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Dienstag, 3. Februar 2015

Interview: Stefan Rybkowski über Equlibrium und Filmstärken: "Einen geilen Film muss ich nicht sofort wieder sehen."

Hallo liebe Freunde der Filmkunst, 

mittlerweile habe ich alle Votings für den #derFilmtippAward eingesammelt. Stefan Rybkowski feiert mit seinem Blog Equilibrium im kommenden April sein achtjähriges Jubiläum und zählt ebenfalls zur Jury. Ich gratuliere auf diesem Wege schon mal vorab und präsentiere Euch ein kleines Interview mit ihm. Viel Spaß!

Micha: Hi Stefan, dankeschön, dass Du mit dabei bist! Erzähl doch mal wie Du auf die Idee gekommen bist zu bloggen. Warum Film? Seit wann? Woher der Name? Alles!

Stefan: Ich hatte 2004 bereits auf Filmforen.de ein Filmtagebuch gestartet, in das ich alle gesehenen Filme eintrug und kommentierte. Dann kamen die Blogs auf und ich habe mich etwas damit beschäftigt. Da mit der Technologie deutlich mehr möglich war als in einem Forum, habe ich schließlich auf ein eigenes Blog umgesattelt. Im April existiert Equilibrium bereits acht Jahre. Der Name kommt von Kurt Wimmers Equilibrium, den ich damals ganz großartig fand – und das Wort mag ich ohnehin, auch wenn seine Bedeutung nichts mit Film zu tun hat. Film ist nur das Hauptthema des Blogs, ich blogge aber auch viele andere Dinge, wenn mir danach ist – Events, Politik, Lifestyle.

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Jordan-Belfort-Style: Stefan Rybkowski von Equilibrium
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Micha: Unter den Beiträgen auf Equilibrium sind teils auch andere Namen zu lesen, wie seid ihr strukturiert? Wer ist alles dabei?

Stefan: In letzter Zeit habe ich meine Schwester zu den Pressevorführungen geschickt, da es mir beruflich leider nicht möglich ist, so viel ins Kino zu gehen. Christoph hat mal eine Zeit lang ebenfalls Kritiken beigesteuert, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Es ist ja auch interessant, mal andere Meinungen zu hören/lesen.

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"Scorseses „Wolf“ fand ich aber viel zu hochgejazzt!"
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Micha: Was waren 2014 für Dich eindeutig die Filme, die das Kinojahr ausgemacht haben? Gibt es Filme, die Deiner Meinung überbewertet wurden?

Stefan: Ich muss gestehen, dass ich so gut wie gar nichts gesehen habe, leider! Scorseses „Wolf“ fand ich aber viel zu hochgejazzt!

Micha: Bald stehen die Oscars an. Dein Favorit?

Stefan: Ich habe keinen der Best-Picture-Filme gesehen und will daher auch kein Urteil fällen.

Christian Bale zu Stefan (links, nicht im Bild):
"Du bennenst Dein Blog nach diesem Film hier!"

Micha: Was muss ein Film mitbringen, um Begeisterung bei Dir zu wecken und nachhaltig zu wirken?

Stefan: Er muss mich berühren – und das auf ganz vielen Ebenen. Ich muss außerdem etwas mitnehmen. Das kann fast alles sein, und sei es nur ein Möbelstück, das ich nach Sichtung unbedingt haben will. Ich muss ihn gar nicht mal unbedingt sofort wieder sehen wollen, vielleicht auch jahrelang gar nicht, und er kann trotzdem großartig sein! Was ich damit sagen will, ist, dass im Gegensatz zu vielen anderen, es für mich kein Kriterium ist, dass ich einen geilen Film sofort wieder sehen will.

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zur Nominiertenliste des #derFilmtippAwards:
"Ich finde gut, dass sie so bunt ist und keine Feuilleton-Liste."

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Micha: Du bist Teil der #derFilmtippAward-Jury und hat die Nominiertenliste gesehen. Sein wir mal ehrlich, was passt Dir nicht? Was geht in Ordnung?

Stefan: Ich habe so gut wie nichts davon gesehen, leider, aber ich finde es gut, dass sie so bunt ist und es keine „Feuilleton-Liste“ ist.

Micha: Wie betrachtest Du die Filmbloggerwelt in Deutschland? Gibt es Dinge, die Du gerne ändern würdest, wenn Du könntest?

Stefan: Sie könnte natürlich etwas größer sein, wobei sie durch ihre Übersichtlichkeit auch sehr familiär ist, was wiederum auch seinen Reiz hat. Ich finde es jedenfalls klasse, wie sie sich in den letzten Jahren entwickelt hat.

Micha: Was können Deine Leser und Follower in diesem Jahr noch alles von Dir erwarten?

Stefan: Hoffentlich wieder mehr Posts, egal ob Kritiken, News oder Trailer – ich bemühe mich, dass 2015 wieder mehr Content auf Equilibrium zu finden sein wird. Außerdem habe ich auch mal wieder richtig Lust auf einen Podcast mit Sascha von PewPewPew.


Sonntag, 1. Februar 2015

Der Filmtipp: Florian Erbach über filmverliebt, Found Footage und den #derFilmtippAward: "Besonders Godzilla fand ich sehr interessant."

Hallo liebe Freunde des Filmes. Langsam aber sicher trudeln die letzten Votes der Jury des #derFilmtippAwards ein und schon jetzt zeichnen sich einige Überraschungen ab. Vorher möchte ich Euch aber noch ein weiteres Mitglied der Entscheider vorstellen: Florian Erbach von filmverliebt.de.

Micha: Hi Florian, dankeschön für Deine Teilnahme als Jurymitglied. Beim Absatz „Filme als Spiegelbild der Gesellschaft“ dachte ich sofort: „Mit diesem Part würde ich genau so wortwörtlich bei einer Rede über Filme einsteigen.“ Deine tollen Worte und der Blogtitel verraten viel – was hat Dich dazu bewogen diese Leidenschaft in Form eines Blogs zu teilen?

Florian: Die Entstehungsgeschichte von filmverliebt ist im Grunde wenig spektakulär: Angefangen hat eigentlich alles mit meiner Internetfreundschaft (stranges Wort ^^) zu Sascha von pewpewpew. Wir waren zusammen in einem Clan (später auch ein e-Sport-Verein) und haben gemeinsam Battlefield gezockt. Was man eben so als junger Kerl macht... ;)
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Ist ganz schon filmverliebt, der Florian. 
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So kam es, dass er auch viel von seinem Blog erzählt hat und man sozusagen hautnah dabei war, wenn er was Cooles veröffentlicht hat. Irgendwann war das Zocken dann nicht mehr interessant und die Wege trennten sich etwas, doch hatte ich immer den Blog von Reeft im Hinterkopf und irgendwann nahm das Gefühl überhand, auch einen Blog ins Internet zu stellen. Das Thema „Film“ war dann schnell klar – endlich konnte ich meine Leidenschaft für Filme mit anderen teilen und neue Trailer und Entdeckungen in die Welt des Internets entlassen. Was anfänglich als „One-Man-Show“ gestartet ist, entwickelte sich mit den Monaten zu einer richtig kleinen Redaktion.

Micha: Wie habt ihr Euch als Redaktion zusammengefunden?

