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Montag, 23. Februar 2015

Oscars 2015: Birdman, Grand Budapest Hotel & Whiplash räumen ab, Eddie Redmayne & Julianne Moore "best actors" - alle Gewinner & Verlierer

Die 87. Verleihung der Oscars ist vorbei. Die großen Gewinner des Abends heißen Birdman und Grand Budapest Hotel, dicht gefolgt von Whiplash. Im Vergleich dazu ist American Sniper mit einem Preis abgestürzt. Sein Debüt als Gastgeber der Academy Awards gab Neil Patrick Harris (How I Met Your Mother, Gone Girl, u.a.) mit einer für mich überraschend durchschnittlichen Performance. Ein nettes Musical-Intro und eine gelungene Whiplash/Birdman-Einlage konnten die insgesamt eher lahmen Gags nicht verbergen.

Generell war die Oscarnacht dieses Mal schwer zu genießen. Was hatten wir nicht alles... wir hatten einen Bildausfall gleich bei der ersten Bekanntgabe...jede Menge Werbung (Ich habe jedenfalls jetzt schon keine Lust mehr auf PosterXXL.de, Gotham oder Johannes Oerding), miese Auftritte von Adam Levine, Rita Ora und Lady Gaga...generell eine sehr lahme Atmo.

In Erinnerung blieb mir Terrence Howard, der eigentlich nur drei Filme ansagen sollte und dabei schon Luft schnappen musste. Was war das? Zweiter Strange-Moment: Ich zitiere einen Moviepilot-Tweet: "We live in the most incarcerated country in the world." - John Legend feat. unangenehmstes Einzellachen im Publikum aller Zeiten."

Zu meinen persönlichen Aha-Momenten zählten u.a.: Patrica Arquettes Rede für die Gleichberechtigung und Gleichbezahlung der Frau in den Vereinigten Staaten, Neil Patrick Harris' Birdman-Whiplash-Einlage, die polnische Danksagung mit Überlänge, eine mit den Tränen kämpfende Meryl Streep beim Ansagen des In Memoriam und eine einzige Überraschung bei den Preisvergaben: Julianne Moore. Schön wie sie und Eddie Redmayne sich darüber freuen konnten.

© ABC/AMPAS



Bester Film

American Sniper
Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit
Boyhood
Die Entdeckung der Unendlichkeit
Grand Budapest Hotel
The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben
Selma
Whiplash

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Beste Regie

Grand Budapest Hotel (Wes Anderson)
Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit (Alejandro Gonzalez Inarritu)
Boyhood (Richard Linklater)
Foxcatcher (Bennett Miller)
 The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben (Morten Tyldum)

Danke Alejandro, für einen besonderen Film! © 20th Centruy Fox


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Bester Hauptdarsteller

Foxcatcher (Steve Carell)
American Sniper (Bradley Cooper)
The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben (Benedict Cumberbatch)
Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit (Michael Keaton)
Die Entdeckung der Unendlichkeit (Eddie Redmayne)

Bin sicher, dass er das verdient hat. Glückwunsch! © Universal Pictures


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Beste Hauptdarstellerin

Zwei Tage, eine Nacht (Marion Cotillard)
Die Entdeckung der Unendlichkeit (Felicity Jones)
Still Alice (Julianne Moore)
Gone Girl - das perfekte Opfer (Rosamund Pike)
Der große Trip - Wild (Reese Witherspoon)

Überraschung gelungen! Glückwunsch! © BSMStudio / polyband


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Bester Nebendarsteller

Der Richter - Recht oder Ehre (Robert Duvall)
Boyhood (Ethan Hawke)
Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit (Edward Norton)
Foxcatcher (Mark Ruffalo)
Whiplash (J. K. Simmons)

Gratulation, J.K. Simmons! © Sony Pictures Releasing GmbH


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Beste Nebendarstellerin

Boyhood (Patricia Arquette)
Der große Trip - Wild (Laura Dern)
The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben (Keira Knightley)
Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit (Emma Stone)
Into The Woods (Meryl Streep)

Wo ist Mama? Sie hat gewonnen! © Universal 


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Bestes Originaldrehbuch

Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit (Alejandro G. Inarritu, Nicolas Giacobone, Alexander Dinelaris, Jr. & Armando Bo)
Boyhood (Richard Linklater)
Foxcatcher (E. Max Frye, Dan Futterman)
Grand Budapest Hotel (Wes Anderson, Hugo Guinnes)
Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis (Dan Gilroy)

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Bestes adaptiertes Drehbuch

American Sniper (Jason Hall)
Die Entdeckung der Unendlichkeit (Anthony McCarten)
The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben (Graham Moore)
Inherent Vice - Natürliche Mängel (Paul Thomas Anderson)
Whiplash (Damien Chazelle)

