte Euch noch irgendwie Mehrwert bieten, wenigstens weitere Informationen. Also zum Beispiel erhält hier jeder Filmstudent Anschauungsmaterial, wie man Filme besser nicht schneidet. Das trifft aber auf jeden anderen Bereich zu (Ton, Musik, Effekte, usw.). Die Machete auf dem Cover kommt im Film nicht vor, die Haie sind auch viel kleiner. Im Original heißt das Wunderwerk Avalanche Sharks und Darstellerin Gina Holden bewies schon in Sand Sharks ihre zwei Talente. So, das reicht.

Als Filmfreund könnte ich mich wirklich stundenlang über Filme wie diesen hier aufregen. Leider bringen sie einen aber zum Lachen und das nicht selten. Ob gewollt oder nicht, sie machen mehr Spaß als so manche schlechte Komödie. Aber eben nur dann, wenn man ihn mit einer ordentlichen Portion Selbstironie oder Alkohol guckt.


Montag, 14. Juli 2014

Media Monday #159: Poesie, Schnitzel & WM-Auswirkungen

Hallo ihr Weltmeister!

Die WM ist vorbei, der Titel geholt und der Media Monday in Runde 159. Ich freue mich schon darauf in den kommenden Tagen wieder mehr Material zu neuen Filmen – und da gibt es meiner Meinung nach eine Menge interessante Angebote – zu besprechen. HIER gibt's z.B. schon mal meine Meinung zu The Frankenstein Theory.

So, ich bekomme das Grinsen noch nicht aus dem Gesicht, was sich auch auf meine Antworten ausgewirkt hat. Viel Spaß!





1. Die Familie Prittchet (und Dunphy) in der Serie Modern Family ist wirklich goldig. Selten hat mich ein gesamter Cast einer Comedy-Serie so sehr überzeugt, wie hier. Sogar die Kinderund jungen Darsteller sind saukomisch, bravo! 

2. Wenn man einen Film poetisch nennen könnte, dann sicherlich Jurassic Park, denn das reimt sich auf Essig-Quark. Oder wie war das mit „poetisch nennen“ gemeint? 

3. Optik ist ja nicht alles, aber der WM-Pokal sah schon beeindruckend gut aus, als er in „Das Wunder von Bern“ noch einmal von allen Fußballfans im Kino gefeiert werden durfte. 

4. Russell Crowe gefällt mir am besten in Rollen mit Bart und Zottelhaar. Spaß. Er könnte ruhig mal wieder was völlig anderes machen. 

5. Das schönste Happy-End ist für mich das Ende von Inception, weil es auf der einen Seite so emotional ist und auf der anderen Seite so bitterzynisch abschließt. 

6. Das letzte Mal so richtig als Geek gefühlt habe ich mich als ich bei Facebook einer Trendwelle gefolgt bin und ein Foto namens „Nenne einen Filmtitel und tausche ein Wort gegen das Wort Schnitzel“ gepostet habe…und mir nach 150 Kommentaren die Ideen und der Spaß daran noch immer nicht ausgingen. 

7. Zuletzt gesehen habe ich die Extended Version von Tropic Thunder und das war auch nach dem gefühlt 100. Mal gucken wieder grandios, weil ein schwarzer Robert Downey Jr., ein fluchender Tom Cruise und ein verpeilter Matthew McConaughey einfach nicht zu schlagen sind!

Abschließend noch eine Einladung zu meiner Facebook-Gruppe und meinem Twitter-Kanal einen entspannten Start ins Wochenende Euch allen :)

Donnerstag, 10. Juli 2014

The Frankenstein Theory - Es lebt! Theoretisch.

Wir schreiben das Jahr 1818. Die Londoner Autorin Mary Shelly veröffentlicht ihren Roman Frankenstein oder Der moderne Prometheus. Die Geschichte stieg zum Klassiker auf und weckt noch heute Interessen. Was aber wäre, wenn ihr Roman nur eine Maske wäre? Für ein Ereignis, das auf Tatsachen beruht?


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Keine Angst, ich propagiere hier keinen Verschwörungsverdacht. Jonathan Venkenhein (Chris Lemche) dagegen, der ist von dieser Geschichte überzeugt. Der wirre Elite-Student ist wie besessen von seiner These. In The Frankenstein Theory heuert er ein Kamerateam an, um zu beweisen, dass Frankensteins Kreatur wirklich existiert und noch heute lebt.

