Willkommen zu meinen Filmtipps

Von Flop bis top - meine Reviews

Da wackelt die Kamera

Hier gibt es alle Found Footage News

Postapokalyptisch!

Meine Beiträge zum Weltuntergang

Dienstag, 25. November 2014

Jurassic Park IV: Jurassic World Trailer ist da! Das Leben findet einen Weg

Wow! Das ist mal eine Überraschung! Eigentlich sollte der erste Trailer zu Jurassic World erst an Thanksgiving veröffentlicht werden. Nun macht er bereits im Netz die Runde. Und was soll ich Euch sagen, ich bin hin und weg. Der kleine Sack in mir, der sich in den 90ern so ziemlich alle Dinosaurierbücher und Figuren geholt hat, ist wieder da. Allein wieder die Musik zu hören bereitet mir Gänsehaut. Aber ich bin jetzt groß und kritisch und so und deshalb gibt es auch gleich ein paar Punkte, die meine Euphorie etwas (nur bedingt) trüben.



Was sehen wir? 

Zuerst werden uns die beiden Geschwister Zach (Nick Robinson) und Gray (Ty Simpkins) präsentiert. Sie verabschieden sich am Flughafen von ihren Eltern, gespielt von Judy Greer und Gary Weeks. Während der coole große Bruder genervt durch die Gegend schaut, lobt Muttern den Mut der beiden und sagt „Und vergesst nicht: Wenn euch irgendwas jagt, lauft!“ Wo die Reise hingehen dürfte ist damit wohl klar. Mal schauen wie die beiden Kinderdarsteller sich schlagen werden, Ty Simpkins fand ich in Insidious jedenfalls klasse.

In der nächsten Szene folgen wir einer hochmodernisierten Fähre, auf der „Isla Nublar“ zu lesen ist. Gerücht also bestätigt, es geht back to the roots. Dann folgt der Blick durch das sich öffnende Tor. Es erinnert an alte Zeiten, doch das Logo ist blau, aus der Grünlandschaft ist ein See geworden und die Jeeps sind einer Magnetschwebebahn gewichen. Die Fackeln sind noch da, schön oldschool. Einen Schnitt später wird man verblüfft von einer Menschenmasse an Touristen, die durch den Park spaziert. Vereinzelt findet man unter ihnen Park-Ranger in Uniform. Dann gibt’s endlich die ersten Dinos. Eine Wagenführung durch eine Gallimimus-Herde, eine Bootstour vorbei am Stegosaurus und eine Fahrt in einer Kapsel, daneben ein Brachiosaurus (wahlweise eine andere Art mit langem Hals).

Aus Ziege und Kuh wird Hai

Das erste Hightlight des Trailers ist die Fütterung. Keine Ziege, keine Kuh. Dieses Mal muss ein Hai dran glauben. Was da aus dem Wasser springt und vor begeisterten Zuschauern zuschnappt ist schon sehr beeindruckend. Ein riesiger Krokowal-ähnlicher Mosasaurus! Ein nettes Feature, wenn auch bestimmt nicht Mittelteil der Story. Doch alleine die Hochglanzoptik und das Design der Anlage sind fantastisch. Weniger gefällt mir die Animation. Hier hoffe ich doch sehr, dass noch an den Effekten gewerkelt wird. Wenn schon, denn schon.

Laborgeheimnis gelüftet

Dann wird auch wieder gesprochen. Während jede Menge Labor gezeigt wird erzählt Wissenschaftlerin Beth (Bryce Dallas Howard) von technischen Fortschritten: „Wir haben in den letzten zehn Jahren mehr durch die Genetik gelernt, als durch hundert Jahre Knochen ausgraben“. „Eine völlig neue Welt hat sich eröffnet“, sagt sie. Und was sie damit meint bestätigt das größter aller Gerüchte: „Wir haben unseren ersten genetisch modifizierten Hybriden.“ Wir dürfen uns also auf eine neue, von InGen gezüchtete Lebensform freuen. Zuvor habe ich gelesen, dass der Park schon seit 10 Jahren läuft und aufgrund von sinkenden Zuschauerzahlen zu solchen Mitteln greift. Im Trailer wird das nicht erwähnt.

Es ist jetzt nicht gerade wunderlich, dass wohl ausgerechnet der neue Dino auf den Putz hauen wird. Angedeutet wird das durch zertrümmerte Besucherkapseln in denen große Zähne stecken. Und durch Kratzspuren an einer Wand in mindestens zehn Metern Höhe. Mittlerweile ist auch Chris Pratt als Park Ranger Owen in Erscheinung getreten. Erst verteilt er Sprüche an Beth („Sie haben einfach einen neuen Dinosaurier erschaffen? Keine gute Idee.“). Dann starrt er auf Kratzspuren an einer Mauer in 12 Metern Höhe und wird gefragt, ob er wüsste, ob "Sie" darüber geklettert sei. „Kommt drauf an“, antwortet er. „Worauf?“ – „Was für'n Dinosaurier die da im Labor zusammengerührt haben.“

Gibt es tatsächlich den "D-Rex"?

Wenig später flüchtet er vor einem Saurier, der von der Größe her wie ein mächtiger T-Rex wirkt, doch seine Krallen sehen anders aus und der Sound des Tieres ist fast Godzilla-ähnlich. Owen berichtet Beth „Evakuieren sie die Insel. Sie ist ein hochintelligentes Tier.“ und ergänzt: „Sie wird alles töten, was sich bewegt“. Oh man, ich will jetzt einfach diesen Film sehen! Im Trailer folgen Sprünge in einen See. Beth nicht mehr im Laborkittel, sondern zerfranst mit Leuchtfackel in der Hand. Ty Simpkins, der sich versteckt kurz bevor ein großer Schatten an seinem Gesicht vorbeihuscht.

Die Szene, die bei mir aber am meisten Fragezeichen ausgelöst hat ist definitiv die letzte. Dort sehen wir unsere geliebten Velociraptoren aus Boxen stürmen wie in einem Hunderennen. Anschließend verfolgen sie Owen, der auf einem Motorrad Gas gibt. Doch anstatt ihn zu attackieren sprinten sie an ihm vorbei. Flüchten sie gemeinsam vor dem Hybrid? Sind sie selbst ausgebrochen oder wurden sie freigelassen? Ich. Muss. Den. Film. Sehen. Jetzt!

Da fehlt doch was!

Leider bekommen wir von Jake Johnson, Vincent D’Onofrio, Omar Sy und Irrfan Kahn noch keine Bewegtbilder zu sehen. Gerade Kahn hätte mich als Simon Masrani, neuer Besitzer des Parks, sehr interessiert. Auch die Einführung von Dr. Henry Wu (BD Wong), einzige Figur aus Teil 1, hätte ich gerne gesehen. Aber bis Juni ist es ja noch ein langer Weg.