"Yeah, wir haben einen!" Glückwunsch! © SquareOne Entertainment


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Bester Animationsfilm

Baymax - Riesiges Robowabohu (Don Hall, Chris Williams, Roy Conli)
Die Boxtrolls (Anthony Stacchi, Graham Annable, Travis Knight)
Drachenzähmen leicht gemacht 2 (Dean DeBlois, Bonnie Arnold)
Die Legende der Prinzessin Kaguya (Isao Takahata, Yoshiaki Nishimura)
Song of the Sea (Tomm Moore, Paul Young)

"Everything is awes...oh."..Na gut, Glückwunsch. © Disney

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Bester animierter Kurzfilm

The Bigger Picture (Daisy Jacobs, Christopher Hees)
The Dam Keeper (Robert Kondo, Dice Tsutsumi)
Liebe geht durch den Magen (Patrick Osborne, Kristina Reed)
Me and my Moulton (Torill Kove)
A Single Life (Joris Oprins)


Bester fremdsprachiger Film: Ida

Glückwunsch, Polen! © Opus Film


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Bester Kurzfilm

Aya (Oded Binnun, Mihal Brezis)
Boogaloo and Graham (Michael Lennox, Ronan Blaney)
Butter Lamp (Hu Wei, Julien Feret)
Parvaneh (Talkhon Hamzavi, Stefan Eichenberger)
The Phone Call (Mat Kirkby, James Lucas)

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Bestes Szenenbild

Grand Budapest Hotel (Adam Stockhausen, Anna Pinnock)
The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben (Maria Djurkovic, Tatiana Macdonald)
Interstellar (Nathan Crowley, Gary Fettis)
Into The Woods (Dennis Gassner, Anna Pinnock)
Mr. Turner - Meister des Lichts (Suzie Davies, Charlotte Watts)

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Beste Kamera

Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit (Emmanuel Lubezki)
Grand Budapest Hotel (Robert Yeoman)
Ida (Lukasz Zal, Ryszard Lenczewski)
Mr. Turner - Meister des Lichts (Dick Pope)
Unbroken (Roger Deakins)

Ohne Konkurrenz, Glückwunsch! © 20th Centruy Fox


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Bestes Kostümdesign

Grand Budapest Hotel (Milena Canonero)
Inherent Vice - Natürliche Mängel (Mark Bridges)
Into The Woods (Colleen Atwood)
Maleficent - Die dunkle Fee (Anna B. Sheppard, Jane Clive)
Mr. Turner - Meister des Lichts (Jacqueline Durran)

Glückwunsch, Milena Canonero! © 20th Century Fox


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Bester Dokumentarfilm

Citizenfour (Laura Poitras, Mathilde Bonnefoy, Dirk Wilutzky)
Finding Vivian Maier (John Maloof, Charlie Siskel)
Last Days in Vietnam (Rory Kennedy, Keven McAlester)
Das Salz der Erde (Wim Wenders, Juliano Ribeiro Salgado, David Rosier)
Virunga (Orlando von Einsiedel, Joanna Natasegara)

Muss ich noch gucken, Glückwunsch! © Praxis Films


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Bester Dokumentar-Kurzfilm

Crisis Hotline: Veterans Press 1 (Ellen Goosenberg Kent, Dana Perry)
Joanna (Aneta Kopacz)
Our Curse (Tomasz Sliwinski, Maciej Slesicki)
The Reaper (Gabriel Serra Arguello)
White Earth (J. Christian Jensen)

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Bester Schnitt

American Sniper (Joel Cox, Gary D. Roach)
Boyhood (Sandra Adair)
Grand Budapest Hotel (Barney Pilling)
The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben (William Goldenberg)
Whiplash (Tom Cross)

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Bestes Make-up und beste Frisuren

Foxcatcher (Bill Corso, Dennis Liddiard)
Grand Budapest Hotel (Frances Hannon, Mark Coullier)
Guardians of the Galaxy (Elizabeth Yianni-Georgiou, David White)

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Beste Filmmusik

Die Entdeckung der Unendlichkeit (Johann Johannsson)
Grand Budapest Hotel (Alexandre Desplat)
The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben (Alexandre Desplat)
Interstellar (Hans Zimmer)
Mr. Turner - Meister des Lichts (Gary Yershon)

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Bester Filmsong

The Lego Movie (Everything is Awesome, by Shawn Patterson)
Selma (Glory, by John Stephens und Lonnie Lynn)
Beyond The Lights (Grateful, by Diane Warren)
Glen Campbell: I'll be Me (I'm Not Gonna Miss You, by Glen Campbell und Julian Raymond)
Can A Song Save Your Life? (Lost Stars, by Gregg Alexander und Danielle Brisebois)