Seine Theorie: Es wurde ein menschenähnliches Wesen mit Sozialverhalten erschaffen, dass aufgrund seines Aussehens von der Menscheit verstoßen wurde. Aus Verachtung und der teils tierischen DNA - daher das lange Überleben - folge es tierischen Instinkten, verfolge Karibuherden durchs Land, lebe in Einsamkeit und sei verantwortlich für jede Menge ungeklärte Morde und Verschwinden im verlassenen Norden Kanadas.

Pseudo-Pseudo-Doku

Von der Mord-These erfährt das Kamerateam allerdings erst während der Tour. Die sympathisch verkörperten Filmer, die Venkenhein ohnehin nicht für ganz dicht halten, werden nervöser je tiefer es in die Wildnis geht und je lauter die Wölfe nachts heulen. Für einen Handkamerafilm nimmt sich Regie-Debütant Andrew Weiner übrigens sehr viel Zeit für tolle Landschaftsbilder. Generell sind die Aufnahmen nur selten verwackelt, dagegen meist gut positioniert. Für Found Footage ein bisschen zu gut – was den Allgemeinzuschauer aber eher erfreuen wird.Wo der Mockumentary-Flair dann völlig verfliegt sind die Momente, in denen urplötzlich Panorama-Shots und Zeitraffer abgespult werden. Wunderschön, aber echt unnötig, zumal Weiner im Interview mit Deadline mal sagte, er habe bewusst auf bekannte Darsteller verzichtet, „…weil das für die Glaubwürdigkeit des Films sehr kontraproduktiv gewesen wäre. Wenn man einen Film dreht, der vorgibt, die Realität zu zeigen, dann kann man dafür keine bekannten Schauspieler besetzen.“ Aber Aufnahmen von irgendwo sind dann okay? Nun ja.

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Horrorfans sollten sich ohnehin damit abfinden, dass dieser Film keine Achterbahn an Action und Blutschlachten ist. Er nimmt sich sehr viel Zeit für die These, für die Einführung der Charaktere und vor allem für die Natur. Ein weiteres Problem ist, dass der Betrachter zu schnell gezwungen wird, die Theorie als wahr zu entlarven. Es wäre schöner gewesen Venkenheins skurrile Art verdächtiger erscheinen zu lassen. Der Spannungsbogen ist hier bestenfalls linear. Das klingt jetzt alles furchtbar schlecht. Ist es aber irgendwie nicht. Die Figurenzeichnung ist teils stereotypisch, aber auch sympathisch. Die Schnitte, die Dialoge, die Landschaften. Zusammen mit der eigentlich nett inszenierten Frankenstein-Theorie bilden sie ein Filmchen, dem ich trotzdem gerne gefolgt bin.

By the way, so frei erfunden ist Shellys Geschichte nun auch nicht. In der Burg Frankenstein bei Darmstadt gab es einen Alchemist namens Johann Konrad Dippel. Dieser experimentierte gerne, jagte dabei versehentlich Türme in die Luft. Und glaubt man dem Bürgertratsch von damals erschuf er eine Kreatur, die heimlich Kinder und Frauen in den Wäldern killte. Märchenfreund Jacob Grimm bekam Wind davon und berichtete es Mary Jane Clairmont, seiner Englisch-Übersetzerin und - jetzt kommt‘s - Stiefmutter von Mary Shelley. Diese änderte den Namen dann um in Frankenstein.

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Mit dieser netten Nebeninfo im Hinterkopf und einer Prise Toleranz gegenüber Found Footage Filmen muss ich sagen, dass mich die Low Budget Produktion gut unterhalten hat. Das Ende ist zwar etwas enttäuschend, aber wenigstens nicht peinlich. Und klar gibt es ein paar Logiklücken. Die sind meiner Meinung nach aber noch im grünen Bereich. Ob es denn nun die Kreatur war oder ein Yeti oder Bigfoot oder einfach nur ein riesiger Irrer – das überlasse ich Eurer Fantasie.


Montag, 7. Juli 2014

Media Monday #158: Mein erstes Mal

Hallo liebe Filmfanatiker,

selten melde ich mich zu so später Stunde. Der Media Monday ist allerdings ein sehr interessanter und witziger Anlass, wie ich finde. Wer wissen möchte, was der Media Monday ist, der findet die Antwort bei meinen Kollegen von medienjournal-blog. Dankeschön noch einmal an Florian Erbach von filmverliebt, der mich darauf aufmerksam gemacht hat.



Kurze Info vor dem Start: Demnächst wird es – so Gott will – ein völlig neues Layout und eine Umstrukturierung von Der Filmtipp geben. Ich bin für jeden Tipp und vor allem für jede praktische Hilfe dankbar, gerade was Design-Fragen angeht. Meldet Euch einfach, ich würde mich freuen. So, nun aber zum... 