Florian: Martin ist ein Kommilitone von mir und ich habe ihn wenige Wochen nach Start des Blogs davon berichtet. Irgendwann fragte ich ihn dann, ob er nicht auch mitmachen möchte. Er ist bis heute dabei und steuert immer mal wieder einen Beitrag bei. Mandy war eine der ersten Followerinnen, die mir aufgefallen ist, wahrscheinlich, weil sie ab und an einen Beitrag teilte oder favorisierte. Irgendwann schrieb sie mir eine E-Mail, ob sie denn nicht auch mitmachen könne. Die Antwort auf diese Frage dürfte kein Geheimnis sein. Ralf ist auch schon eine Weile dabei und ist über das Internet auf den Blog aufmerksam geworden. Genauso ist es mit Thomas. Darüber hinaus gibt es noch einige Gastautoren, die auch über das Internet auf den Blog gestoßen sind. Ich kenne bis auf Martin keinen persönlich – was natürlich sehr schade ist! Aber die Kommunikation via E-Mail und Facebook macht Spaß und es ist definitiv nicht auszuschließen, dass man sich mal persönlich sieht.

Micha: Ich habe Deine Filmkritik zu Die Präsenz sehr positiv aufgenommen, da endlich mal ein Film nicht vorverurteilt wurde, nur weil er im Wackelkamera-Modus läuft. Ist Found Footage für Dich etabliert, oder nur ein Trend unter den Filmgenres?


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"Blair Witch Project hat mich nachhaltig beeindruckt."
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Florian: Ich muss gestehen, dass ich ein absoluter Fan von Found-Footage bin! Das fing alles damals mit Blair Witch Project an. Der Film hat mich wirklich nachhaltig beeindruckt. Ich hatte solche Angst und ich habe mich derart gegruselt – das sich das wohl ins Gehirn gebrannt hat. Seitdem schaue ich eigentlich fast alle Found-Footage-Filme, und wenn diese einigermaßen gut gemacht sind, dann gibt es meist positives Feedback von mir. Natürlich nimmt das gefühlt langsam überhand, aber Filme wie V/H/S, Willow Creek, Alien Abduction oder etwas ältere, wie [REC], zeigen ja, dass das Genre unterhaltsame Filme bieten kann. Daher denke ich, dass „Found-Footage-Filme“ über diese Phase des Trends schon lange hinweg sind und definitiv etabliert. Gerade weil das Genre Möglichkeiten bietet, mit einfachen und vor allem kostengünstigen Mitteln, einen Film zu produzieren.

Micha: Als Jury-Mitglied hast Du Dir bestimmt schon einmal die Nominiertenliste des #DerFilmtippAwards angesehen. Hand aufs Herz, welche Vorschläge kannst Du nachvollziehen, welche weniger?

Florian: Godzilla, Boyhood und The Wolf of Wall Street sind natürlich tolle Filme, die neben den genannten Dallas Buyers Club und 12 Years a Slave, definitiv zu den besten Filmen 2014 zählen. Besonders Godzilla fand ich sehr interessant! Auch Gone Girl hatte seine guten Momente. Nightcrawler und Boyhood habe ich bisher leider noch nicht gesehen. Etwas irritiert bin ich aber ehrlich gesagt von der häufigen Nennung von Stereo, den ich ziemlich belanglos und als langweilig empfand. Der Film hat bei mir eine gerade so Wertung von 4/10 bekommen. Und ich vermisse ein paar Independentfilme, wie zum Beispiel Under The Skin, der mein Lieblingsfilm 2014 ist und bei klassischen Rankings, wie dem Oscar, leider gar keine Berücksichtigung findet. Wenn Filme wie A Most Wanted Man, Edge of Tomorrow oder Coherence genannt worden wären, hätte ich wohl denen eine hohe Punktezahl gegeben. Aber bei der Fülle an Filmen, ist so eine Auswahl ja eh rein subjektiv und auch schwierig.
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Florian schwört auf Under the Skin. Und das liegt nicht nur an Ms Johansson.
Ach, komm, Flo!
© Senator
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Micha: Du sagst es. Gibt es Filme, die Du mir bis zum Ende des Jahres unbedingt noch empfehlen würdest?

Florian: Schau dir auf jeden Fall Under The Skin an! Auch Most Wanted Man, falls noch nicht geschehen.

Micha: The Walking Dead ist so ziemlich meine absolute Lieblingsserie, die auch häufiger auf Filmverliebt erwähnt wird. Wenn Du die Chance hättest Schauspieler zu casten, wen würdest Du gerne neben Rick Grimes und Co. kämpfen und flüchten sehen?

Florian: Puh. Das ist eine wirklich schwierige Frage. Ehrlich gesagt bin ich mit dem Cast soweit zufrieden und freue mich darauf, dass auch unbekannteren Schauspielern eine Chance gegeben wird. Insofern alles okay! Wobei.. ja doch... vielleicht Scarlett Johansson und Britt Robertson?

Micha: Was können Deine bzw. Eure Leser im Jahr 2015 von Euch erwarten?

Im Jahr 2015 steht ein ReDesign an. Ich hoffe, dass ich das zeitlich umsetzen kann, und werde mir dafür wohl Hilfe holen. Ansonsten wollen wir als Redaktion weiter gute und interessante Inhalte liefern. Dafür wollen wir die Redaktion auch erweitern und habe schon ein paar coole Ideen für Specials und Blogrubriken ... Es geht auf jeden Fall weiter! :)

Micha: Werde ich definitiv verfolgen, ich danke Dir :)

Montag, 26. Januar 2015

Der Filmtipp: Stereo - Deutschlands coole Antwort auf Fight Club und Drive

Maximilian Erlenwein. Merkt Euch diesen Namen! In einer Zeit, in der Schweiger, Schweighöfer und M’Barek die deutsche Kinoleinwand mit Einheitsbrei regieren, ist es dieser junge Regisseur, der uns in Zukunft noch viel „neue“ Unterhaltung bieten könnte. Sein Genre-Mix Stereo ist ein mutiges Beispiel dafür, dass unser Land mehr kann. Zwar muss sich der Thriller Vergleiche mit kultigen Hollywood-Produktionen gefallen lassen, in meinen Augen ist das aber ein Kompliment.

Worum geht es überhaupt? Erik ist dem Stress der Großstadt entflohen und zusammen mit Freundin Julia und ihrer Tochter Linda aufs Land gezogen. Er kann sich seiner Liebe und seiner Motorrad-Werkstatt widmen, ein friedliches Familienleben führen. Wäre da nicht Henry. Der aufdringliche Stalker verfolgt Henry und lässt ihn nicht mehr in Ruhe – und er ist unsichtbar für andere. Erik zweifelt an seinem Verstand und sucht psychologische Hilfe. Aber als eine Bande organisierter Verbrecher das Leben seiner Familie bedroht ist Henry plötzlich derjenige, der Erik noch helfen kann.


Was für eine Überraschung! Maximilian Erlenwein lädt zwei der bekanntesten deutschen Darsteller ein und zaubert einen technisch astreinen Knüller auf die Leinwand. Vor allem der düstere Look, der wummernde Sound und die grafischen Elemente verpassen Stereo einen besonderen Stil. Er ist rau, er ist sexy, brutal und sehr nüchtern. Die Kameraeinstellungen sitzen perfekt und sowohl Jürgen Vogel (Die Welle, Wo ist Fred?, u.a.) als auch Moritz Bleibtreu (Das Experiment, Baader Meinhof Komplex, u.a.) agieren in bester Spiellaune. Neben der kultigen Machart haben wir eine Story, die vielversprechend strange und teils überspitzt erzählt wird. Und sie hat einen super Twist!

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Fight Club, Drive, ...Stereo!
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Ja, es gibt einen bestimmten Logikfehler, den ich aber hier nicht ansprechen möchte, weil er meiner Meinung für den Gesamtfilm in Kauf genommen werden muss. Ich möchte auch nicht spoilern. Was ich aber sagen sollte ist: Wer Probleme mit Filmen wie Drive, Only God Forgives oder Fight Club hat, der sollte sich hier ganz genau überlegen, auf was er sich einlässt. Und doch ist Stereo nicht einfach nur eine Kopie seiner amerikanischen Vorbilder. Die Figuren wirken authentischer, inklusive nervigem Genuschel. Und der Film ist stolz deutsch zu sein. Georg Friedrich spielt seinen Bösewicht Keitel mit österreichischem Dialekt, was seiner Figur im Gesamtkontext von stereotypischen Bad Guys abhebt und sie zusätzlich skurril erscheinen lässt.