Legen..wait for it..d. Glückwunsch! © Studiocanal / Atsushi Nishijima


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Bester Ton

American Sniper (John Reitz, Gregg Rudloff, Walt Martin)
Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit (Jon Taylor, Frank A. Montano, Thomas Varga)
Interstellar (Gary A. Rizzo, Gregg Landaker, Mark Weingarten)
Unbroken (Jon Taylor, Frank A. Montano, David Lee)
Whiplash (Craig Mann, Ben Wilkins, Thomas Curley)

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Bester Tonschnitt

American Sniper (Alan Robert Murray, Bub Asman)
Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit (Martin Hernandez, Aaron Glascock)
Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere (Brent Burge, Jason Canovas)
Interstellar (Richard King)
Unbroken (Becky Sullivan, Andrew DeCristofaro)

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Beste visuelle Effekte

Guardians of the Galaxy (Stephane Ceretti, Nicolas Aithadi, Jonathan Fawkner, Paul Corbould)
Interstellar (Paul Franklin, Andrew Lockley, Ian Hunter, Scott Fisher)
Planet der Affen: Revolution (Joe Letteri, Dan Lemmon, Daniel Barrett, Erik Winquist)
Captain America: Return of the First Avenger (Dan DeLeeuw, Russell Earl, Bryan Grill, Dan Sudick)
X-Men: Zukunft ist Vergangenheit (Richard Stammers, Lou Pecora, Tim Crosbie, Cameron Waldbauer)

Haben sich die nassen Hosen gelohnt, Glückwunsch! © Warner Bros.

Freitag, 20. Februar 2015

Der Filmtipp: Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit - ein grandioser Schrei nach Liebe... und Oscars!

Die Oscars 2015 klopfen an die Tür. Aus diesem Grund möchte ich Euch zum Wochenende den Film empfehlen, dem ich in jeder Kategorie die Daumen drücke, in der er nominiert ist. Die Rede ist von Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit. Michael Keaton (Jackie Brown, White Noise, u.a.) spielt aus vielerlei Hinsicht die Rolle seines Lebens in einer Dramödie, die es so noch nie gab. Sie ist nichts für zwischendurch, kein Popcorn-Kino und ihre neun Nominierungen die unfreiwillige Selbstironie schlechthin.

Worum geht es überhaupt? Früher gefeierter Hauptdarsteller der Blockbusterreihe „Birdman“. Heute Ehekrise, Finanzprobleme, keine Aufträge mehr. Auf verzweifelter Jagd nach Anerkennung und Aufmerksamkeit inszeniert Riggan Thomson eine Broadway-Adaption von Raymond Carvers „What We Talk About When We Talk About Love“. Bis zur Premiere muss Riggan sich allerdings zig Problemen stellen. Sein engagierter Star-Act ist eine wirre Diva, seine Tochter und Produktionsassistentin ist drogenabhängig, Kritiker verurteilen sein Vorhaben und ganz nebenbei quält ihn eine Stimme im Kopf, die ihm sagt, er solle lieber den 4. Teil von „Birdman“ drehen.

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Viel Theater, wenig Schnitte
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Allein aus technischer Sicht liefert Regisseur Alejandro González Iñárritu (Babel, 21 Gramm, u.a.) ein Machwerk par excellence ab. Wir beobachten und verfolgen im Grunde nichts weiter als Riggan Thomsons Vorbereitungen auf die Premiere seines Broadway-Stücks. Kameramann Emmanuel Lubezki schickt die Kamera dynamisch durch jeden Flur, jedes Büro, jede Bühne. Meistens einen Protagonisten verfolgend. Und ganz wichtig: Ohne Schnitt und Pause. Jedenfalls über Dreiviertel des Films und aus Sicht des Zuschauers, denn der digitale Schnitt ist für ihn unsichtbar. Die Liebe steckt hier im Detail. Zu Beginn wundern wir uns über die seltsam musikalische Untermalung von Drums, die mal leiser im Hintergrund erklingen, mal penetrant laut scheinen. Irgendwann sehen wir: Vor dem Theater spielt ein Straßenmusiker unaufhörlich Jazz-Drums. Stand Riggan mal am Fenster hörten wir diese lauter, stand er zwei Flure weiter weg, hörten wir den Drummer nur im Hintergrund. Klasse! Es gibt so viele dieser Tricks und Spielereien…machen wir mit den Darstellern weiter.