Media Monday #158:

1.
Der coolste Westernheld ist und bleibt Daniel Craig, denn mal ganz ehrlich, er hat gegen Außerirdische gekämpft und dabei ganz schön scharf geschossen.

2.
Die Serie New Girl hat in dem Moment stark nachgelassen, als Damon Wayans Jr zurück in die Geschichte kam, weil er mich mit seinem einseitigen Humor nicht anspricht.


3.
Wenn in Filmen Engel in Erscheinung treten, dann am besten auch gleich der Teufel.

4.
Neue Filme mit Adam Sandler würde ich mir nicht einmal unter Zwang ansehen, denn der Junge ist und bleibt talentfrei und unlustig.

5.
Es gibt heutzutage in Filmen wirklich viel zu wenig eigene Ideen, die nicht auf irgendeine Buchvorlage, ein Comic oder einen Originalfilm basieren.

6.
Buch-Verfilmungen und Comic-Adaptionen sind ja groß in Mode, aber wieso kommt eigentlich niemand mal auf die Idee, einen richtig geilen Film über Mario Kart zu drehen?

7.
Zuletzt gesehen habe ich The Frankenstein Theory und das war sehr entspannend, weil ich die WM-Pause endlich mal nutzen konnte, um mir neues Found Footage Material anzusehen.



Das hat doch mal Spaß gemacht! Mit Sicherheit war das nicht meine letzte Teilnahme, ich freue mich schon auf die kommenden Mondays. Jetzt schlaft gut und kommt entspannt in die Woche.

Liebe Grüße 

Samstag, 5. Juli 2014

Katakomben - Kameras wackeln mit Pariser Tunnelblick

Endlich wackelt die Kamera auch mal wieder im Kino. Wir Freunde des Genres können uns ab dem 28. August auf einen klaustrophobischen Kellerfilm aus den USA freuen. As Above So Below, läuft bei uns als Katakomben in den deutschen Kinos an. Bis jetzt gibt es keinen beknackten Zusatztitel. Hoffen wir, dass das nicht die einzige positive Überraschung bleibt. Einen schönen, düsteren Trailer – der für meinen Geschmack ein bisschen viel zeigt – gibt es auch schon auf Deutsch.

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Worum geht's eigentlich? Nun ja, der Name ist ist Programm. Eine Gruppe junger (Stop! Nicht Teenager? Yes!) Archäologen startet ein unterirdisches Abenteuer auf der Suche nach einem Schatz. Dafür begeben sie sich in die Pariser Katakomben und halten ihren Trip auf Kameras fest. Die Tunnelsysteme sind teilweise aber unerforscht und so kommt es für die Truppe zu Vorfällen und Komplikationen.


Allstar-Team aus No Names


Schauspieler Edwin Hodge ist kein Unbekannter. Unter anderem spielte er in All The Boys Love Mandy Lane und Red Dawn mit. In Erinnerung blieb er mir aber als Zielperson der wütenden Psychopathen aus The Purge mit Ethan Hawke. Ben Feldman tauchte dagegen meistens in Serien wie Mad Men, Numb3rs oder CSI: Den Tätern auf der Spur auf. Als absoluter Fan von Cloverfield kann ich außerdem bestätigen, dass er eine Minirolle dort hatte – und zwar als Travis, Beths Begleiter auf Robs Abschiedsparty. Eine offizielle Bestätigung habe ich noch nicht gefunden, aber im Trailer scheint es so als würde Tim Knauer ihm seine deutsche Stimme leihen. Für mich als New-Girl-und Nick-Miller-Fan (Jake Johnson) etwas gewöhnungsbedüftig. Perdita Weeks kenne ich selbst nur aus dem wirren Vampirschocker Prowl (Meine Filmkritik dazu HIER).

Über Regisseur John Eric Dowdle kann ich etwas mehr verraten. Sein zweites Regiewerk Devil – Fahrstuhl zur Hölle mit Logan Marshall-Green gefiel mir ganz gut, während sein Debüt Quarantäne nur die billige, amerikanische Kopie des spanischen Found Footage Klassikers [REC] darstellte. Zusammen mit seinem Bruder Drew schrieb er auch das Drehbuch zu
Katakomben. Freuen tue ich mich auf Elliot Greenberg, dessen Schnittarbeit schon in Chronicle – Wozu bist Du fähig super aussah.

Der Film könnte Euch gefallen wenn Ihr Filme wie The Descent, The Tunnel oder Grave Encounters mögt.

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