Ich muss sagen, ich bin schon ziemlich beeindruckt und überrascht. Am meisten überrascht bin ich, weil der Trailer so völlig gegen den Trend ganz offen mit seiner Story umzugehen scheint. Führt man uns hier an der Nase herum? Oder sind Spielberg und Co tatsächlich so mutig mit fast allen Gerüchten noch im Jahr 2014 reinen Tisch zu machen? Es werden direkt im ersten Trailer jede Menge Saurier gezeigt. Der „Neue“ wird präsentiert und sogar vom Hybriden bekommen wir Wind. Was soll da noch kommen?

Alles glänzt so schön neu

Gewöhnungsbedürftig ist außerdem der extrem futuristische Look, den der neue Park besitzt. Ich selbst hatte ebenfalls Zweifel, ob das so sein muss. Jetzt, nach dem Trailer muss ich sagen: Ja, das ist machbar. Irgendetwas musste sich ändern und wenn man die Geschichte weitererzählen will, dann ist das so ein guter Ansatz. Sooo sehr Future ist das nun auch nicht. Die moderne Architektur ist schließlich nur Masrani Global zu verdanken, dem Unternehmen eines Milliardärs. Diese Jungs haben Visionen! ;)

Eine Sache ist mir aufgefallen. Die Geschichten um die beiden Brüder und Owen/Beth scheinen zwar parallel, aber nicht unbedingt zusammen zu laufen. Das bedeutet wir haben nicht zum dritten Mal eine Gruppe, die ständig flüchtet. Wir haben zwei Perspektiven, Tourist und Veranstalter. Der Ansatz macht Sinn und wäre mal etwas Anderes im JP-Universum. Wäre schön, wenn es so durchgezogen wird.

Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen und freue mich wie ein Kleinkind! In den nächsten Tagen gibt's noch mehr Interpretationen, mehr Infos zu Masrani Global und so weiter. Jetzt schaut Euch erst einmal die Bilder an. Und den Teaser. Und den Trailer! Viel Spaß!


Trailer by Universal Pictures



Donnerstag, 20. November 2014

Der Filmtipp: Die Tribute von Panem: Mockingjay 1 - Der Spotttölpel lässt Federn

Was haben mich Trailer und Social Media scharf auf den vorletzten Teil der Hunger-Games-Reihe gemacht. Auf diversen Filmportalen wurde Jennifer Lawrence (Silver Linings, American Hustle, u.a.) als Action-Göttin gefeiert, während andere von großer Revolution sprachen. Der Tod von Philip Seymour Hoffmann (Moneyball, Glaubensfrage, u.a.) brachte das Franchise abermals in die Medien. Kein Wunder also, dass es mich nach einem starken zweiten Film mit Bomben-Cliffhanger sofort in die Vorpremiere verschlug. Und nun? Ernüchterung pur.

Worum es geht: Entgegen der Geschichtsschreibung des Kapitols existiert District 13 doch noch. Die Rebellen haben sich dort verschanzt und warten in unterirdischen Kleinstädten auf ihren Rückschlag. Damit dieser von Erfolg gekrönt wird und sich alle Districte gegen das Regime des Kapitols verbünden, wird Katniss Everdeen als Mittel zum Zweck benötigt. Ihr Gesicht soll als Propagandamittel eingesetzt werden. Doch diese Aufgabe klingt leichter als gesagt, denn das Kapitol hat ein Ass im Ärmel: Peter Mellark.


Jede Menge "Shades of Grey"

Zwei Stunden und drei Minuten lang möchte Mockingjay 1 der erwachsene Bruder seiner beiden Vorgänger sein und kommt sichtlich düsterer und schwerer daher. Trotz der Mediensatire in Film 1 und 2 besaßen diese auch immer einen abenteuerlichen Touch. Dieser ist nun dem politischdramatischen Umständen vollständig gewichen. So ziemlich jede zweite Szene ist in Grautönen gehalten, selbst neu eingeführte Figuren fallen durch Tattoos oder ergraute Haare auf. Die schrillen Figuren Haymitch Abernathy, Effie Trinket und Caesar Flickerman wurden auf Ernsthaftigkeit reduziert, Jennifer Lawrence mimt auf dauerdepressiv und zerstreut.

"Grau, grau, grau, sind alle meine Kleider" (© Studiocanal)
Meine Frage hier wäre allerdings: Wie soll bitte dieser Umschwung ins völlig ernste Kriegsthema mit einer Jugendfreigabe ab 12 funktionieren? Die Antwort lautet „gar nicht“, doch das wird fein ignoriert, denn schließlich machen Teenager einen unberechtigten Großteil der Kinogänger aus. Es hätte so gut werden können. Gerade der Medienkrieg und die Propaganda sind angesichts Krim, IS und Co so aktuell wie nie. Eine Dystopie ab 12 ist aber noch nicht schlimm genug, natürlich muss das letzte Buch gleich in zwei Filme zerteilt werden, damit auch ausreichend Asche damit gemacht werden kann.

Bitte (nicht) lächeln

Jennifer Lawrence ist immer dann am stärksten, wenn sie satirisch oder sarkastisch auftritt. Ihre trauernde Fratze ist im Vergleich dazu (Ausnahme: Gefühlsausbruch beim Lazarett in District 8) richtig nervig. In mir weckt ihr Versuch die gebrochene zu spielen jedenfalls keine Emotionen. Das schaffen höchstens ein Berg verkohlter Leichen in District 12 oder der Zerfall von Peeta Mellark (Josh Hutcherson). Lawrence aber bleibt unter ihren Möglichkeiten. Am Ende müssen blutunterlaufene Augen die fehlende Dramatik erzwingen, die von ihr ausgeht. Das wird nur noch unterboten von Liam Hemsworths Dauermimik. Donald Sutherland und Philip Seymour Hoffmann geben eine deutlich bessere Figur ab. Alle weiteren Mitstreiter bleiben belangloses Beiwerk.

 "Pfeifen" auf den Spotttölpel - District 8 (© Studiocanal)
Auch wenn die erste Hälfte des Buches Flammender Zorn nicht viel Fläche für pure Action bot, so hätten die Drehbuchautoren Peter Craig und Danny Strong wenigstens etwas flexibler arbeiten können, als nur noch Reden einzuwerfen. Rede Coin, Rede Snow, Rede Everdeen, Rede Coin, Rede Coin, Rede Finnick,…und so geht das den ganzen Film lang. Einzig interessant hierbei ist Coins Wandlung von blutleerer Rednerin zum ermutigten Propagandaschwinger. Es ist so deutlich zu spüren, dass die Geschichte künstlich in die Länge gezogen wurde. Da hilft es auch nicht, wenn Katniss mit einem Pfeil gleich zwei Kampfflieger vom Himmel holt oder ihre sonst so clevere Schwester lieber ihre fette Katze sucht, als sich hinter die sich schließenden Tore zu retten. So 80er…

Fazit: Die Tribute von Panem: Mockingjay 1 mag nah an der Geschichte liegen. Geopfert wird dafür aber die Spannung. Das bisschen Propagandasatire reicht nicht aus, um den Film sofort als reifer oder klüger zu verteidigen. Er ist nichts weiter als ein blutleerer Appetizer für’s große Finale. Ich kann nur hoffen, dass die vielen interessanten Darsteller und Figuren noch die Screentime erhalten, die sie verdienen. Jetzt plötzlich innerhalb der Reihe einen auf Nolan zu machen passt nicht. Ich bin enttäuscht und doch optimistisch. 