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Coole Freunde, viel nackte Haut, geile Musik - Dachschaden mit gewissen Vorzügen?!
© Wild Bunch Germany
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Fazit:

Stereo ist in meinen Augen der beste deutsche Kinofilm des Jahres 2014, weil er sich mehr traut und endlich mal abhebt von seiner nationalen Konkurrenz. Die Optik und vor allem die bassige, elektronische Musikuntermalung (Justice, Moderat!!) runden das Gesamtwerk ab. Spannend, böse und einfach cool. Tyler Durden zieh Dich an, Erik is on fire!


Stereo ist sechsmal für den #derFilmtippAward nominiert, in den Kategorien: Bester Film, Bester Hauptdarsteller, Beste Nebendarstellerin, Bester Regie, Beste Kameraarbeit und Bester Sound.

Media Monday #187: Was ich von Matthew McConaughey und Superhelden halte

Hallo liebe Filmfreunde,

ich habe mich mal wieder den Fragen des Media Mondays gestellt. Wer wissen will, was ich von Matthew McConaughey, Superhelden und 12 Years a Slave halte, der muss nichts weiter tun, als weiterlesen. Wenn das kein Service ist...;)



1. Spannend wird es doch eigentlich immer erst dann, wenn etwas eintrifft, das man so nicht erwartet hat. Solche Momente hatte ich zuletzt bei Stereo, Gone Girl oder auch Godzilla, wo ich überrascht war, dass die MUTOs deutlich mehr Screentime erhielten, als z.B. Bryan Cranston oder Godzilla selbst.

2. Entgegen vorherrschender Meinung finde ich ja, dass 12 Years a Slave richtig mies ist, denn…na gut richtig mies ist er nicht. Meine Erwartungen waren aber enorm. Lupita und Michael haben tatsächlich grandios gespielt. Technisch ist der Film aber eher Durchschnitt. Ich konnte emotional zu keiner Zeit eine Bindung zu der Story aufnehmen, auch der Hauptdarsteller wurde mir in der Presse deutlich zu hoch bewertet. Natürlich hat der Streifen eine wichtige Aussage, aber muss erlaubt sein, trotz allem, die Machart anzuzweifeln.

3. SuBs oder Stapel ungelesener Bücher sind ja bei Literaturbloggern weit verbreitet. Wie sieht es bei euch aus, ggf. auch mit einem SuF – Stapel ungesehener Filme? Die Liste ungesehener Filme wächst und wächst. Tatsächlich überlege ich im Moment sogar diese Liste auf meinem Blog zu veröffentlichen, sozusagen um sie nach und nach abzuarbeiten ;)

4. Wenn Matthew McConaughey zu Höchstform aufläuft können nicht mal Woody Harrelson oder Leonardo DiCaprio gegen ihn bestehen, allerdings sind viele seiner Rollen von früher schwachen Drehbüchern zum Opfer gefallen. Mittlerweile wählt er deutlich besser und darf sich meiner Meinung nach mit Recht und den Großen Hollywoods zählen.

5. Ob Flash, Arrow oder Constantine, plötzlich bekommen altbekannte Helden allesamt eine Serie spendiert, wohingegen die Größen des Superhelden-Genres ja auch weiterhin im Kino für Recht und Gesetz kämpfen. Ein begrüßenswerter Trend oder reicht es langsam mit der Verwertung altbekannter Comicstoffe? Ich kann es nicht mehr hören und lesen. Klar, viele der Filme bieten Spannung und Unterhaltung und sind technisch klasse gemacht. Aber irgendwann muss das mal ein Ende haben. Diese Überfrachtung macht einfach keinen Spaß mehr. Jetzt gehen die auch noch alle in Serie…

6. Und anschließend an die vorherige Frage: welcher (Super)Held eurer Kindheit wurde bisher schmählich vernachlässigt und könnte eine Frischzellenkur vertragen? Da fällt mir spontan keiner ein. Eigentlich würde ich das auch gar nicht wollen. Jedenfalls nicht jetzt, wo Superhelden nicht mehr als eine Trendwelle sind und Mittel zum Zweck. Na gut, vielleicht Tsubasa Ozora.


7. Zuletzt gesehen habe ich Open Windows und das war spannender, als ich dachte, weil ich befürchtet habe, dass da nur eine interessante Idee war, die aber nicht zu Ende gedacht wurde. Tatsächlich ist das Finale auch eher mau. Trotzdem liefern Sacha Grey und Elijah Wood eine ordentliche Leistung ab und einen Film nur über Computer-Fenster zu verfolgen war mal etwas anderes.

Samstag, 24. Januar 2015

Der Filmtipp: The Drop - Bargeld - Sanfte Gangster vs. American Dream

James Gandolfini, ein großartiger Charakter-Darsteller, ist viel zu früh von uns gegangen. In The Drop - Bargeld bekommen wir nun seinen letzten großen Auftritt zu sehen. Wir tun dem Film und seinen Machern aber Unrecht, wenn wir ihn nur deshalb hochjubeln. Die gute Nachricht ist, das müssen wir gar nicht. Nicht weil er schlecht ist. Im Gegenteil!

Worum  geht es überhaupt: Bob Saginowski und sein Cousin Marv arbeiten in einer Bar in Brooklyn. Diese wird von tschetschenischen Mafiosi kontrolliert und dient Geldwäschern als „drop bar“,  also als Umschlagplatz für Deals. Nach einem Überfall auf die Bar wollen die betrogenen Verbrecher ihr Geld von den Barbesitzern zurück. Ein weiteres Problem: Bob rettet parallel einem misshandelten Pitbull-Welpen das Leben und freundet sich mit der Ex-Freundin des Täters an. Dieser ist ein Psychopath und steigt nichtsahnend in einen Konflikt ein, der sich aufstaut.


Bestseller-Autor Dennis Lehane (Shutter Island, Mystic River, u.a.) hat mit Animal Rescue eine Kurzgeschichte hingelegt, die nun von Regisseur Michael Roskam (Bullhead, u.a.) passend auf die Kinoleinwand übertragen wurde. Der amerikanische Traum schlägt hier dem Zuschauer mit der Realitätsfaust voll auf die Zwölf. Die verkommenen Gassen Brooklyns, die von der Zeit angeknabberten Häuser und die Menschen, die in dieser Region leben und Geld verdienen wollen - das alles wirkt unglaublich authentisch und spürbar. Wer schon mal in Gelsenkirchen war weiß wovon ich spreche.
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Tom Hardy in Topform!
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Wenn Dir die Mafia droht und Dich ein Psycho stalked: Erst mal Gassi gehen.
© 20th Centruy Fox

Wen bekommen die Zuschauer also als Hauptfigur geboten, die sich durch das Grau, diese bedrohliche und frustrierende Atmosphäre boxen muss? Tom Hardy? Bane? Den Warrior? Nein. Sie bekommen Bob. Introvertiert, unsicher und wortkarg. Keinen lässig-coolen Gangster, keinen ehemaligen Marine, keinen Superhelden. Ganz im Gegenteil. Der von Tom Hardy grandios verkörperte Barkeeper hat Probleme Frauen anzusprechen, ist hoffnungslos gutmütig und nicht besonders sprachgewandt.