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Abgefuckt, kaputt, verzweifelt. Menschen im Business.
© Fox Searchlight Pictures | 20th Centruy Fox
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Birdman ist eine Mischung aus Theater, Kino und dem echten Leben. Und er erzählt Anekdoten aus Michael Keatons reellem Werdegang. Das ist kein Scherz. Wer sich ein wenig mit Kino auskennt weiß, Keatons größte Rollen waren Batman und Batmans Rückkehr in den 90ern. Danach verschwand er fast von der Bildfläche. Keaton spielt sich hier also in Teilen selbst - und das selbstironisch, ehrlich und intensiv. Begleitet wird er dabei von einem genialen Edward Norton, einer herrlich ironischen Naomi Watts, dem abgespeckten Zach Galifianikis und Emma Stone, die endlich mal zeigt was sie wirklich kann. Nein, hier ist wirklich keine Rolle fehlbesetzt oder halbherzig geschrieben.

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Die Bedeutung von Liebe und innerer Zufriedenheit
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In Birdman geht es um den Wunsch geliebt zu werden bzw. um Riggans Interpretation dessen. Seine Ex-Frau stellt später folgerichtig fest, dass er diesen Wunsch mit dem Wunsch nach Bewunderung und Anerkennung verwechselt. Das wiederum passt zu dem Zitat, welches uns vor dem Film serviert wird und es ist auch kein Zufall, dass Riggans Theaterstück „What We Talk About When We Talk About Love“ heißt. Er ist eine verlorene Seele, die nach und nach dem Wahn verfällt. Äußert sich Riggans Schizophrenie anfangs noch durch eine bloße Stimme im Kopf (Vogel = Birdman) und Halluzinationen von telekinetischen Superkräften, wird sein Alter Ego später sichtbar und treibt ihn bis auf die Dächer New Yorks.
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Seine Darsteller muss man sich erziehen.
© Fox Searchlight
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Und dann ist da dieses Ende, mit dem viele Zuschauer ihre Probleme haben werden. Sagen wir mal so, es lässt unglaublich viel Raum für Interpretationen. Ich ziehe mich geschickt aus der Affäre, vermeide es Euch hier zu spoilern und verweise auf die Interpretation meines Filmblog-Kollegen Ma-Go Filmtipps. Mit seinen Gedanken zum Finale kann ich mich komplett anfreunden und meinen Frieden damit machen.

Fazit:

Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit ist mehr Arthouse als Mainstream. Anders formuliert: RTL-Fans finden den bestimmt langweilig. Er verpasst dem Popcorn-Kino immer wieder Seitenhiebe. Umso ironischer ist es, dass Michael Keatons Comeback in Hollywood so abgefeiert wird und der Film neunmal für die Oscars nominiert wurde. Verdient hat er es alle mal. Will heißen: Vielleicht haben wir bereits jetzt schon den besten Film des Jahres gesehen. Ich bin jedenfalls begeistert!


Mittwoch, 18. Februar 2015

Der Filmtipp Award 2014: Kein Leo, kein Lego - Dallas Buyers Club räumt ab, Wolf of Wall Street bester Film! - Alle Sieger auf einen Blick

Hallo liebe Filmfreunde,

die Oscar-Verleihung 2015 steht vor der Tür. Der #derFilmtippAward 2014 ist sogar noch ein bisschen „schneller“! Endlich kann ich Euch alle Sieger vorstellen und meinen Senf dazu geben. Vorher möchte ich mich allerdings bei allen Filmbloggern bedanken, die als Jury-Mitglieder dabei waren. Es hat großen Spaß gemacht und ich habe bereits viel Feedback erhalten, mit dem ich definitiv beim #derFilmtippAward 2015 arbeiten werde. 

Ich bedanke mich bei: Sonja Hartl, Bianca Wegener, Gina Dieu Armstark, Cansu Erdogan, Marco Mewes, Matthias Grunewald, Stefan Rybkowski, Manuel Jäger, Christian Hoja, Florian Erbach, Wulf Bengsch und Thomas Nemcik.

Nun aber kein Warten mehr. Kommen wir zur Siegerehrung!

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Titelkrampf 2014

  •  Sex on the Beach - Down Under brennt der Busch (Original: The Inbetweeners 2)
  •  Gott, verhüte! (The Priest's Children)
  •  Einmal Hans mit scharfer Soße
  •  Die Schadenfreundinnen - Drei sind zwei zuviel (The Other Woman)
  •  Ein Schotte macht noch keinen Sommer (What We Did On Our Holiday)
Irgendwo zwischen pubertärer Peinlichkeit und aufmerksamkeitsgeiler Unkreavitität pendelt sich dieser fragwürdige Filmtitel ein. Gratuliert man an dieser Stelle überhaupt? Es ist ein "knapper" Sieg, denn mit nur ganz wenig Punkten dahinter wählte die Jury Die Schadenfreundinnen - Drei sind zwei zuviel auf Rang zwei.