Mittwoch, 19. November 2014

Der Filmtipp kürt die besten Filme des Jahres 2014

Hallo meine Filmfreunde,

was für ein Kinojahr! Ich habe mir genau das richtige Jahr ausgesucht, um in die Welt der Filmblogger einzusteigen, oder nicht? Jahre habe ich auf Godzilla und Sin City: A Dame To Kill For gewartet, überrascht wurde ich von Nightcrawler oder Gone Girl! Lego: The Movie und die Guardians of the Galaxy haben einfach nur Spaß gemacht und mit Exodus, Der Hobbit 3, Die Tribute von Panem: Mockingjay I, The Zero Theorem und Serena kommen noch richtige Kracher zum Jahresende. Aber wir haben Mitte November. Mein Jahresfazit kommt noch nicht, keine Panik;)

Warum ich jetzt schon vom Jahresende quatsche? Ich werde einen „DerFilmtipp Award“ vergeben! In 20 verschiedenen Kategorien. 

Gerade wieder 'nen DiCaprio-Witz gebracht
Welche Filme werden nominiert?
Anders als zum Beispiel bei den Oscars werden nur Filme nominiert, die exakt 2014 in Deutschland veröffentlicht wurden, ob Kino oder nur auf DVD/BluRay. Das heißt: Auch wenn Dallas Buyers Club bereits 2013 in den USA lief, in Deutschland startete der Film erst im Februar 2014. Somit ist er dabei. Anderes Beispiel: Afflicted lief bei uns nie im Kino, wurde aber in diesem Jahr auf DVD veröffentlicht – auch dieser Film erhält seine Berechtigung. Ich finde so kann ich authentischer von „2014“ sprechen.

Eine flexible Liste
Schon bald präsentiere ich Euch eine erste Liste der Nominierten. Eine erste? Ganz genau! Diese Liste wird sich bis zum letzten Tag dieses Jahres immer wieder aktualisieren, falls z.B. die Effekte beim Hobbit grandios werden oder mich Ridley Scott mit seinem Exodus doch packen sollte. Ich möchte keinen Film auslassen vom 1.1.2014 bis zum 31.12.2014, so habe ich auch noch mehr Zeit einige Filme zu Hause nachzuholen;) 

Wer ist die Jury?
Welche Filme dann am Ende gewinnen entscheidet eine Jury. Diese Jury besteht neben Cansu und meiner Wenigkeit vor allem aus weiteren Filmbloggern, deren Seiten ich besuche. Alles wird unbürokratisch und „undeutsch“ ablaufen. Wenn also Filme nominiert sind, die ein Jurymitglied noch gar nicht gesehen hat, wäre das wurscht. Will sich jemand in einer Kategorie nicht festlegen, dann lässt er es;) Für mich ist es wichtiger, dass – weil es ja mein Blog ist – ich als Betreiber die Filme gesehen habe und hinter den Nominierungen stehe, denn das sind ja dann auch Filmtipps, nicht wahr?

Sieger erhalten "Siegel"
Die Filme, die am Ende absahnen, versehe ich dann mit einem Siegel unter meinen Filmkritiken. Einem Logo, wenn man so will. Bald erfahrt ihr dann wie das Logo aussehen soll. Und ich stelle Euch die ersten Mitglieder aus meiner Jury vor. Und und und…! Jede Menge zu tun, jede Menge Bock drauf!

Bis gespannt und freue mich darauf, bis demnächst 

Micha

Samstag, 15. November 2014

Nicolas Cage is back: Warum seine Namen besser sind als sein Ruf

Nicolas Cage gehört zu meinen absoluten Lieblingsschauspielern. Das wird sich niemals ändern. Mir ist egal, ob ihn viele Filmkenner fallen lassen und aufgeben. Mir ist egal, dass er schon viermal durch gleich mehrere Rollen für die Goldene Himbeere nominiert wurde. Fakt ist: Bekommen hat er keine. Dafür aber einen Oscar, einen Golden Globe und eine Goldene Kamera. Und jetzt kehrt er heimlich, still und leise zurück. Ich freue mich darauf!

Nicolas Cage auf einem Bierkasten (r.)
Nicholas Kim Coppola wollte nie durch den Namen seines berühmten Onkels bekannt werden, Regisseur Francis Ford Coppola. Er strich das „C“ im Vornamen, ließ das „Kim“ ganz weg und gab sich den Nachnamen seiner Lieblings Marvel Figur Luke Cage. Umso treffender ist es, dass es ausgerechnet seine Filmcharaktere es sind, deren Namen ich immer im Kopf behalte. Da hätten wir zum Beispiel „Castor Troy“ (oder auch „Sean Archer“). Face Off - das Duell mit John Travolta gehört für mich zu den besten Actionfilmen der 90er.

Egal ob im seichten Abenteuerfilm mit Witz, oder im knallharten Kampf gegen Schwerkriminelle -  „Benjamin Franklin Gates“ hat mich auf der Jagd nach dem Vermächtnis der Tempelritter genauso unterhalten, wie der knallharte Ex-Soldat „Cameron Poe“, der in Con Air Verbrecher-Größen wie John Malkovich fast im Alleingang ausschaltet. Als „Yuri Orlov“ verpasste uns der Lord of War einen brilliant zynischen Exkurs in weltweiter Waffenwirtschaft, während er zusammen mit Sean Connery als Dr. Goodspeed dem Terrorismus auf The Rock die Stirn bot. Last but not least sein denkwürdiger Kurzauftritt als „Big Daddy“ in Kick-Ass.

Schlechte Rollen ja, aber schlecht gespielt? Selten.

Gemerkt? Ich habe hierbei nicht einmal Leaving Las Vegas, Adaption oder Stadt der Engel aufgezählt. Die Filme, für die er seine Preise und Nominierungen kassierte. Oder weitere Knaller wie 8MM und Spiel auf Zeit. Cage ist vielseitig und so viel besser, als ihn viele sehen wollen. Nein, seine Rollenwahl war nicht immer geschickt. Es war viel Schrott dabei. Sehr viel Schrott, der sich eine Zeit lang häufte. Von Knowing und Next über Ghost Rider und Bangkok Dangerous bis hin zu Drive Angry und Duell der Magier. Doch es war nicht immer Cage, der schwächelte. Es waren die Drehbücher, die Regisseure, die Mitstreiter. Deshalb war es auch nur eine Frage der Zeit bis Cage bei seiner nicht gerade wählerischen Rollensuche wieder Treffer landen würde.

In Pakt der Rache und Tokarev tauchte Cage jeweils in die (Liam Neeson und Gerard Butler sei Dank) angesagten Entführungs- und Rachefilme mit offener Moralfrage ein. In Stolen fuhr er damit fort. Alles keine Oberhammer, aber eben auch kein Schund. Anders beim düsteren Thriller Frozen Ground, wo er auf eine erfrischend gut spielende Vanessa Hudgens trifft und den ebenfalls aus der Versenkung gestiegenen John Cusack jagt. Ein super Film mit richtig bitterer Atmosphäre.