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"Jeder hat eine Vergangenheit 
und es gibt manche Sünden von denen kommst du nicht mehr los, 
egal wie sehr du dich anstrengst und es scheint besiegelt zu sein, 
dass deine Seele schon dem Teufel gehört."
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Gerade Bobs naive Herangehensweise an seine Probleme lässt das Gefühl aufkeimen, dass jeden Moment Unheil hereinbrechen könnte. Vor allem in den Momenten, in denen die Mafiosi die Bar betreten oder Psychopath Eric auf Konfrontationskurs mit Bob geht. Doch The Drop ist ein nüchterner Film. Schonungslos ruhig und treibend. Faustkämpfe, Bleigewitter – das alles bleibt aus. Und Bob? Der bleibt auch ruhig. Ängstlich, aber ruhig. Zu ruhig. Selbst nachdem er Leichenteile vorgesetzt bekommt.

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So cool und gestellt geht's im Film nicht zu, versprochen!
© 20th Centruy Fox
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Es sind vor allem die Dialoge, die hier für Unterhaltung sorgen. Hin und wieder ein kleiner Schmunzler, dann eine subtile Gesellschaftskritik, dann plötzlich noch ernstere Töne. Und immer wieder herrlich naive und dadurch so echte Gespräche. Die wahre Stärke des Plots sind allerdings die Dinge zwischen den Zeilen, die Szenen, die ohne Worte viel aussagen. Dazu tragen dann auch die allesamt gut aufgelegten Nebendarsteller bei: Noomi Rapace, Matthias Schoenaerts und eben James Gandolfini. Möge er in Frieden ruhen.

Fazit:

Vielen Leuten könnte The Drop – Bargeld (klasse Wortspiel im Nebentitel) tatsächlich zu lahm sein. Das wirkt aber nur auf den ersten Blick so, denn da staut sich etwas auf. Alle Figuren sind Gefangene gewisser Umstände, die sich nicht ignorieren lassen. Auch nicht durch einen süßen, kleinen Welpen. Und das macht den Film so stark. Super Darsteller-Leistungen! Ein paar kleine Twists. Klasse Setting. Für Freunde von Killing Them Softly oder Dead Man Down.




The Drop ist einmal für den #derFilmtippAward nominiert, in der Kategorie: Bestes Filmplakat. 
Leider hat es für andere Kategorien nicht gereicht, da ich den Film erst nach Jury-Deadline gesehen habe.

Mittwoch, 21. Januar 2015

Interview: Eine App für Filmkritiken! Manuel Jaeger über die Ideen und Ziele von krittiq - "Menschen weltweit über ihren Geschmack verbinden"

Überraschung! Heute gibt's gleich zwei Interviews. In diesem hier spreche ich mit Manuel Jaeger, einem weiteren Mitglied der #derFilmtippAward-Jury. Manuel ist allerdings kein Filmblogger, sondern Mitentwickler der App krittiq, über die Filmfreunde - der Titel spoilert's - Kritiken verfassen und mit anderen teilen und diskutieren können. Ich hab sie, ich mag sie und empfehle sie Euch gerne weiter. Jetzt aber erst mal zum Frage-Antwort-Spielchen.

"Am wichtigsten ist mir jedoch, dass man
nach einem Film viele offene Fragen in seinem Kopf hat
"

Micha: Hi Manuel, erst einmal dankeschön dafür, dass Du in unserer kleinen Jury-Runde dabei bist. Dabei, oh Schreck, bist Du gar kein Filmblogger. Erzähl doch mal kurz, wer Du stattdessen bist und weshalb Du trotzdem Filmtipps auf Lager hast.

Manuel: Hallo Micha! Erstmal vielen lieben Dank für die Einladung zu dem Interview und die Teilnahme an der Jury-Runde. Du hast Recht, ich bin kein Filmblogger, aber trotzdem schon lange ein großer Film- und Serienfan. Filmtipps sind also folglich schon immer ein wichtiger Bestandteil meines Lebens gewesen. Um gute Filmtipps zu bekommen, vertraue ich meistens auf die Empfehlungen von Freunden. Vor 1.5 Jahren ist mir jedoch aufgefallen, dass es recht schwierig ist, den Filmkonsum meiner Freunde aktiv zu verfolgen. Aus diesem Grund habe ich zusammen mit zwei Entwicklern die App ‚krittiq‘ entwickelt, wo man sich aktiv mit Freunden über Empfehlungen austauschen kann.

Micha: Mit Eurer App krittiq habt ihr quasi ein kleines Facebook/Instagram-Dingens für Filmkritiker geschaffen. Mir persönlich gefällt die ganze Geschichte jetzt schon, aber wo stecken Eure Ziele?

Manuel: Wir glauben fest daran, dass Menschen sich gerne über Filme und Serien austauschen. Unser Ziel ist es mit krittiq eine Plattform zu schaffen, wo wir Menschen weltweit über ihren Geschmack verbinden. Aktuell gibt es krittiq nur in Deutschland, aber wir werden das ganze bald auch international ausrollen.

Optisch hübscher als Jack O'Connell auf diesem Bild von Unbroken: krittiq

Micha: Bei mir findet man ja alles und wirklich jede Filmkritik *räusper* Warum brauche ich dann noch krittiq?

Manuel: Da ich selbst mal eine Zeit lang als Blogger unterwegs war, weiß ich, wie viel Arbeit dahinter steckt. Ich glaube aber auch, dass es noch jede Menge Menschen gibt, die auch gerne ihre Meinung über ihren Lieblingsfilm oder Lieblingsserie kundtun würden. Mit krittiq geben wir den Leuten ein einfaches Tool an die Hand, womit sie das tun können.

Micha: Ich weiß, dass Du eifrig dabei bist selbst krittiqs zu schreiben. Wie muss ein Film gestrickt sein, um Dir zu gefallen? Hast Du bestimmte Lieblings-Genre?

Manuel: Das kommt bei mir immer auf meine Stimmung und Situation an. Allgemein mag ich aber gute Thriller sehr gerne, von denen es leider viel zu wenige gibt. Am wichtigsten ist mir jedoch, dass man nach einem Film viele offene Fragen in seinem Kopf hat. Also quasi Filme die zum Nachdenken anregen.

zu den Nominierten des "Der Filmtipp Awards":
"Ich hätte die Liste nicht besser zusammenstellen können."


Micha: Die Nominiertenliste vom #derFilmtippAward ist nun abgeschlossen. Das bedeutet, es kommen keine weiteren Filme mehr hinzu. Fehlen in Deinen Augen bestimmte Filme, die eine Nominierung verdient gehabt hätten?

Manuel: Ich habe jetzt die Liste gesehen und ich hätte sie nicht besser zusammenstellen können :).

Micha: Filmblogs und krittiq – passt das zusammen, oder rede ich hier gerade mit der Konkurrenz?

Manuel: Nein, wir sind keine Konkurrenz. Wir bieten ‚professionellen‘ Filmbloggern nur einen weiteren Kanal an, ihre Kritiken einer Filmcommunity zuzuspielen.

Micha: 2015 ist gestartet. Auf welche Filme freust Du Dich besonders?

Manuel: Da fallen mir spontan Taken 3, James Bond - Spectre und Unbroken ein. Aber da wird sicher der ein oder andere noch dazu kommen.


Micha: Ich danke Dir für das Interview und wünsche Euch mit krittiq weiterhin viel viel Erfolg!

Interview: Bianca und Marco von Duoscope über Bloggen zu zweit und das Besondere an Filmen: "Ursprünglich sah unser Konzept mehr Konflikt vor."

Sie ist gelernte Schauspielerin, er ist studierter Kulturwissenschaftler. Endlich habe ich es geschafft und kann Euch mein Interview mit Duoscope liefern. Bianca und Marco zählen definitiv zu meinen Filmblog-Favoriten. Umso mehr freue ich mich, dass sie ebenfalls in der Jury für den #derFilmtippAward sitzen. Viel Spaß also mit unserem längeren Gespräch unter Filmliebhabern, dass ich mit den beiden - ganz ihrem Stil entsprechend - in Dialogform geführt habe.
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Am Set von Ant-Man und LOST: Marco und Bianca von Duoscope
Spaß, natürlich nicht. Die beiden aber sind echt!
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Micha: Moin Bianca, moin Marco! Ich freue mich, dass ihr mit an Bord seid.