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Bestes Filmposter 2014

Ganz ehrlich? So richtig verstanden habe ich den Psychotrip mit Jake Gyllenhaal noch immer nicht. Faszinierend war er aber auf jeden Fall. Nicht weniger strange, dafür aber mit einer tollen Optik und schnittigen Atmosphäre ist das Filmposter dazu. Nach Jury-Punkten ein deutlicher Sieg vor Godzilla.
Sieger-Plakat: Enemy - Rhombus Media

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Bestes Filmzitat 2014

  •   "Verkaufen Sie mir diesen Stift." (Wolf of Wall Street)
  •   "Ich würde niemanden bitten etwas zu tun, das ich nicht selbst tun würde." (Nightcrawler)
  •   "Absolute Ehrlichkeit ist weder die diplomatischste noch die sicherste Art der Kommunikation im Umgang mit emotionalen Lebewesen." (Interstellar)
  •   "Ich arbeite nur in Schwarz! Und manchmal in ganz, ganz dunklem Grau!" (The Lego Movie)
  •   "Ich bin Groot." (Guardians of the Galaxy)
  •   "Worum es allgemein geht? Ich hab sowas von keine Ahnung. Ich meine keiner von uns weiß das. Wir alle improvisieren. Das Gute ist doch, dass Du das spürst. Und das musst Du Dir bewahren." (Boyhood)*
  •   "Was haben wir uns angetan?" (Gone Girl)
Wenig sagen bringt's manchmal einfach auf den Punkt. Für mich keine große Überraschung, in der Deutlichkeit des Vorsprungs aber doch ehrenwert. Die Guardians of the Galaxy sind ein kleiner Kultfilm im Marvel-Universum. "Ich bin Groot." ist so etwas wie das "Hasta la vista, Baby" des Streifens.

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Bester Filmmoment 2014

Und hier haben wir ihn, den ersten Preis, der an The Wolf of Wall Street geht. Keine Frage, diese Szene ist jetzt schon Kult! Nicht nur, weil sie zwei grandiose Darsteller und einen super wirren Dialog besitzt. Sie beinhaltet auch den Fakt, dass McConaughey Leo den Oscar 2014 wegschnappt und ihm hier auch noch Tipps für den Erfolg gibt. "Mh mh mh...mh...mh...mh..." 



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Bester Trailer 2014
Das war mal so richtig knapp! Gone Girl und Godzilla liegen hier punktgleich an der Spitze, da überholen die Guardians of the Galaxy beide Trailer am Ende mit einem einzigen Zähler mehr. Die Jury war regelrecht "Hooked on a Feeling" :)



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Bester Found Footage Film 2014

Mit Afflicted hat ein Handkamerafilm gewonnen, der bereits Preise erhalten hat und dennoch kaum mediale Aufmerksamkeit erlangte. Das ist Schade, denn er ist weitaus mehr, als nur weiterer Vampir-Trash. Wer Filme wie The Bay oder Chronicle kennt, der weiß: Man sollte Handkamerafilme nicht direkt verurteilen, sonst verpasst man etwas.


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Bester Endzeit Film 2014


Ich fand Robert Pattinson in The Rover grandios. Doch persönlich habe ich hier für The Returned gestimmt. Umso überraschter bin ich, dass der Endzeit-Roadtrip in Australien so deutlich vor allen anderen Mitstreitern gewonnen hat. Immerhin war mit Planet der Affen: Revolution ein wirklicher Promi unter den Nominierten!


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Beste(s) Maske/Make-Up 2014


Ein Sieg auf ganzer Linie und mit sehr sehr deutlichem Vorsprung: Dallas Buyers Club. Mal ehrlich, die Jungs sahen aber auch erschreckend aus, Jared Leto noch heftiger als McConaughey. Da hatte der dicke Christian Bale keine Chance;)




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Beste Ausstattung 2014


Völlig verdient gewinnt hier die zu jeder Minute märchenhaft detaillierte Kulisse des Grand Budapest Hotel. Vielleicht die größte Stärke des Films von Wes Anderson! Übrigens: Ridley Scotts Bibelkostüme haben in der Jury-Bewertung nicht einen einzigen Punkt erhalten. Sei es drum, Glückwunsch ans Hotel!

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Bestes Drehbuch 2014

Ein weiterer Sieg mit enormen Vorsprung für das Aids-Drama mit Matthew McConaughey. War Gone Girl zu durcheinander? Interstellar zu schwierig? Boyhood zu unspektakulär? Es wäre nicht fair so zu urteilen, denn die Geschichte des Siegers ist einfach rund, dramatisch und wirklich mit dem Blick für jede perfekte Stimmungslage verfasst worden.



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Beste Effekte 2014


Wow! Im Finish ein Sieg mit nur einem Punkt Vorsprung vor IMAX-Killer Interstellar. Planet der Affen: Revolution liefert nahezu perfektes Bildmaterial ab und dank Andy Serkis und Co eine Horde Affen, die optisch und bewegungstechnisch ihren Vorbildern sehr nahe kommt. Ich habe gestaunt und bin noch immer begeistert.