Und jetzt das:

Mittlerweile ist Joe in unseren Videotheken und Mediamärkten erhältlich. Die Kritiker überwerfen sich bereits mit Lob für Cage, es seine „beste Leistung seit vielen vielen Jahren“. Selbstredend, dass ich mir den Streifen schnellstmöglich besorgte. Und ich wurde tatsächlich nicht enttäuscht. Das Drama erzählt davon wie Ex-Sträfling Joe Ransom Vatergefühle für einen 15-Jährigen entwickelt und sich dabei jede Menge Ärger einhandelt. Meine Review folgt, aber eines kann ich Euch verraten: Cage rockt!



Frank or Francis soll ein Episodenfilm mit Musical-Touch werden, der vom Hollywood zur Zeit der Internet-Epoche erzählt. Jack Black zieht als Filmblogger ständig über einen Star (Steve Carrell) her, dessen beste Tage vorbei sind. Nicolas Cage spielt in diesem Filmchen den verwahrlosten Comedian „The Emcee“. Mit dabei sind außerdem Jacki Weaver, Kevin Kline und Elizabeth Banks. Könnte richtig cool werden, bei diesen Namen!

In Dying of the Light spielt ein ergrauter Nicolas Cage den CIA-Agenten Evan Lake, der kurz vor seinem letzten Fall an Alzheimer erkrankt. Er beschließt dennoch, den Fall lösen zu wollen. Seine Krankheit stellt sich ihm dabei mehr als einmal in den Weg. Auch in diesem Fall vermuten einige Kritiker, dass Cage langsam aber sicher wieder Boden gut macht auf der Schauspielbühne. Ich behaupte ja nach wie vor, dass er das nie nötig hatte. Aber was soll's, ich würde ihm die positive Publicity gönnen;)



 Ich werde mir jeden dieser Filme ansehen. Nicolas Cage hat sich bereits einen Namen gemacht. Und er hat vielen Namen Kultstatus verliehen. Ich bin gespannt ob „Joe Ranson“, „Evan Lake“ und „The Emcee“ auch dazu gehören werden.

Dienstag, 11. November 2014

Offener Brief an Jan Küveler von „Die Welt“: Mitschwimmen ist heillos überschätzt

Lieber Jan Küveler,

was haben Sie eigentlich von Interstellar erwartet? Eine Dokumentation über Astrophysik, oder eine Geschichte, die so simpel gestrickt ist, dass jeder Depp sie versteht? Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Ernsthaft, Ihr offener Brief an Christopher Nolan klingt, als hätte ihn ein enttäuschter Fan verfasst, der gerade zufällig einen Fremdwort-Duden unterm Arm hatte und seinen Frust loswerden musste. Aber ein Nolan-Fan sind Sie nicht, Sie attackieren gleich seine gesamte Regie-Karriere.

Aussagekraft. Wo?
Immer schön den Konjunktiv verwenden, damit auch deutlich bleibt, welch intellektuellen Anspruch der Autor an sich und seine Leser stellt. Aber nun gut, ich schweife ab. Ihre reißerische Überschrift lautet „Warum Christopher Nolan heillos überschätzt ist“. Infolgedessen resümieren Sie sein Debüt Memento in einem Satz, geben anschließend ehrlicherweise zu Insomnia nicht einmal gesehen zu haben, nur um danach auch zu Prestige nur einen inhaltlichen Satz beizusteuern. Wow! Ich darf als Leser nun also annehmen, dass sich Ihre Überschrift auf drei gesehene Comic-Verfilmungen und zwei Science Fiction Geschichten beziehen. Massenkompatible Produktionen mit einem Budget von fast 900 Millionen Dollar.

Ein bisschen kindisch
Es ist schon eklatant wie sehr Sie den Lesern Ihre Meinung auf Bild-Niveau einhämmern möchten. Sie reduzieren die Batman-Trilogie und Inception auf einzelne, unwichtige Szenen, die sogar im Trailer schon gespoilert wurden und versuchen ernsthaft danach noch glaubhafte, inhaltliche Kritik äußern zu können? Das erinnert mich an meine Jugend. Wenn mir dort etwas nicht passte, warum auch immer, dann war mein schlagfertigstes Argument meistens "weil das einfach doof ist". Heute hätte ich bessere Argumente. Sie nicht.

Batman vielleicht nochmal gucken?
Angestrengtes Overacting? Natürlich war das Overacting, es war auch Overacting als Jack Nicholson den Joker spielte. Der Joker ist Overacting! Der Joker ist unkontrollierbar wie seine Gesichtszüge, er repräsentiert Chaos. Heath Ledgers Joker löst allenfalls Unbehagen aus und die Kunst eines Filmkritikers sollte darin bestehen dieses nicht negativ auszuwerten, sondern vielleicht als besonders eindrucksvoll. Und Christian Bale als humorlos zu betiteln ist gewagt. Er schrieb meines Wissens nach nicht das Drehbuch, also auch nicht die gesprochenen Texte. Ich frage mich hier, ob die Batman-Trilogie überhaupt witzig sein wollte? Glaube nicht. Abgesehen davon: Katie Holmes ist nur in Teil 1 zu sehen, in Teil 2 wird ihre Rolle von Maggie Gyllenhaal übernommen. Überhaupt Gemerkt? Sie meinten sicherlich Rachel Dawes, aber wen Sie Nolans Karriere so zerpflücken und nach jedem kleinsten Fehler suchen, dann darf ich das auch mit ihrem Brief machen. Bäh!

© Warner Bros

 Sind wir alle Wissenschaftler und Drehbuchautoren!?
Wie stellen Sie sich eigentlich einen intelligenten Blockbuster vor, Herr Küveler? Ich kann in ihrem ganzen Brief kein positives Beispiel erkennen. Stattdessen regen Sie sich über "Gequatsche" auf, darüber, dass sich die Figuren gegenseitig Plots erklären. Ist es nicht die Kunst eines Filmemachers, gerade aus Dialogen Spannung zu erzeugen? Ohne Ballerei, Beleidigungen und Action? Christopher Nolan selbst gibt völlig offen zu, dass seine Filme immer Logiklücken haben werden, weil sie Raum für Fantasie und Interpretationen lassen. Weil er Regisseur ist und nicht Traumwissenschaftler oder Astrophysiker. Diese Herrschaften könnten mit Sicherheit auch nicht fehlerfrei einen Film inszenieren. Aber die Nolan-Brüder sind ambitionierter, möchten Massen ansprechen ohne dabei in Michael-Bay-Stumpfsinn zu verfallen. Sie suchen sich schwierige Themen. Ist das jetzt tatsächlich ein Fehler, nur weil das mehr Raum für Logik-Lücken bietet?

Omma, tu ma die Kinder
Diese Frage wurde ziemlich früh im Film erklärt, kurz vor oder nach der Szene in der die Großmutter den Kindern den Telefonhörer wegnimmt. Dort wo klar wird, dass Sie, weil sie ihm die Schuld an Mals Tod gibt, gar nicht will, dass Dom Cobb seine Kinder sieht. Ist Ihnen das entfallen? Wurde vielleicht zu wenig gequatscht?