Duoscope: Dankeschön! Wir freuen uns auch. Tolle Aktion übrigens, du hast eine herrlich bunte Jury zusammengerufen. Wir sind gespannt, was am Ende rauskommt.

Micha: Es ist Tradition, also mache ich bei Euch keine Ausnahme – erzählt doch mal was über Duoscope. Woher zum Beispiel der Name? Bei „Duo“ habe ich ja eine Vermutung. ;)

Marco: Ja, das „Duo“ war etwas zu kurz gedacht. Wir Zwei bleiben auf der ganzen Arbeit alleine hängen.

Bianca: Und es ist wirklich viel Arbeit! Sobald wir noch jemanden dazunehmen, müssten wir den Namen ändern.

Marco:  Japp. Wir können nicht mal einen Praktikanten ausbeuten. Heute würde ich uns vermutlich „Die Wilde 13“ nennen. Dann hätten wir viel Luft nach oben, falls uns mal die Puste ausgeht!

Bianca: Aber du hast recht, wir wollten einen Namen, der ausdrückt, dass wir zu zweit sind. Und dann sollte es was mit Optik zu tun haben.


Marco: Wegen Filmblog und so!


Bianca: „Duoscope“ bezeichnet ein Gerät, mit dem man ein Objekt aus zwei Richtungen betrachten kann.

Marco: Wie in Mikroskop, Teleskop und so.


Bianca: Das passte recht gut zu dem, was wir uns vorgestellt haben.


Marco: „1000 Meilen Film“ wäre allerdings auch ein toller Name gewesen – und hätte das Personalproblem gelöst!


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"Bill Paxton ist bis heute eine große Liebe von mir"
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Micha: Ich habe zuletzt Euer hochinteressantes Portrait über Mel Gibson gelesen, ein Held meiner Kindheit. Welche Schauspieler zählen für Euch zwei zu den Helden Eurer Filmjugend?

Bianca:
Dankeschön! Das Porträt hat Spaß gebracht und war uns wichtig. Eine wirklich dramatische Persönlichkeit! Unglaublich, aber ich stand damals auf Noah Hathaway als DIE UNENDLICHE GESCHICHTE lief – allerdings ist das sehr frühe Filmjugend. Später kam dann Tom Cruise dazu. Und Winona Ryder und Christian Slater fand ich sensationell! Jeder Film ein Mega-Muss! Und dann, wieder etwas später, stießen noch Brad Pitt hinzu und Leonardo DiCaprio hinzu, die beiden liebe ich heute noch! Und natürlich waren Ethan Hawke und Robert Sean Leonard auch mit dabei, wobei ich Letzteren dann doch aus den Augen verloren habe. Und das sind ja nur die zeitgenössischen Helden, ich hätte da ja noch all die Stars aus den 50er und 60er Jahren in Petto! J
Marco: 
Du willst ja HOUSE, M.D. nicht gucken! Da isser dann gelandet, dein Robert Sean Leonard! Meine Filmjugend begann ja schon recht früh, und damals gab es keine Auswahl. Einen Videorekorder hatten wir erst, als ich etwa Vierzehn war, also bin ich fernsehgeprägt. Ich erinnere mich, dass jeden Sonntagvormittag ein GODZILLA-Film lief, und jeden Sonntagabend ein JAMES BOND. Die anderen Tage kamen gefühlt nur deutsche Schlager- und Paukerfilme im Fernsehen. Meine ersten Helden waren also Godzilla, Sean Connery und Hansi Kraus! Als Videotheken aufkamen, wurde Michael Dudikoff mein großes Vorbild! Ich habe diese ganze AMERICAN NINJA Erfolgswelle mit voller Wucht miterlebt – wir haben auf dem Rasen vorm Haus wilde Kampfszenen veranstaltet! Und Bill Paxton ist bis heute eine große Liebe von mir – mit 13 hab ich ALIENS das erste Mal gesehen, seitdem find ich den Kerl cool und freue mich immer wie ein Kind, wenn er mal in einem Film auftaucht! Da fehlt mir jede Objektivität!!
Bianca:
Ach, an die Zeit in den 70er und 80er Jahren denke ich echt gern zurück. Drei bis fünf Fernsehsender und noch kein Videorekorder – da gab es kein Überangebot, kein wildes Zappen. Da wurde das eine Abendprogramm geguckt, das es eben gab und ich hab mich immer riesig drauf gefreut! Edelwestern am Samstagabend, klassische Krimis am Freitag. Man musste sich notgedrungen viel intensiver mit den einzelnen Filmen auseinandersetzen und konnte nicht sofort zum nächsten springen. Das hat sich mittlerweile sehr verändert. Ich glaube, damals habe ich meine Liebe zum Film entdeckt.

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"Wir sind wie„Die Ärzte“:
Zwei grundverschiedene Typen, die dennoch auf einer Wellenlänge liegen."
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Micha: Zu Marcos Lieblingsbüchern 2013 gehören World War Z und Gone Girl. Beides grandiose Bücher mit durchdachtem Unterhaltungswert. Ich hoffe seit Jahren auf eine Verfilmung von Der Schwarm – was würdet ihr gerne mal auf der Leinwand sehen?

Marco:
„A Song of Ice and Fire“ begeistert ja mittlerweile zurecht die Welt! Damit bin ich eigentlich glücklich. Allerdings begleitet mich das Expanded Universe von STAR WARS seit 23 Jahren und ich bin tottraurig, dass ich jetzt weder Admiral Thrawn noch Mara Jade oder Anakin Solo je auf der Leinwand sehen werde. Daneben ist „Spin“ von Robert Charles Wilson einer meiner absoluten Lieblingsromane, ich hoffe, der wird mal verfilmt – und natürlich die „Sandman“-Comics von Neil Gaiman.
Bianca:
Auf die „Der Schwarm“ Verfilmung hab ich mich sehr gefreut, ich fand das Buch sauspannend! Uma Thurman hatte wohl die Rechte gekauft, aber leider ist nix draus geworden. Ich hätte die Verfilmung von „Meg“ gern gesehen, ein Bestseller von Steve Alten über ein „freigelegtes“ Megalodon. Regie sollte Jan De Bont führen, aber der ist dann ausgestiegen oder ausgestiegen worden. Mittlerweile scheint das Projekt ad acta zu liegen. Vielleicht auch besser so – Haifilme tendieren ja grad weniger zum Highlight, und nach dem Desaster mit SPEED 2 war De Bont eh weg. Tatsächlich hatte ich neulich Gänsehaut und Pipi in den Augen, als ich erste Bilder zu DER KLEINE PRINZ gesehen habe! Ein wunderbares Buch, ich bin sehr gespannt!

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"Erstaunlicherweise sind wir meistens einer Meinung"
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Micha: Duoscope und Micha, das passt zusammen irgendwie. Das stelle ich immer wieder fest, wenn ich lese, was ihr so über Godzilla, 12 Years a Slave oder American Hustle schreibt. Ist es schwierig ein Blog zu zweit zu führen, bei unterschiedlichen Ansichten zum selben Film?

Bianca: Yay, danke für das Lob! Öh, nein, es gestaltet sich einfacher als wir dachten.


Marco: Ursprünglich sah unser Konzept mehr Konflikt vor. Diskussionen und Streit und so. Viel Haareziehen und Schmollen.


Bianca: Erstaunlicherweise sind wir meistens einer Meinung.