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Bester Sound 2014


Ich gestehe, ich bin hier anderer Meinung. Hans Zimmers Orgel-Epos ist aber gigantisch, keine Frage. Meine persönlichen Favoriten waren hier jedoch die düsteren Elektroklänge von Trent Reznor und Kollegen. Unsere Jury sah das anders und das ist gut so. Zimmer gewann übrigens nur mit einem Punkt vor Tyler Bates, der aktuell einen fantastischen Score zu John Wick komponiert hat.



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Beste Kamera Arbeit 2014


Schwupps! Und schon wieder geht der Preis ins All. Wenn Interstellar durch etwas zu begeistern weiß, ohne, dass man die Story komplett geschnallt hat, dann sind das die spektakulären Kamerafahrten. Ich weine noch immer Krokodilstränen, dass ich mir den Spaß nicht im IMAX angesehen habe. Einen Punkt dahinter: Gone Girl.


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Beste Regie 2014

Für seine knallbunte und bitterböse Gesellschaftssatire hat die #derFilmtippAward-Jury Martin Scorsese absolut berechtigt die Krone aufgesetzt. Der Mann kann einfach Geschichten erzählen - meistens mit Leonardo DiCaprio. Ein Sieg mit krass deutlichem Vorsprung vor allen anderen. Und es waren immerhin Promis wie David Fincher und Newcomer wie Jean-Marc Vallee dabei.



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Beste(r) Newcomer(in) 2014


Yeah, das freut mich! Carrie ist der heimliche Sympathieträger in David Finchers Beziehungsthriller und ich finde es klasse, dass die Jury das bei solch starker Konkurrenz auch so sieht. Mit nur einem Punkt dahinter geht die Silbermedaille beispielsweise an Toni Revolori, dessen Figur ebenfalls enorm Spaß macht.



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Bester Nebendarsteller 2014


Meiner Meinung nach war das hier von der Qualität her eine ganz ganz enge Kiste. Nach Punkten hat Jared Leto hier allerdings alle anderen Nominierten mal so richtig abgehängt. Seine Leistung in Dallas Buyers Club ist einfach phänomenal und mit Sicherheit wird sie immer zu seinen besten zählen. Ganz großes Kino! Und das sage ich nicht gern als 30-Sec-To-Mars-Anti :)



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Beste Nebendarstellerin 2014


Bei den Oscars 2015 ist Patricia Arquette für mich nach wie vor im Favoritenkreis. Im Vergleich mit der Vorjahressiegerin Lupita N'Yongo hatte sie bei unserer Jury aber keine Chancen. Ein ganz klarer Sieg für die Newcomerin aus 12 Years a Slave. 2015 sehen wir sie übrigens in keiner geringeren Blockbuster-Produktion als Star Wars Episode VII - Das Erwachen der Macht.



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Bester Hauptdarsteller 2014


Leonardo DiC...oh, nein. Doch nicht! Ich gestehe, etwas überrascht bin ich schon, da Leo ja irgendwie Sieger der Herzen aller Filmfreunde ist. Doch unsere Jury bleibt hart. Auch sie verpasst ihm tatsächlich nur Silber. Oscar-Gewinner Matthew McConaughey platziert sich auch hier vor ihm, damit ist Dallas Buyers Club schon jetzt einer unserer großen Gewinnerfilme 2014.



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Beste Hauptdarstellerin 2014


Ohne wenn und aber und mit ganz ganz großem Vorsprung geht der Preis in dieser Kategorie an unsere Amazing F*+ing Amy Rosamund Pike! Meine Meinung dazu: brilliante Leistung und fast ohne Konkurrenz. Alle Ladies, die bei den Oscars 2015 antreten sind allerdings super - nur lief keiner ihrer Filme schon 2014 bei uns im Kino. Glück gehabt, Amy! Äh, Rosamund;) 



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Bester Film 2014

Die meisten Preise gingen an Dallas Buyers Club, doch zum besten Werk hat unsere Jury den Wolf of Wall Street gekürt. Und wir reden hier nicht von einer knappen Entscheidung. Der Film mit Leonardo DiCaprio und Jonah Hill holt punktetechnisch die Bestmarke des Jahres und das in der Königsdisziplin! Alle Achtung! Ich bin jetzt schon gespannt, wer das Rennen im kommenden Jahr machen wird.