Lassen Sie den Hans in Ruhe!
 Die von Hans Zimmer eingestreute Musik ist doch gerade in Interstellar ausnahmsweise mal nicht übertrieben bombastisch?! Oder zumindest nicht so penetrant und aufdringlich?! In den meisten Fällen höre ich dezente Klavier- und Orgeltöne, die zugegeben richtig laut werden. Es ist doch aber eben dieser Score, der retromäßig an alte Weltraumfilme erinnert und die Atmosphäre auf diesem Trip bestens einfängt. Eine Frage, haben Sie auch Probleme mit der Vertonung von Filmen wie Godzilla oder Gone Girl? Ich fange an zu vermuten, dass Sie einfach ein Problem mit Musik als Spiegel des Spannungsbogens haben. Ich für meinen Teil bin froh, wenn nicht mehr in jedem x-Beliebigen Krimi hektische, orchestrale Musik das Geballer begleitet wie in den 80ern.

Und dann wieder diese Witz-Geschichte...Interstellar ist unwitzig? Soll Interstellar denn überhaupt witzig sein? Es hat mich eine Seite lesen in der Cinema gekostet, um zu sehen, dass Nolan seinen Filmen die postapokalyptische Grundstimmung verpassen will und nicht den Spaß an den Sternen. Daran gemessen und in Relation zum schwierigen Plot waren TARS und Case durchaus für entspannende Schmunzler mit eingebaut. Das konnten oder wollten Sie offensichtlich aber nicht sehen, Herr Küveler.

Bitte nur aalglatt, geschliffen und unflexibel
Wenn ich Filmfiguren erleben möchte, deren Charakteristik so steril und vorhersehbar ist, wie Sie es offensichtlich wünschen, dann schaue ich GZSZ oder Filme von Roland Emmerich. Ich lese aus Ihrer Kritik nur, dass Sie keine Überraschung tolerieren, wenn Ihnen vorher ein anderes Bild vermittelt wurde. Das Dinge wie Lügen, Heuchelei oder Widersprüchlichkeiten aber menschlich sind und damit vielleicht sogar realistischer als der erste Eindruck, das ziehen Sie offensichtlich nicht in Erwägung.

Ja, warum denn jetzt eigentlich nicht?
...oder drittens der Verfasser dieses offenen Briefes in Erklärungsnot bei Verständnisfragen bringen würde...

Quatsch Conaughey Club?!
Schon wieder fehlt Ihnen Rasanz und Komik...könnte es sein, dass Sie vielleicht in der Comedy-Welt besser aufgehoben wären? Nicht als Programm, sondern als Zuschauer, der sich endlich zurücklehnen kann und Witz auf Witz um die Ohren gefeuert kriegt? Sind Sie vielleicht mit einer falschen Erwartungshaltung in die Filme von Christopher Nolan marschiert? Es gibt auch durchaus witzige Blockbuster, wie zum Beispiel Teenage Mutant Ninja Turtles, White House Down oder Transformers - nur sind die halt schlecht.

 Endlich Ende.
Ich habe mich gerade durch zwölf Absätze hohlen Getöses gekämpft und kann behaupten, dass im Vergleich dazu Interstellar großes Unterhaltungskino mit Anspruch war. Da hilft auch die zynische Bemerkung 'dass Sie das eigentlich können, daran zweifelt doch keiner' nichts. Ihre Überschrift vergleicht die Freude an Nolan-Filmen mit einer Krankheit und betitelt ihn als überschätzt und am Ende fällt Ihnen nicht mehr ein als ein bisschen Nietzsche und Heuchelei?

Aber es passt in die gespaltene Stimmung der Masse. Nolan bringt zwei schwierige Filme auf die Leinwand. Ein paar RTL-Fans verstehen nichts und beschweren sich über Langatmigkeit und zu wenig Action und schon findet der Schreiberling den Zug auf den er aufspringen kann. Er entscheidet sich für Nolan-Bashing, wahrscheinlich weil's einfacher ist, als sich stundenlang mit Kip Thornes Idee auseinanderzusetzen. Sich über einen Trend aufregen und dabei selbst mitschwimmen. Wenn etwas heillos ist, dann doch wohl das!



(alle Screenshots aus: Die Welt: http://bit.ly/1sygkmi)

Der Filmtipp: Nightcrawler - Jake Gyllenhaal geht über Leichen, mit Kamera!

In den Nachrichten habe ich vor kurzem von einem Unfall gehört, bei dem das Opfer von einem Wagen erfasst und von einem zweiten Auto überrollt wurde. Vor kurzem sah ich die Vorpremiere eines Films, in dem Menschen bei exakt solchen Katastrophen - nur um eine gute Story zu liefern - sofort zur Stelle sind und…die Kamera draufhalten! Der Thriller hieß Nightcrawler und er präsentiert uns die Mediengegenwart mit einer sehr konsequenten Härte. Seine Hauptfigur ist charismatisch, kaputt und unmoralisch – und genau deshalb wie gemacht für den Job.  

Worum es geht: Lou Bloom glaubt fest an seine eigene Interpretation des amerikanischen Traums. Er hält sich mit kleinen Diebstählen und Trickbetrügen über Wasser. Dann begegnet er Nightcrawlern. Filmteams, die den Polizeifunk abhören mit dem Ziel, Fotos von Unfällen und Tatorten zu machen. Diese werden dann für gutes Geld ans Frühstücksfernsehen verkauft. Je blutiger, desto besser. Stimmt die Quote, stimmt das Geld. Moral bleibt auf der Strecke. Lou schmiedet seinen eigenen Karriereplan, für den er bereit ist teure Opfer zu bringen.


Sensationsjournalismus - die Saat des Bösen

Für mich als Medienmensch hat dieses Werk noch einmal einen ganz speziellen Beigeschmack. Regie-Debütant Dan Gilroy (schrieb auch das Drehbuch) verteilt ordentlich Seitenhiebe auf den prostituierten Boulevard Journalismus von heute und seine voyeuristischen Konsumenten. Hin und wieder etwas zu plakativ, aber deshalb nicht weniger realistisch. Vielmehr steht die Person im Vordergrund, die im Stande ist diese Arbeit ohne schlechtes Gewissen auszuführen. Dieser Jemand ist Lou Bloom, großartig gespielt von Jake Gyllenhaal (Brokeback Mountain, Source Code, u.a.).

© Concorde Filmverleih GmbH
Wenn ich großartig sage, dann meine ich das so. Nicht gut, sondern preisverdächtig. Nicht weil er für die Rolle 9kg abgenommen hat, sondern weil er seiner Person Kultstatus verleihen wird. Der Zuschauer ist fasziniert und angewidert gleichzeitig. Lou ist ein perfider Klugscheißer, ehrgeizig und fanatisch. Allein diese intensive Mimik, dieses bitterböse Grinsen bei völliger Überzeugung von dem, was er tut. Krank. Obgleich sichtbar manipulativ, am Ende zählt auch für sein Umfeld nur das Honorar und die Quote. Gyllenhaal darf sich nach End of Watch, Prisoners und Enemy hiermit nun definitiv zur ersten Liga Hollywoods zählen.