Marco:
Seit wir angefangen haben, konnten wir uns nur in einem einzigen Fall überhaupt nicht einigen: GONE GIRL hat uns tief gespalten! Ich hab tatsächlich ein bisschen geschmollt! Wir versuchen, in den Fällen, wo wir unterschiedlicher Meinung sind, beide Ansichten in den Artikel einfließen zu lassen. So wird das Ergebnis ziemlich objektiv.
Bianca:
Wir ergänzen uns generell perfekt! Marco kennt fast jeden großen Film seit 1975 und hat einen guten Zugang zum modernen Action- und Fantasyfilm. Action ist selten meins – Fantasy schon eher, aber Marco ist da definitiv der Kenner von uns beiden!
Marco:
Wir sind da wie die Band „Die Ärzte“: Zwei grundverschiedene Typen, die dennoch auf einer Wellenlänge liegen. Biancas Stärken sind die Klassiker: Wenn der Film zwischen 1920 und 1970 gedreht wurde, hat sie ihn gesehen. Mehrfach! Wenn sie loslegt, spürt man, wie das Goldene Hollywood vor einem wieder lebendig wird. Das fasziniert mich jedes Mal! Gemeinsam decken wir die gesamte Filmgeschichte ab. Inhaltlich interessiert mich meist das Theoretische, Strukturelle, die Wirkung und das soziale Umfeld eines Films. Ich hab halt Kulturwissenschaft und Geschichte studiert.
Bianca:
Ich bin gelernte Schauspielerin, deshalb habe ich den Blick mehr auf den Akteuren und den Bedingungen, unter denen ein Film entsteht. Wie und wieso kann ein Film emotional berühren? Mit welchen Techniken agieren die Schauspieler? Ich liebe es, wenn ein Film endet und ich erst dann bemerke, dass ich gar nicht über die Spieltechniken oder Ähnliches nachgedacht habe. Dann haben die Schauspieler alles richtig gemacht!
Marco:
Wir diskutieren tatsächlich viel über die Filme, aber unsere Artikel spiegeln nicht, wie ehedem geplant, die Diskussion wider, sondern das Ergebnis!
Bianca:
Nur manchmal entspinnen wir unsere Diskussion vor den Augen der Leser, wenn sie uns interessant erscheint. Das ergibt sich dann im Schreibprozess! Das Haareziehen lassen wir aber weg.

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Audrey geht immer: aktueller Screenshot von duoscope.blogspot.de
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Micha: Was unterscheidet Duoscope von anderen Filmblogs?

Marco:
Wir sind quasi der Audiokommentar unter den Filmblogs. Als ich meinen ersten DVD-Spieler hatte, habe ich mir von all meinen Lieblingsfilmen die DVD gekauft und nur die Audiokommentare laufen lassen, immer wieder. Das war für mich spannender als der Film: welche Gedanken und Geschichten liegen dahinter? Genau das möchten wir mit unserem Blog für Filmfans leisten.
Bianca:
Wenn wir über Filme gesprochen haben, haben wir immer Anekdoten, Geschichten und Zusammenhänge ausgetauscht, die wir über die Filme und Schauspieler kannten. Wir haben jeden, der uns nach einem Film gefragt hat, mit dem gesamten Hintergrundwissen überhäuft, das wir dazu hatten.
Marco:
Wir wollen keine gängigen „Filmrezensionen“ schreiben, sondern kleine Reportagen zu den Filmen. Ein üblicher Filmblog bietet in der Regel einen sehr aktuellen Service: Man liest die Meinung des Rezensenten, seine Bewertung, und weiß dann, ob man den Film schauen will oder nicht. Wir hatten den Wunsch, eine Art Lexikon zu schreiben, mit Artikeln die zeitlos sind und viel Inhalt bieten, vor allem für Cineasten und ganz speziell die Fans eines bestimmten Films. Deshalb stecken wir bis zu 15 Stunden Arbeit in unsere Artikel. Wir versuchen, den Fans und Liebhabern einen Mehrwert zu bieten. Jeder Film, den wir besprechen, ist aus irgendeinem Grund sehenswert, jeder Star hat das Business entscheidend geprägt.
Bianca:
Oft erwähnen wir mit keinem Wort den Inhalt des Films. Bei GHOSTBUSTERS etwa – kennt doch eh jeder, ist doch viel spannender, wie es zu dem Film kam und wie er die Art, Komödien zu drehen, bis heute verändert hat. Oder wusstest du, dass Charlton Heston einer der ersten Hollywoodstars war, der sich öffentlich für Menschenrechte eingesetzt hat? Er ist für die Rechte der Schwarzen ganz vorne mit nach Washington gelaufen, hat sich für homosexuelle Kollegen eingesetzt und ist einer der ersten sozialen und liberalen Stars in Hollywood, der sich öffentlich politisch für die Gleichbehandlung der Schwachen eingesetzt hat!
Marco: Weiß heute keiner mehr!


Bianca: Richtig, dank Michael Moore! Aber genau um sowas geht‘s bei uns.

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Die Frau mit den meisten Oscars ist...na, wer weiß es?
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Marco:
Oder wer kennt Edith Head? Die Frau hat ACHT Oscars gewonnen! Keine Frau der Filmgeschichte hat mehr! Als Kostümdesignerin hat sie an über 1000 Filmen mitgewirkt. Heute weiß jeder, dass praktisch alle Kostümdesigner Frauen sind, aber Edith Head war die erste. Sie hat in den Vierzigern eine rein männliche Domäne beim Film erobert, und heute kann man sich männliche Kostümdesigner fast nicht mehr vorstellen! Jeder große Film und jeder große Star hat die Filmgeschichte verändert und geprägt. Das fasziniert uns.
Bianca:
Zusätzlich möchten wir mehr Aufmerksamkeit für kleinere Independetproduktionen erregen. Da gibt es wirklich sooooo tolle Filme, die kaum jemand sieht, was wirklich schade ist! Die meisten davon sind spannender, kraftvoller und berührender als jedes Effektspektakel. Da steckt auch die erzählerische Innovation im Kino, die heute viele nur noch beim Fernsehen sehen.

Micha: Mein Gott, der norddeutsche Touch in der Begrüßung war nicht beabsichtigt und fällt mir gerade erst auf. Irgendwie kommt’s plump rüber. :D

Marco:
Norddeutsch und plump? Das geht doch gar nicht ... So, und nu ma Budder bei die Fische ... ;-)

Micha: Alles klar, zurück zum Thema. Sagt mir doch mal jeweils drei 2015er Filme, die ihr ohne schlechtes Gewissen jedem Filmfan empfehlen würdet. Mit Begründung selbstverständlich.

Bianca:
Ich bin zwar ein Indie-Verfechter, aber nun folgen tatsächlich drei Mainstream-Empfehlungen! Los geht’s: JAMES BOND – SPECTRE, weil der letzte Bond so grandios war und der Cast für den neuen so kongenial ist, dass der eigentlich nur gut werden kann! JURASSIC WORLD, weil ich da wohl bekomme, was ich erwarte: hervorragendes Popcorn-Kino mit guten Effekten, hanebüchener Story und Dinos, die sich gewaschen haben. THE HATEFUL EIGHT, weil es ein Tarantino ist – die Begründung muss reichen! J
Marco:
2015 hat exzellente Titel in der Pipeline! Ich hab schon jetzt über zwanzig Filme, auf die ich gespannt bin, und es kommen etliche Kracher, an denen ohnehin kein Cineast vorbei kommt. Ich meine, hey: STAR WARS! Hallo!?! Drei Filme, die ich für besonders empfehlenswert halte, sind aber:
ENTOURAGE: Absolute Fanware, aber jede Sekunde wert! Die HBO Serie ist eine der witzigsten und smartesten Aufarbeitungen des Filmgeschäfts, die es gibt! Nach acht Staffeln war Schluss, und jetzt kommt noch ein Film hintendran. Der Trailer verspricht schon das unvergleichliche Flair der Serie. TOMORROWLAND: Brad Birds neuer (Real-)Film verspricht ein Feuerwerk der Fantasie und des filmischen Einfallsreichtums. Wenn der Film das einlöst, was das bisherige Promomaterial verspricht, könnte das eines der absoluten Highlights des Jahres werden! THE LOST CITY OF Z bietet auch alles, was einen exzellenten Kinoausflug ausmacht: Eine wahre Geschichte, ein mysteriöses Abenteuer mitten im Dschungel, exotisches Amazonasflair (die Geschichte hielt sogar schonmal als Hintergrund für einen Indiana Jones Roman her!) und Benedict Cumberbatch! Ich halte James Gray außerdem für einen herausragenden Regisseur, dessen Filme grundsätzlich sehenswert sind!