--- Die Jury ---


Sonja Hartl von Zeilenkino - Interview

Gina Dieu Armstark von Passion Of Arts - Interview

Bianca Wegener und Marco Mewes von Duoscope - Interview

Mathias Grunewald von MyOFB

Stefan Rybkowski von Equilibirum - Interview

Manuel Jäger von Krittiq - Interview

Christian Hoja von Cellurizon - Interview

Florian Erbach von Filmverliebt - Interview

Wulf Bengsch von Medienjournal - Interview


Alle Nominierten und Sieger auf einen Blick:

Gone Girl: IIIII IIII
Godzilla: IIIII III
Boyhood: IIIII III
Nightcrawler: IIIII III
Dallas Buyers Club.: IIIII II
Wolf of Wall Street: IIIII II
Stereo: IIIII I
Guardians of the Galaxy: IIIII
Interstellar: IIIII
Exodus: IIIII
Grand Budapest Hotel: IIII
12 Years a Slave: IIII
American Hustle: IIII
Pride: III
Planet der Affen: Revolution: III
The Lego Movie: III
The Returned: II
Transcendence: II
The Rover: II
WER: II
Afflicted: II
Sin City 2: A Dame To Kill For: I
Bad Neighbors: I
No Turning Back: I
Joe: I
Das erstaunliche Leben des Walter Mitty: I
X-Men: Zukunft ist Vergangenheit : I
Open Grave: I
The Purge 2: Anarchy: I
The Frankenstein Theory: I
The Tunnel: I
Paranormal Activity: Die Gezeichneten: I
Der Hobbit 3 - Die Schlacht der fünf Heere: I
Sharknado 2: The Second One: I
Enemy: I
The Drop: I
Grand Piano: I
Katakomben: I

Samstag, 7. Februar 2015

Der Filmtipp: Let's Be Cops - die Party Bullen - diese Streife fährt voll an die Wand

Nick Miller. Coach. Serienfans, die mit Zoey Dechanels Sitcom New Girl etwas anfangen können sind diese beiden Namen ein Begriff. Es sind die Namen der beiden Figuren, die dort dank Jake Johnson und Damon Wayans Jr. immer wieder Sympathiepunkte sammeln. Und weil diese beiden Charaktere so beliebt sind sollten sie diesen Sympathiebonus im Kino ausschlachten. Mit Let's Be Cops. Gleiche Charaktere, nur eben andere Namen, andere Klamotten, anderer Film.

Worum geht es überhaupt? Computerspielerfinder Justin und der Vollzeitarbeitslose Ryan sind ziemlich beste Freunde und teilen sich eine Wohnung. Antriebslos und naiv leben sie vor sich hin, als ein Maskenball früherer Schulkameraden alles verändert. Ryan und Justin tauchen dort in Polizeikostümen auf und ihnen wird gnadenlos der Spiegel vorgehalten. Zuerst am Boden finden sie schnell heraus, dass es durchaus auch Vorteile hat für Polizisten gehalten zu werden. Vor allem Ryan steigert sich in sein neues Hobby rein und so bekommen beide ungewollt Probleme mit dem organisierten Verbrechen.

Von der ersten bis zur letzten Sekunde liefert Let’s Be Cops seichtes Programm für anspruchslose Stunden. Wirklich jede Szene ist klischeedurchtränkt und vorhersehbar wie der Schiss am Morgen. Da hätten wir zwei beste Freunde, die sich immer unterstützen, zwischendurch an ihrer Freundschaft zweifeln und am Ende natürlich nur zusammen bestehen können. Da ist Versager Ryan, der sein Leben nicht auf die Reihe kriegt und erst nach und nach lernt Verantwortung zu übernehmen. Da ist der schüchterne Justin, der keine Eier in der Hose hat die süße Kellnerin anzusprechen oder seine Spielidee bei den Managern durchzuboxen. Jetzt ratet mal, wie die Geschichte ausgeht.

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Gut, strippende Cops - hätten wir dieses Klischee auch abgearbeitet.
© 20th Centruy Fox
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Wir haben durchweg osteuropäisch bis russische Kriminelle, die Bryan Mills zum Frühstückt verputzt hätte. Einen Bösen, dessen Boss noch viel böser ist, aber nicht so durchgeknallt ist. Wir haben natürlich Cops, die irgendwie in den Film müssen um moralische Aspekte einzubauen. Und und und… Regisseur Luke Greenfield folgt wirklich jedem Baustein des 0/8/15-Filmchens zum Selbermachen. Das ist schade, weil die Idee an sich eigentlich komödiantisches Potenzial besitzt. Mehr als Sex-und-Kiffer-Gags kommen hier aber leider nicht dabei rum.

Die beiden Darsteller sind dabei wirklich nicht zu beneiden. Sie spielen ihr New-Girl-Programm solide weiter, nur leider sind ihre Szenen dieses Mal schlechter geschrieben und das Drehbuch noch einfältiger formuliert. Hin und wieder sind natürlich Szenen zum Schmunzeln dabei, aber insgesamt ist das schon sehr billig.