120 Minuten Spannung pur!

Doch ich will die Klasse des Films nicht allein an Jake alleine festmachen. Auch bildtechnisch macht der Streifen einiges her. Die Nachtaufnahmen von Los Angeles passen perfekt in die Atmosphäre dieser bitterbösen Story. Generell erinnert mich die Optik an Werke wie Sieben oder 8mm. Das ist auch kein Zufall, an der Kamera saß schließlich Oscargewinner Robert Elswit, der u.a. 8mm filmte. Und der Sound? Der wurde ebenfalls grandios eingestreut von James Newton Howard, dessen Scores ich schon in der Dark-Knight-Trilogie und der Hunger-Games-Reihe klasse fand. Die Kamera ist mal hektisch, mal ganz auf die Figur konzentriert, während der Ton eher den Spannungsbogen untermalt. Klasse Gesamtwerk!

© Concorde Filmverleih GmbH
Was mir außerdem gefällt ist, dass bei den Nebenrollen nicht auf aktuell angesagte Namen geachtet wurde, sondern auf Schauspieler, die ihre Figuren passend zur Geschichte darstellen konnten. Bill Paxton (Twister, Aliens – Die Rückkehr, u.a.) mit seiner großen „Reporter“-Klappe, Riz Ahmed (nominiert für den Gotham Independent Film Award) als frustrierter, leicht zu manipulierender Partner von Lou. Und schließlich Rene Russo (Outbreak, Kopfgeld, u.a.), die mit ihren 60 Jahren eine gute Figur macht. Mit ihrem Filmcharakter – Medienchefin Nina - schließt sich der Kreis der Mediensatire. Die zweifelhaften, zweigleisigen Gefühle Ninas in Bezug auf Lou bringt sie routiniert und beeindruckend rüber.


Fazit: Nightcrawler ist ein echter Klassiker. Jake Gyllenhaal zeigt hier vollen Gesichtseinsatz und seine vielleicht beste Leistung so far. Man möchte Lou schlagen, aber man muss schmunzeln. Der Film ist geprägt von einer traurig-authentischen Botschaft, die so spannend und bissig inszeniert wurde, dass der Zuschauer das Kino mit gemischten Gefühlen verlässt. Niemals vergisst man Gyllenhaals Blick, wenn er Lous Lieblingsargument ausspricht: „I will never ask you to do anything, that I wouldn't do myself!“ Ganz großes Kino!

Montag, 10. November 2014

Media Monday #176: Welches Buch ich lese, welche Serie ich nicht mehr gucke und welche Kostüme mich reizen

Hallo zusammen,

alles frisch? Heute melde ich mich mal so richtig spät mit meinem Beitrag zum Media Monday. Warum? Weil ich's kann;) Wer's trotzdem noch liest, der erfährt, welche Filmkostüme ich gerne mal tragen würde und bei welcher Serie ich nach nur eineinhalb Folgen abbrechen musste. Noch dazu gibt's Buch- und Filmtipps sowie ein von mir eher seltenes Lob an Jared Leto. In den kommenden Tagen erfahrt ihr dann endlich mehr Details zu meinen "Award"-Plänen und Nightcrawler mit Jake Gyllenhaal.



1. Halloween ist kaum vorbei und morgen geht die Karnevalszeit schon wieder los. Würdet ihr euch als Film-/Serien-/Buch-Figur verkleiden und wenn ja, als welche? Da gibt es unendlich viele Kostüme, die ich gerne mal tragen würde. Zombies, Horrorclowns, Kick-Ass, Minions, Batman, Joker, Alan Grant (Jurassic Park), Jedi-Ritter, Lego-Männchen, Rocket (Guardians of the Galaxy), Beatrice Kiddo (Kill Bill, haha), Django, Hensel (Hexenjäger), Iron Man, James Bond, Caesar Flickerman (Die Tribute von Panem), Bane, Jake Londergan (Cowboys and Aliens), etc. etc. etc.

2. Um beim Thema Kostüme beziehungsweise Make-Up zu bleiben: Jared Leto hätte ich in ihrer/seiner Rolle als Rayon in Dallas Buyers Club kaum wiedererkannt, denn sowohl Make-Up als auch Outfit und körperlicher Einsatz waren so perfekt auf die Figur abgestimmt, dass die Person Leto nicht mehr vorhanden war. Und das sage ich als 30-Seconds-To-Mars-Nicht-Gut-Finder sehr ungern. Diese Leistung war phänomenal. Von allen an dieser Figur beteiligten Personen.

3. Ganz allgemein gesprochen, ist mir im Moment kein bestimmtes Genre das liebste, einfach weil mich die Geschichte mitreißen muss. Ich tendiere zu Chaos, Apokalypse und Co, ebenso aber zu menschlichen Abgründen und richtig gut gemachten Thrillern. Am liebsten noch mit Moralfragen angefüttert. Im Augenblick schaue ich gerne Filme wie Auge um Auge, Gone Girl, Nightcrawler oder Prisoners. Aber festgefahren bin ich da nicht. Ich habe mich Jahre lang auf Sin City 2 gefreut, stattdessen hat mich mit Guardians of the Galaxy eine Comic-Verfilmung begeistert, die ich vorher nie auf dem Schirm hatte.

4. Von From Dusk Til Dawn hätte ich mir weitaus mehr versprochen, als die Serie hat halten können, denn ich bin ein großer Fan des Originals. Okay, ich habe mir die Folgen nicht auf Englisch angesehen, sondern auf Deutsch. Ein Fehler. Die Synchronisation war so grauenhaft, dass ich es nach 1,5 Folgen nicht mehr ausgehalten habe. Diese ganzen Hochglanzgesichter haben nichts mehr gemein mit dem dreckigen Film. Schade.

5. Wenn allerdings Interstellar, Gone Girl und Nightcrawler nicht Preise ohne Ende einheimsen, dann weiß ich auch nicht, denn schließlich haben alle drei das besondere Gen, den Zuschauer in seinen Sessel zu drücken und seine Aufmerksamkeit bis zur letzten Minute aufzusaugen. Ich denke an die großartigen Leistungen von Rosamund Pike und Jake Gyllenhaal, aber auch an das Drehbuch und die wunderbar dezenten Effektspielereien von Interstellar. Ganz großes Kino, auch wenn Preise dabei nicht zwangsläufig der Beleg sein müssen.

6. Jetzt wo es kälter wird und man es sich eher mal mit einem guten Buch gemütlich macht, wozu würdet ihr am ehesten greifen (so denn zutreffend; soll ja immer noch Nicht-Leser unter meinen Lesern geben ;-) )? – Ich greife eigentlich immer und zu jeder Wetterlage zu Dystopien und postapokalyptisch gefärbten Geschichten. Ganz schlechtes Beispiel dafür: Im Moment lese ich Gone Girl ;D Die Geschichte passt allerdings dank Fincher-Touch richtig schön in den Winter. Da muss ich gleich an The Girl with the Dragon Tattoo / Verblendung denken.