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"12 Years a Slave war eine meiner größten Enttäuschungen 2014"
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Micha: Bianca, 12 Years a Slave, Argo oder The Artist?

Bianca:
Ah, die drei Besten Oscarfilme der letzten Jahre! Auf jeden Fall THE ARTIST! Ach, das war genau mein Ding! Gefühle ohne Sprache, ach was, eine komplette wunderbare Geschichte ohne Sprache, wie früher! Oft wird heute zuviel geredet in den Filmen, jede Handlung nochmal verbalisiert. Toll sind doch die Filme, die Charaktere nur durch Handlungen beschreiben.
Marco:
Wenn ich kurz darf: Das ging in den Siebzigern verloren! Bis dahin, und noch in TERMINATOR, war ganz wenig Text. Und jetzt? In ATTACK OF THE CLONES sehen wir den Attentäter einen Pfeil auf jemanden schießen, der sofort tot zusammenbricht. Und Obi Wan beugt sich runter, zieht den Pfeil raus, mustert ihn und sagt bedeutungsschwanger: „Ein Giftpfeil!“ Was soll der überflüssige Mist?
Bianca:
Weißt du, was wir bezüglich 12 YEARS A SLAVE gelesen haben? Viele Academy-Mitglieder haben den Film gar nicht gesehen, fühlten sich aber verpflichtet, das Rassismus-Drama zu prämieren! So viel zu der Auszeichnung „Bester Film“. Und unter uns: Ich fand, dass der Film in so unendlich vielerlei Hinsicht an seinen Chancen vorbeigestiefelt ist, dass er eine meiner größten Enttäuschungen 2014 ist!

Wie ich schon sagte. Eine Wellenlänge und so. Marco, du findest Enemy gut. Hab ihn auch gesehen. Erklär ihn mir bitte. :D

Marco:
Kein Problem, ich muss nur noch kurz die Farbe von Pi auf dem Theremin spielen ... Spaß beiseite – weder kann ich das, noch sollte ich es, weil der Film davon lebt, dass jeder selbst ihm eine Deutung gibt. Das Ding ist ein Meisterwerk! Ich habe meine Interpretation zwar öffentlich geäußert, aber tatsächlich finde ich es viel interessanter, Deutungen auszutauschen, als sie vorzusagen und höre viel lieber eine Deutung, als eine abzugeben. Wie hast du ihn denn verstanden? Erwähnte ich, dass Villeneuve vom Team eine Verschwiegenheitserklärung hat unterschreiben lassen, dass niemand etwas zu seinen Absichten sagt? Er selbst meinte, es macht mehr Spaß, wenn jeder selbst das Rätsel löst.

Micha. Na, daran haben sich alle Beteiligten allerdings gehalten! Worauf werdet ihr achten, wenn ihr Euch die fertige Nominiertenliste vom #derFilmtipp Award anschauen werdet und eine Entscheidung treffen wollt?

Bianca:
Ich glaube, am meisten auf das, was die Filme im ersten Moment in mir auslösen: Wohlwollen, Freude oder eher ein schüttelndes „Brrrrr“? – und danach werde ich ihn bepunkten. Ja, ich glaube, so wird das wohl laufen. Wir haben in diesem Jahr bereits so viel analysiert und auseinandergenommen, dass das alles jetzt zwar mitschwingt, aber der Bauch entscheiden darf! Yay!

Marco:
Ich mag keine Erwartbarkeiten. Mir ist oft am wichtigsten: Bringt der Film was Neues,  und wenn ja, wie gut? Das ist immer das, was ich an einem Film am tollsten finde, deswegen liebe ich auch strittige Werke wie SNOWPIERCER: Der hatte eine unglaublich kreative Wucht und war bis unters Dach vollgestopft mit neuen Sachen. Da sitze ich mit leuchtenden Augen wie gebannt im Kino, als wäre es das allererste Mal! Ich liebe Überraschungen auf der Leinwand, egal ob gute oder schlechte!
Ein Film wie GRAND BUDAPEST HOTEL lässt mich da beispielsweise deutlich kälter: Der Film ist zwar kurzweilig und astrein gemacht, aber halt Wes Anderson-Standardware – der Kerl kopiert sich selbst so konsequent, dass er fast zur Parodie seiner Selbst wird und mich auf gewisse Art langweilt.

Micha: Ich danke Euch für Eure Zeit und Eure Worte!

Montag, 12. Januar 2015

Media Monday #185: „Warum wird Ryan Gosling für seine zwei Gesichtszüge geliebt?“

Hallo Filmfreunde,

auch an dieser Stelle noch einmal ein frohes neues Jahr allen Lesern. Wir schreiben den Media Monday Runde 185 und wieder hatte das Medienjournal einige interessante Fragen vorbereitet. Wie vertreibe ich mir den Januar-TV-Blues? Warum finde ich Affleck cool? Was sage ich zu Preisverleihungen? Außerdem oute ich mich als Fanboy von Chloe Grace Moretz und den Guardians of the Galaxy - was ich von Tree of Life nicht behaupten kann. Lest selbst:

1. Das neue Jahr fing ja schon mal schlecht an in punkto Medien, schließlich müssen wir überall den geistigen Dünnpfiff der Pegiden lesen und hören. Mit Herz aus Stahl bin ich außerdem schlecht ins Kinojahr 2015 gestartet und da SchleFaz und Heute Show noch nicht wieder angelaufen sind ist auch im TV Ebbe für mich. AAAber: Mein Mittel dagegen heißt Postillon, True Detectives und Media Monday (schleim…) ;)
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2. Ben Affleck hat zwar nur immer ein und denselben Gesichtsausdruck im Repertoire, aber mittlerweile nimmt er auch nur noch Rollen an, die darauf zugeschnitten sind und passen. Abgesehen davon ist er als Regisseur und kreativer Kopf ein wichtiger Typ in Hollywood, der völlig zu Unrecht so viele Kritiker besitzt. Vor allem dann ungerecht, wenn ich mir die zwei Gesichtszüge von Ryan Gosling anschaue und er dafür geliebt wird.

3. Keine zwei Stunden, nachdem dieser Media Monday online gegangen ist, beginnen die Golden Globe Verleihungen. Spannend, uninteressant, schlicht egal? Wie ist deine Meinung zu derartigen bzw. speziell dieser Veranstaltung(en)? Ich bin nicht so naiv zu glauben es gebe Überraschungen. Und ich denke auch, dass das alles nur noch reine PR Shows sind. Der Faszination und dem Spaß an der Sache kann ich mich aber doch nicht entziehen. Bei den Oscars wird auch mal eine Nacht dafür durchgemacht. Schade finde ich, dass bestimmte Genres gar nicht berücksichtigt werden, andere Filme aber allein durch Cast oder Thematik punkten.