Fazit:

Let’s Be Cops ist leider nur eine dieser Komödien, die man sich anschaut und sofort wieder vergisst. RTL-Ware und nicht mehr. Die beiden charismatischen Witzbolde können den Film nicht retten, dafür ist er einfach zu einfach. Und dann noch dieser Nebentitel...ich möchte jemanden schlagen. Sagt mal, war das eben tatsächlich Andy Garcia? Eieiei…

Freitag, 6. Februar 2015

Der Filmtipp: The Interview - einfach nur ein Film. Keine Satire, kein Charlie, kein Meilenstein.

Kaum zu glauben, doch es ist erst wenige Wochen her, dass Nordkorea den amerikanischen Kinos mit Anschlägen drohte und eine gigantische Hackerattacke Sony zum Abbruch des US-Kinostarts von The Interview verleitete. Nach den Angriffen auf Charlie Hebdo erreichte der Aufschrei um Medienfreiheit dann ein völlig ungeahntes Level. Ein Hype, dem die Komödie von Seth Rogen und James Franco irgendwie gerecht werden musste.

Worum geht es überhaupt? In The Interview spielt Franco den Boulevard Talkmaster Skylark, der dank der Ideen seines Freundes und Produzenten Rapaport (Rogen) immer wieder Showerfolge feiert. Als sie beschließen ihre Reichweite auch mal seriös zu nutzen, versuchen sie ein Interview mit Nordkoreas Führer Kim Jong-un zu arrangieren. Dieser entpuppt sich als großer Fan der Sendung und lädt die beiden zu einem Exklusiv-Interview nach Pjöngjang ein. Für die beiden Entertainer der große Durchbruch – bis die C.I.A an die Tür klopft und ihnen einen Auftrag aufzwingt, Kim Jong-un zu ermorden.

Ich habe mich durch etliche Kritiken gelesen und beschlossen, mich von einer ganz bestimmten Sache zu lösen. The Interview ist Klamauk. Nicht mehr und nicht weniger. Das Wort „Satire“ wird in letzter Zeit gerne für alles misshandelt, was irgendwie Aufmerksamkeit erregen und politisch relevant erscheinen möchte. The Interview ist aber genau das nicht. Dieser Film hier ist kein Statement. Er besitzt keine Tiefe auf irgendwelchen Metaebenen, er will wahrscheinlich nicht mal gesellschaftskritisch sein. Das tonnenschwere Gewicht des Wortes „Satire“ verdient er einfach nicht. Das ist weder böse noch nett von mir gemeint.

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Andere Länder, andere...T***en. In etwa der Humor des Films.
© Columbia Pictures / Sony Pictures
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Seth Rogen und James Franco sind für ihren pubertären Fäkalhumor berüchtigt und wer dieses Mal aufgrund der Vorgeschichte mehr erwartet hat, der lag schlichtweg falsch. Wer sich von der Erwartungshaltung freimacht entdeckt tatsächlich auch Pluspunkte an der ganzen Geschichte. Da wären zum Beispiel super Momente wie Eminems Schwulen-Outing oder die Besichtigung des nordkoreanischen Supermarktes und ein James Franco mit einem fantastisch überdrehten Overacting. Zerstört wird der Spaß dann regelmäßig von zahlreichen Pippi-Kacka-Schwanz-Zoten.

Was mir an dem Film gefällt ist sein kompromissloses, respektloses Auftreten in alle Richtungen. Die C.I.A. wird ebenso stereotypisch abgestempelt, wie das amerikanische Showbusiness und eben der nordkoreanische Regierungsstab. Ich bleibe aber dabei, das ist keine bissige Satire. Eher lässt sich das mit undurchdachten Behindertenwitzen pubertierender Jungs vergleichen. Mal ehrlich, Nordkorea… so wie der dicke Kim da drüben auftritt macht er es Komikern nicht gerade zum Lebenswerk ihn und sein Land auf die Schippe zu nehmen. Randbemerkung: Randall Park spielt ihn klasse!

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Eine Anspielung auf Dennis Rodmans Freundschaft zu Nordkorea? Neeeein.
© Columbia Pictures / Sony Pictures
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Fazit:

Es macht Spaß, wie der heroische Kim als Cocktail schlürfender Fan von Katy Perry entlarvt wird. Die Gagtrefferquote liegt allerdings nur bei 50 Prozent. Mit James Francos Schauspiel muss man sich erst anfreunden. The Interview sorgt für kurzweilige Unterhaltung zu der das Hirn ausgeschaltet werden darf. Richtig gehört, Politredakteure! Mehr haben wir hier nämlich nicht. Nur einen weiteren Klamauk ohne Tiefe und politische Relevanz. Satire darf alles? Dann darf Seth Rogen das auch!