7. Zuletzt gesehen habe ich Interstellar gesehen und das war einfach nur magisches Bombastkino von der besten Sorte, weil Christopher Nolan es einfach immer schafft eine verzwickte, schwierige Geschichte in einen Blockbuster zu stopfen und so beide Seiten gleichermaßen zu bedienen, ohne sich an einer Seite zu überheben. Genre-Fans müssen diesen Streifen einfach lieben, selbst, wenn man seine Intention nicht gleich beim ersten Mal voll und ganz erfasst.

Samstag, 8. November 2014

Der Filmtipp: Interstellar - ein Kino-Klassiker, ein Meisterwerk!

Christopher Nolan ist für mich ein Meister seines Gebiets, der vielleicht beste Geschichtenerzähler Hollywoods. Etwa zwei Jahre habe ich auf seinen neuen Film Interstellar gewartet, immer mit der Vorfreude, dass es ein neues Meisterwerk geben würde. Und ich sollte Recht behalten, denn was der Batman-Reanimateur mit diesem Weltraumdrama geschaffen hat wird noch lange und weit über die Genre-Grenzen hinaus seinesgleichen suchen.

Worum es geht: Zeitgenössische Zukunft. Klimawandel und Ressourcenknappheit lassen die Zeit der Menschheit auf der Erde ablaufen. Wissenschaftler werden nicht mehr gebraucht und doch startet ein kleiner Rest der NASA den letzten Versuch die menschliche Rasse zu retten. Ein entdecktes Wurmloch in unserem Sonnensystem soll eine Gruppe von Wissenschaftlern in unbekannte Dimensionen und Galaxien befördern, um den geeigneten Planeten zu finden. Ihre Reise durch Raum und Zeit fordert Opfer und Mut und vor allem Verstand, denn jeder Schritt ist ein Schritt ins Unbekannte.

„Die Menschheit wurde auf der Erde geboren – sie war nie dazu bestimmt, hier zu sterben.“

Ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass Interstellar kein gewöhnlicher Blockbuster ist. Er ist schwierig, macht nachdenklich und fordert Fantasie. Schauspielerin Mackenzie Foy bekam deshalb z.B. nur den Teil des Skripts, in dem ihre Figur auftritt zu lesen. Astrophysiker und Wurmloch-Spezialist Kip Thorne lieferte bereits 2006 die Vorlage, die erst Stephen Spielberg interessierte, dann aber an Christopher Nolan und seinen Bruder Jonathan wanderte. Dieser belegte sogar ein Studium der Relativitätstheorie um zusammen mit Kip Thorne ein Drehbuch zu entwickeln, das Christopher leinwandgerecht inszenieren konnte.

© Warner Bros
„Alles was passieren kann, wird passieren!“

Die magische Erzählkraft schien auch auf die Filmstudios einzuwirken, schließlich ist es nicht normal, dass Paramount und Warner für solch ein Werk zusammen kooperierten. Nolan dürften die rund 165 Millionen Dollar Budget sichtlich gefreut haben. Seine Aufgabe war nun das Massenpublikum dafür zu begeistern. Ich selbst habe mal gelesen, dass eine Reise durch ein schwarzes Loch uns zerdrücken würde. Nolan und Co liefern Antworten auf die Masse negativer Energie, die man dafür benötigen würde. Gravitation spielt eine Rolle, aber ganz ehrlich? Alles verstanden habe ich nach einmal gucken noch nicht. Trotzdem versucht der Film auch für Laien Erklärungen zu liefern. Man sollte Interstellar vielleicht nicht nachts oder nach 8 Stunden Werktag schauen.

„Wenn du irgendwo hin willst, musst du auch immer etwas zurück lassen.“

In der Hauptrolle gefällt Matthew McConaughey als „Farmer“ Cooper, der trotz großer Liebe zu seinen Kindern die schwierige Bürde auf sich nimmt sie auf einem sterbenden Planeten zurückzulassen. Mit dem zweifelhaften Versprechen zurückzukehren. Die emotionale Tiefe, die sich zwischen Cooper und seiner Tochter Murph aufstaut wird erst mit Ende des Films sinnvoll entfaltet. Es ist generell eine Meisterleistung der Erzähler die Liebe so in diese komplexe Geschichte einzustreuen, dass sie nicht kitschig daher kommt. Vielmehr wird deutlich, dass Magie und Macht der Liebe wissenschaftlich unterschätzt werden. Es gibt nicht wenige Momente in denen sich Gefühlswelt und Emotionen im Kampf mit logischen Instinkten befinden.


„Ich reflektiere die Welt, in der wir leben, und die sich daraus ergebende Grundstimmung fließt unmittelbar in die Filme mit ein. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist diese Stimmung ziemlich apokalyptisch gefärbt.“ (Christoper Nolan, cinema-Interview)
    

Anne Hathaways (Les Miserables, The Dark Knight Rises, u.a.) Figur Dr. Brand bekommt für meinen Geschmack etwas zu wenig Screentime und Tiefe, trotzdem fügt sie sich perfekt ins Kollektiv ein.
Die beste Figur neben McConaughey machen Jessica Chastain (Zero Dark Thirty, The Help, u.a.) und Mackenzie Foy (Breaking Dawn, Conjuring, u.a.) als Coopers Tochter Murph in verschiedenen Zeitsprüngen. Und auch wenn Nebendarsteller wie Matt Damon (Elysium, Die Bourne Identität, u.a.) und Michael Caine (Prestige, The Dark Knight, u.a.) das Weltstarensemble gekonnt komplettieren, die heimlichen Lieblinge der Zuschauer sind zwei dreifüßige Roboter namens Case und TARS. Ihre Sprüche lockern auf, sorgen für Schmunzler. Das ist meiner Meinung nach nicht nur kompatibler für Massen, sondern so wichtig wie das Pausenbrot im Mathestudium.


„Wir finden einen Weg. Wir haben immer einen gefunden.“

Der Film hat endlos viele starke Momente. Im Gedächtnis ist mir die Anti-Forschungsdrang-Propaganda („Wir waren nie auf dem Mond“) geblieben, die kreativen Schülern eingeflößt wird, um die Kapazität der Farmer-Industrie zu stärken. Oder eine Szene in der McConaughey die Unterhosengröße seines Kollegen in Relation zu einer Zahl stellt, die das Bestehen der Menschheit entscheidet. Wahnsinnig gute Dialoge und Ideen und – das ist klar – jede Menge Raum für Interpretation. Von uns kann letzten Endes niemand behaupten was absurd ist, wenn es noch unerforscht ist. Ähnlich wie in Oscarabräumer Gravity erforscht Interstellar hier tatsächlich nicht nur das All, sondern vielmehr die Grenzen des menschlichen Verstandes.