4. Ein Buch oder Film, das oder den ich nicht bis zum Ende durchgehalten habe? Metro 2033 und Tree of Life. Steinigt mich. In beiden Fällen war es die Erzählweise, wobei ich mir bei Metro bis heute nicht sicher bin, ob es vielleicht einfach nur an der sterilen deutschen Übersetzung lag. Thematisch eigentlich total mein Ding.

5. Jeder, der mal völlig aus seiner Komiker- oder Loverboy-Rolle fällt ist sicherlich prädestiniert, den Bösewicht zu spielen, schließlich ist das tausendmal interessanter als zum x-ten Mal der gleiche Böse. Beispiele: Heath Ledger (The Dark Knight), Eddie Redmayne (Jupiter Ascending) oder auch Leo DiCaprio (Django Unchained). Jack Nicholson darf aber immer Schweine spielen. Immer!

6. Wenn Chloe Grace Moretz nicht ihren großen Durchbruch feiert, dann weiß ich auch nicht, denn sie spielt für ihr Alter schon sehr reif und abgeklärt und immer mit exakt der richtigen Nähe zur Figur. Sei es das selbstironische Hit-Girl, die blutdurstige Abby oder sogar die teuflische Carrie im sonst hundsmiserablen Remake. Hoffentlich verfällt sie nicht irgendwann dem Wahn mindestens zehn seichte Liebeskomödien in der Karriere gedreht haben zu müssen.

7. Zuletzt gesehen habe ich Guardians of the Galaxy und das war bereits das vierte Mal seit Ende August, weil mir dieser Film einfach Spaß macht. Er ist dauerhaft spannend und witzig und irgendwie sehr viel unbeschwerter als viele andere Comic-Verfilmungen. Klar, es ist kein tiefsinniger Erguss, aber das Gesamtpaket stimmt. Irgendwie so 90er. 

Der Filmtipp Award 2014: Das sind die Nominierten - Gone Girl vorne!

Hallo liebe Filmfreunde,

nun ist es endlich soweit! Die Liste meiner Nominierten für den Filmtipp Award 2014 steht fest und wird auch nicht mehr umgeschrieben. Ich habe, wie bereits angekündigt, nur Kino- und DVD-Filme bedacht, die ich selbst gesehen habe. Leider habe ich es nicht mehr geschafft rechtzeitig Filme wie Maps To The Stars,The Drop oder Die Entdeckung der Unendlichkeit zu sehen.

roßer Sieger dabei ist Gone Girl - Das perfekte Opfer mit insgesamt neun Nominierungen. Knapp dahinter folgen Boyhood, Nightcrawler und Godzilla, der vor allem in technischen Belangen punkten konnte. Entgegen meiner Erwartungen fallen Die Tribute von Panem: Mockingjay 1 ganz raus, auch meine Vorfreude auf Sin City 2: A Dame To Kill For und Transcendence konnte leider nicht bestätigt werden.

Verteile schon mal ein paar Attrappen
1. Bester Film 2014
2. Beste Hauptdarstellerin 2014
Margot Robbie, Leonardo DiCaprio und Martin Scorsese am Set von Wolf of Wall Street © Universal Pictures
3. Bester Hauptdarsteller 2014
4. Beste Nebendarstellerin 2014
Ben Affleck & David Fincher am Set von Gone Girl © 20th Century Fox
5. Bester Nebendarsteller 2014
6. Beste(r) Newcomer(in) 2014
Aaron Johnson & Gareth Edwards am Set von Godzilla © Warner Bros.
7. Beste Regie 2014
8. Beste Kamera Arbeit 2014
Dan Gilroy & Jake Gylenhaal am Set von Nightcrawler © Concorde Filmverleih GmbH
9. Bester Sound 2014
10. Beste Effekte 2014
Der gesamte Cast von Pride © BBC Films/Pathé
11. Bestes Drehbuch 2014
12. Beste Ausstattung 2014
Christopher Nolan & Matthew McConaughey am Set von Interstellar © Warner Bros.

13. Beste(s) Maske/Make-Up 2014
14. Bester Endzeit Film 2014
Nicolas Cage in Joe © Lionsgate/Roadside
15. Bester Found Footage Film 2014
16. Bester Trailer 2014
Darsteller & Regisseure von Afflicted: Derek Lee & Cliff Prowse © Sony Pictures Home Entertainment

17. Bester Film Moment 2014
18. Bestes Film Zitat 2014
  •   "Verkaufen Sie mir diesen Stift." (Wolf of Wall Street)
  •   "Ich würde niemanden bitten etwas zu tun, das ich nicht selbst tun würde." (Nightcrawler)
  •   "Absolute Ehrlichkeit ist weder die diplomatischste noch die sicherste Art der Kommunikation im Umgang mit emotionalen Lebewesen." (Interstellar)
  •   "Ich arbeite nur in Schwarz! Und manchmal in ganz, ganz dunklem Grau!" (The Lego Movie)
  •   "Ich bin Groot." (Guardians of the Galaxy)
  •   "Worum es allgemein geht? Ich hab sowas von keine Ahnung. Ich meine keiner von uns weiß das. Wir alle improvisieren. Das Gute ist doch, dass Du das spürst. Und das musst Du Dir bewahren." (Boyhood)*
  •   "Was haben wir uns angetan?" (Gone Girl)
Andy Serkis verkörpert Caeser in Planet der Affen: Revolution © 20th Century Fox
19. Bestes Film Poster 2014
20. Titelkrampf 2014
  •  Sex on the Beach - Down Under brennt der Busch (The Inbetweeners 2)
  •  Gott, verhüte! (The Priest's Children)
  •  Einmal Hans mit scharfer Soße
  •  Die Schadenfreundinnen - Drei sind zwei zuviel (The Other Woman)
  •  Ein Schotte macht noch keinen Sommer (What We Did On Our Holiday)
*Nominierte Filme ohne Verlinkung: hier reiche ich meine Reviews nach!



Die Jury
Zusammen mit Cansu und einer Jury aus Filmbloggern werde ich bis Ende Januar entscheiden, welcher Film welche Titel bekommt. Ich freue mich schon auf unsere Diskussionen und Eure Votings! Unsere Jury besteht aktuell aus:

Sonja Hartl von Zeilenkino - Interview

Gina Dieu Armstark von Passion Of Arts - Interview

Bianca Wegener und Marco Mewes von Duoscope

Mathias Grunewald von MyOFB

Stefan Rybkowski von Equilibirum

Manuel Jäger von krittiq

Christian Hoja von Cellurizon - Interview

Florian Erbach von Filmverliebt

Wulf Bengsch von Medienjournal - Interview

Thomas Nemcik von Filmrisse

Alle Nominierten auf einen Blick:
Gone Girl: IIIII IIII
Godzilla: IIIII III
Boyhood: IIIII III
Nightcrawler: IIIII III
Dallas Buyers Club.: IIIII II
Wolf of Wall Street: IIIII II
Stereo: IIIII I
Guardians of the Galaxy: IIIII
Interstellar: IIIII
Exodus: IIIII
Grand Budapest Hotel: IIII
12 Years a Slave: IIII
American Hustle: IIII
Pride: III
Planet der Affen: Revolution: III
The Lego Movie: III
The Retur: II
Transcendence: II
The Rover: II
WER: II
Afflicted: II
Sin City 2: A Dame To Kill For: I
Bad Neighbors: I
No Turning Back: I
Joe: I
Das erstaunliche Leben des Walter Mitty: I
X-Men: Zukunft ist Vergangenheit : I
Open Grave: I
The Purge 2: Anarchy: I
The Frankenstein Theory: I
The Tunnel: I
Paranormal Activity: Die Gezeichneten: I
Der Hobbit 3 - Die Schlacht der fünf Heere: I
Sharknado 2: The Second One: I
Enemy: I
The Drop: I
Grand Piano: I
Katakomben: I