© Warner Bros
Stilistisch ist Interstellar ein Fest. Die langsame Kamerafahrt passt zu den dezenten, ruhigen Bildern, die dem Zuschauer das Gefühl verpassen mit dabei zu sein - auf einer Reise durch die unendliche Weite des Weltraums. Wo die Emmerichs und Bays von heute eine heroische Präsidentenrede eigestreut hätten, folgt hier nach dem Kennenlernen der Erdsituation nur ein harter Schnitt und danach einfach mal der Start ins Ungewisse. Es gibt jede Menge designte Welten und wirklich atemberaubende Weltraumsequenzen. Wir bekommen knietiefe Ozeane mit berghohen Wellen, eingefrorene Wolkenhimmel und Blitzlichterhagel. Alles ohne 3D-Schnickschnack und Avatar-Effektballerei. Alles wirkt so nüchtern, so authentisch, dass man sich wünscht, es sei auch in Wirklichkeit so. Dazu Hans Zimmers Score, die Orgelmusik die sich ständig in ihrer Intensität hebt und so das Drama steigert – ganz ganz groß!

Fazit: Viele viele Jahre werden wir noch in Filmkritiken lesen Film X „…kommt nicht an Interstellar heran“. Mindestens eine Liga mit Stanley Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum. Einigen Zuschauern dürfte Interstellar zu schwierig und zu lang erscheinen. Schwere Kost für Weltraum-Gourmets, die mich absolut fasziniert hat. Einmal mehr rettet Christopher Nolan den intelligenten Blockbuster. Mehr Inception als Armageddon, mehr Memento als Apollo 13. Technisch ohnehin 1A - ich weine, dass ich den Film nicht im Berliner IMAX sehen konnte.

Vorfreude: November 2014 mit Interstellar, Mockingjay 1 & einem Oscarverdacht

Der November legt so richtig los und serviert uns einen Kinokracher nach dem anderen. Ich musste lange überlegen welche Filme ich mit in meine persönliche Top Five nehme. Okay, zugegeben – Platz 1 war für mich keine Sekunde eine Überlegung. Darauf habe ich einfach schon seit gefühlten Ewigkeitengewartet. Die WM-Dokumentation Die Mannschaft hat es leider nicht geschafft, ebenso Ruhe in Frieden, der Actionkracher mit Liam Neeson. Ein weiterer Tipp, der es nicht geschafft hat: Die Pinguine aus Madagaskar. Verzeiht mir ;)

Platz 5

So langsam aber sicher habe ich die Hoffnung, dass das deutsche Kino mich doch noch kriegt. Nach Stereo und Who Am I kommt nun ein politischeres Werk mit einer sehr interessanten Geschichte – auch wenn es mal wieder um die deutsche Kriegsvergangenheit geht: Labyrinth des Schweigens. Hauptdarsteller Alexander Fehling gefiel mir schon mit seinem Kurzauftritt in Inglorious Basterds. Seit Donnerstag im Kino!


Platz 4

Auch Christoph Waltz (Der Gott des Gemetzels, Django Unchained, u.a.) war eine Entdeckung des Tarantino-Movies. Seitdem ist er aus Hollywood nicht mehr wegzudenken. Im schrägen Science Fiction Drama The Zero Theorem sucht er als Supercomputer-Spezialist nach dem Sinn des Lebens. Ob es schwere Kost wird oder mal etwas erfrischend anderes – das sehen wir ab dem 27. November 2014.


Platz 3

Jake Gyllenhaal gefällt mir immer besser und auch wenn ich Enemy noch nicht richtig verstanden habe, so waren Prisoners, Source Code und End of Watch allesamt Streifen, die ich mir noch häufig ansehen werde. Mittlerweile habe ich meine Tickets für die Vorpremiere von Nightcrawler (Start: 13. November) genutzt und bin absolut nicht enttäuscht worden. Jake spiele dort oscarreif - mehr dazu bald in meiner Review!


Platz 2

Ganz klar, ich bin ein Fan von Die Tribute von Panem. Der nun mittlerweile dritte Teil Mockingjay I richtet sich so langsam aber sicher auf den Endspurt der Reihe ein. Der Trailer sieht sehr interessant aus, zeigt noch einmal Philip Seymour Hoffman (Roter Drache, Moneyball, u.a.) und bietet Action und Spannung pur. Ich freue mich drauf! Ab dem 20.11. geht’s los!


Platz 1

Keine große Überraschung: Mein Lieblingsregisseur Christopher Nolan (Inception, Prestige, u.a.) versprach ein episches Science Fiction Abenteuer namens Interstellar und hat dabei Schauspieler wie Matthew McConaughey, Anne Hathaway und Jessica Chastain mit an Bord. Ich habe seit Monaten darauf gewartet! Seit dem 6. November heißt’s: Riesenleinwand, beste Plätze! Ich habe ihn schon gesehen und werde Euch schnellstmöglich berichten!



Samstag, 1. November 2014

Der Filmtipp: Film des Jahres 2014 kommt - Pride-Tickets zu verlosen!

Hi Freunde,

in den vergangenen Tagen hatte ich privat eine Menge zu erledigen. Leider sind dabei meine regelmäßigen Infos über Filme ein wenig auf der Strecke geblieben. Das ändert sich jetzt in den kommenden Tagen.

Nightcrawler

Am Montag werde ich mir mit Cansu den sozialkritischen Nightcrawler anschauen. Sie hat vergangene Woche Tickets dafür gewonnen. Ich bin gespannt, ob Jake Gyllenhaal (Prisoners, Enemy, u.a.) tatsächlich so oscarverdächtig spielt und freue schon richtig darauf.

Vorfreude

Wo wir gerade beim Thema Vorfreude und Nightcrawler sind: In meiner Monatsvorschau wird der Film definitiv in den Top Five auftauchen. Welche weiteren Vorschläge ich für Euch habe erfahrt Ihr heute Abend.

Titelkrampf

Ebenso wie die fünf interessantesten Filme des Monats habe ich natürlich auch wieder die beklopptesten deutschen Filmtitel für Euch recherchiert. Der November gibt sich in dieser Sache wirklich richtig Mühe, noch muss ich aus mehr als zehn Titeln auswählen, die es alle verdient hätten dabei zu sein ;)

Nicolas Cage

Vor kurzem habe ich mir Joe, den neuen Film mit Nicolas Cage angesehen. Die Leistung, die Mr. Cage dort abliefert hat mich dazu bewegt einen ganzen Artikel über ihn zu verfassen. Keine Überraschung, dass es parallel dazu auch die Filmkritik zu Joe geben wird.

Filmtipps des Jahres 2014

Ich freue mich Euch eine ganz besondere Angelegenheit anzuteasern. Spätestens Mitte November werde ich Euch eine Nominiertenliste präsentieren. Warum? Am letzten Tag des Jahres 2014 werde ich zusammen mit einer Jury aus anderen Filmbloggern meine Filme des Jahres bekanntgeben. Einen „Award“ verleihen, dessen Siegel ihr in den Filmkritiken dann immer sehen werdet. Mehr dazu demnächst!

Pride Tickets gewinnen

Wir haben zweimal zwei Tickets für Euch, für die britische Sozialkomödie Pride, die sich wirklich lohnt. HIER könnt ihr meine Filmkritik dazu lesen. Was ihr für die Tickets tun müsst gebe ich noch an diesem Wochenende bekannt.


So, genug gelabert. Ran die Tasten und bis demnächst – viel Spaß!